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23. April 2016 - 00:15

dasitzen und starren, seit stunden jetzt. nichts finden können, keine gedanken, keine absichten, keine wünsche. nur gähnen zwischendrin, ein bißchen was essen. oder auch nicht. nach vier nächten mit höchstens vier stunden schlaf, dazwischen arbeit, arbeit, arbeit, ist das wohl kein wunder. erschöpfung, erholung. leere.

das klingt gut, wenn ich es jetzt so lese. während ich es tippe. leer sein. nichts mehr müssen, nichts anfüllen. nichts erledigen, nichts erleben. nicht einmal das. schluß damit.

ist aber schrecklich, weil so viel zu tun wäre. all die listen. ich hätte gerne mal wieder so etwas wie ein wochenende.


böse

19. April 2016 - 01:57

erst ist es links von mir, mehr so am boden, an der fußleiste entlang. das ist ist nicht schlimm, aber lästig, denke ich. wie spam im mailpostfach, immer wieder dasselbe, als hätte man sonst nichts zu tun.

dann ist es unten, am fußende, über die ganze wand zieht es sich, bis an die decke. und es ist schlimmer geworden, massiver, mächtiger. wie ein virus, der den spam zu hunderten in der minute abzuschießen vermag. zu tausenden vielleicht, in der sekunde vielleicht. ich weiß auch nicht, ich komme nicht mehr mit. das ist schlimm.

dann hat es mich überwältig, noch viel schneller. keine zeit für angst, keine zeit, nach hilfe zu schauen. nach menschen. es gibt keine menschen mehr. über mir ist es, haushoch. über meinen bauch, meinen hals, meinen kopf. nichts anderes ist mehr. in mir ist es. oder ich bin in ihm. ich weiß es nicht. das ist böse. nichts anderes. ich nicht und auch sonst.

wach werde ich erst von meinem eigenen schreien, meinem jaulen, meinem heulen. wie ein tier. laut ist das, nicht geträumt. echt ist das, keine illusion. das weckt mich, endlich. und die fRau neben mir, die meinen namen sagt.


cut

14. April 2016 - 16:39

nicht, sage ich meiner friseurin energisch, als ich für einen augenblick glaube, sie würde meinen kopf mit haarspray malträtieren wollen. tut sie natürlich nicht, es ist irgendetwas anderes, das volumen in mein feines haar bringen soll. aber nichts klebriges, versichert sie mir sofort. meine mutter war in den fünfzigern friseuse, erkläre ich entschuldigend. und frage mich im selben moment, ob man das überhaupt noch sagen darf: friseuse.

das kann ich mir vorstellen, sagt meine friseurin. da fällt mir ein, daß ich in etwa so alt sein muß wie ihre mutter, vermutlich sogar älter. ihr wird das nicht verborgen geblieben sein, seit ein paar jahren amüsieren wir uns über mein zunehmendes weiß. nur hinten im nacken ist es noch recht dunkel. diesmal ist das haar hinten so kurz geschnitten, daß ich nicht nur den dunklen kranz dort habe, sondern auch noch einen etwas dunkleren fleck darüber, der wohl sonst meistens unter dem weißen deckhaar verborgen bleibt. du bist noch nicht ganz weiß, sagt meine friseurin, als ich es bemerke. ich weiß nicht, sind wir erfreut? wir beide? oder ist das einfach nur professionell? noch nie hat sie mir farbe angeboten, sie weiß, was sie tut, was ich will.

was ich auch bemerkt habe, ganz zu anfang, als ich noch die brille aufhatte und mir in diesem großen spiegel frontal gegenübersaß. wie meine halspartie langsam damit beginnt, sich in feine falten zu legen. noch nicht immer, noch nicht viel, aber doch unverkennbar. bei bestimmten bewegungen, so zeigt es sich, das altern, der verfall. an den rändern, in den spitzen. man nimmt es lange nicht wahr, aber dann auf einmal.

es gefällt mir.

ich fühle mich nicht alt, nicht eingerostet und steif. nicht verkalkt oder gar verrottet. noch nicht. es ist mir nicht unangenehm, über fünfzig zu sein. ohnehin habe ich seit jeher das gefühl, mich mir mit jedem jahr eher zu nähern, mir zuzuwachsen. als mich von meiner kraft zu entfernen, im gegenteil. ich bin alt geboren, alt gedacht. daran war nie ein zweifel.

von daher sind die körperlichen aspekte, der hautzustand, die notwendigkeit einer lesebrille und das absehbare ende des zyklischen gefühlskarussells, lediglich randerscheinungen. scheinbar sprunghafte veränderungen, die mir alle paar jahre mit einem mal auffallen, und dann sind sie da. und bleiben. da wächst nichts mehr nach.

so ist es jetzt also, denke ich, wieder einmal. als ich die brille abgenommen, die augen geschlossen habe. während die friseurin mir den kopf massiert, bevor sie sich ans schneiden macht. plötzlich erscheine ich fünf bis sieben jahre älter, als es mir noch vorgestern möglich gewesen wäre.


feuer & stein

21. März 2016 - 11:45

winter auf rügen. man sieht mich feuer machen, autofahren und steine klopfen. ach ja, und den stinkefinger kann ich auch.


migränemodus

11. März 2016 - 13:29

passend zum urlaub. extra für den urlaub vielleicht. wie auch immer, mehr als unpassend.


heimmodus

08. März 2016 - 22:41

kann ich besser, das ist mal klar. so viel ist liegen geblieben in letzter zeit, das schnell mal in die reihe gebracht werden will. dafür ist jetzt zeit, weil die küche brachliegt einstweilen. auch der (alte) körper dankt es mir, diese pause nach der ackerei. der rücken rückt sich zurecht, die hände entspannen. die geschundene haut heilt.

eine liste gibt es nicht, manchmal ist das nicht nötig. dann erledigt sich das zeug wie von allein. putzen, saugen, räumen, packen. nebenbei noch ein bißchen webseiten bauen, lernen. geht auch. (es wird sich nämlich ein bißchen was ändern hier, die technik ist ja nun doch schon ein wenig in den jahren. ganz bald, versprochen.)

ich bin zufrieden.

morgen dann vielleicht mal was lesen? ob das möglich wäre? so mitten am tag, für ein paar stunden? ist ja urlaub, eigentlich.


urlaubsmodus

08. März 2016 - 02:16

so richtig weiß ich gar nicht, wie das geht, stelle ich fest. dabei plätschert der laufende betrieb ruhig vor sich hin, viel zu tun gibt es nicht. zum glück. auch der küchenumbau liegt nahezu brach. obenrum ist alles so gut wie fertig, nur ein wenig nachgestrichen habe ich heute, den alten lampenanschluß erneuert, zeug zusammengeräumt und den müll weggeschafft. richtig ran muß ich erst da erst wieder, wenn eine passende spülmaschine gefunden und geliefert ist. also alles ganz übersichtlich.

was macht man da?

sicher eine stunde bin ich heute durch den baumarkt geschlendert, einfach nur so. hab mich erfreut an den vielen zauberhaften dingen dort. gebraucht habe ich eigentlich nichts. nur so ein plastikteil, das oben an der decke die kabelei verdeckt, wenn das lampenkabel dran ist. 78 cent. aber dann wollte ich noch etwas schönes, ein liebhabestück, etwas zum mitnehmen. etwas finden, das ich nicht suche, vielleicht nicht einmal brauche.

dabei habe ich festgestellt, daß so gut wie alles schon da ist. ich habe es einfach. irgendwann einmal gebraucht und besorgt. oder aber geerbt, vom vater, vom opa, die nähmaschine von meiner mutter. und was soll ich mit noch einer metallsäge? ich besitze drei. oder noch ein hammer. das sind insgesamt fünf, wenn ich richtig zähle. eine neue feinsäge vielleicht? die brauche ich oft, das ist also absehbar, sicher. aber noch nicht jetzt.

ich besitze kein streichmaß, das fällt mir auf, als ich an einem vorbeikomme. das ist komisch, denn als kind gab es mehrere, da bin ich sicher. warum ist keines davon bei mir gelandet? doch ich will kein streichmaß, ich habe nie eines vermißt. ich will etwas schönes. einen messchieber vielleicht. die sind schön wie rechenschieber und funktionieren auch so ähnlich. aber sie sind auch teuer.

am ende nehme ich einen kleinen abziehstein, den ich ebenfalls nicht brauche. ich habe zwei grobe schleifsteine, einen ziemlich abgewetzten feinen und neuerdings noch den teuren großen japanischen feinschliffwetzstein. für die küchenmesser, dachte ich. schleifen ist aber gar nicht so einfach. egal.

der neue kleine ist von der fima mit den zwei kirschen. (seit 1858.) von der sind auch meine stecheisen. die, die mein vater noch geschliffen hat.

mehr ist gerade nicht.


04. März 2016 - 12:43

eine von diesen partys, die ewig sind. durch die nächte, bis in den morgen. wenn fast alle anderen schon weg sind, nur die wirklich wichtigen menschen sind noch da. da sitze ich, die arme nach oben gestreckt, und eine mir unbekannte schriftstellerin sagt mir: du hast jute, wollte ich nur sagen.

ich bin ratlos, bleibe regungslos, weil ich nicht verstehe. vielleicht eine hautkrankheit? ich denke darüber nach bis ich aufwache. bis jetzt noch, eigentlich. weiß ich nicht.


04. März 2016 - 00:59

ich habe ein untaugliches gemüt. wenn es zu schön wird, fange ich an zu zweifeln und zu verzweifeln. einfach so. vorsichtshalber.

dabei habe ich zeitgleich eine unbändige sehnsucht nach schönheit.


die dinge

01. März 2016 - 00:23

nein sagen hilft! vielleicht. öffnet räume und möglichkeiten. hoffe ich.

viel übung habe ich darin nicht, das muß ich zugeben. da bin ich wie mein vater, fürchterlich, beinah alles lasse ich geschehen. auch mit mir. es sei denn, es geht mir an die pelle, dann wohl nicht mehr. aber was weiß ich? unangenehmen dingen, übergriffen auch, angriffen, gehe ich allerdings aus dem weg. nur das, weiter nichts. ich weiche zurück, bis nichts mehr bleibt. kein raum, keine luft, keine wahrnehmung. in diesem sinn bin ich nützlich, benutzbar sogar, insbesondere für menschen, die ihren streß auf mich werfen mögen, zur eigenen entlastung. oder weil es so üblich ist, unvermeidbarer alltag. vor allem aber respektlos.

so war das immer, so war ich als kind. seit ich das erste mal unter einen tisch gekrochen bin zum schutz. so ist mir alles einzig geworden, als gäbe es keine weitere zeit in der enge. keine wirklichkeit, nicht für mich. so sind mir auch die dinge einzig geworden, die vor allem, von denen ich lange nicht glaubte, daß sie bleiben werden, bei mir. oder zu mir gehören, sogar mir gehören. könnten. wo war das. so geht es nicht weiter. nein!

wie ich die dinge liebe, ihre beständigkeit. ihr vertrauen in mich.

im bauen lebe ich. ich muß dinge entstehen sehen, wenn ich arbeite. egal, ob mit worten oder mit material. ich muß dinge gestalten, arbeitsabläufe zumindest in den eigenen händen halten.

anders gesagt: es wird sich etwas ändern müssen. dringend.


engl bei der arbeit

25. Februar 2016 - 01:02


selten im leben

17. Februar 2016 - 13:06

bei den aktuellen küchenumbauarbeiten erinnere ich mich nicht nur beständig an meinen vater, weil ihm das meiste werkzeug gehört hat, das ich benutze. weil er mir die dinge beigebracht hat, die ich jetzt tue. die meisten. ich greife auch auf werkzeug zurück, das mir gehört. das mir als kind schon gehört hat. kleine feilen und sägen, ein alter zollstock. das ist seltsam, denn es birgt in sich das ganze elend.

ich greife auf dinge zurück, die mein sind. dinge, die ich tun kann, und das ist selten. viel zu selten.


1,2,3 usw.

09. Februar 2016 - 00:10

man könne auch ein mrt vom kopf machen, meint die ärztin. einfach nur zur sicherheit. aber sie meint es nicht ernst, denn migräne ist auch nach 20 oder 30 jahren schlicht und einfach migräne. meistens nicht gefährlich, nur lästig. mehr als lästig derzeit. dazu kommen die wechseljahre, so ist das eben. auch das kann die frequenz erhöhen. wir lachen also und einigen uns darauf, das mit dem mrt zu lassen. im nachhinein denke ich: wäre vielleicht spannend gewesen. ein innenbild von meinem kopf.

das hirn, das mich ausmacht. das mich eines tages ausmachen wird. ich, hirntier, ich.

außerdem lese ich gerade arbeit und struktur am stück. endlich.