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koffer packen

28. Juni 2016 - 22:28

es stellt sich heraus, daß auch der kleine koffer genügt hätte. der große bleibt vergleichsweise leer. irgendetwas muß falsch gelaufen sein. irgendetwas eklatantes muß ich vergessen haben. dabei habe ich zwei badetücher dabei und zwei badeanzüge und zwei bücher, nun doch. wenn ich nur wüßte.

aber ich weiß wirklich nicht.


koffer packen

28. Juni 2016 - 01:52

ich versuche also, keine kamera mitzunehmen, schließlich gibt es ja instagram. und nur ein buch, weil ich in klagenfurt zu mehr eh nie komme. das eine also, das ich bis zur lesung mitte nächsten monats fertig gelesen haben will. da bin ich jetzt also gespannt und ein klein wenig zuversichtlich, zumindest was die kamera angeht.


komisch

15. Juni 2016 - 20:28

gestern war ich, nebenjobbedingt, in der oper. zu einer gänzlich unoperlichen zeit am frühen nachmittag, mitten in die bühnenbildbauphase hinein, auf eine kleine führung und saalbestuhlungsbesichtigung. nicht zum ersten mal im leben stand ich also auf einer großen, leeren bühne, theater von hinten sozusagen. wiewohl das womöglich auch vorne sein könnte, ich weiß es gar nicht. immer wieder eigenartig, diese position im leben, irgendwie verdreht.

ein geschiebe war das, ein gerumpel und gerufe. handwerk eben, werkzeug und werkstoff, präzision und improvisation. (gaffa tape.) ich liebe das, das maschinenhafte, diese grobheit in allem. das kalte licht, die höhe, die unermessliche größe. ich verstehe das, so muß es sein. das ist theater. wie gern wäre ich dort geblieben, als teil der maschine, ganz am rand, unsichtbar. wie gerne.

das würde mich glücklich machen.

ständig lag mir die frage auf der zunge, auf der spitze vorn: ich will hier arbeiten, an wen muß ich mich da wenden? (mein onkel, jahrzehnte ist das her, war als schreiner beim gelsenkirchener theater. ob das überhaupt noch gibt? ein theater? in gelsenkirchen? mit eigener werkstatt?)

doch das ist wohl utopie. ich bin zwar ausgebildetete handwerkerin, aber ich bin auch 53, und gestern waren da (fast) nur männer. (am wuchten.) schade. vor 20 jahren vielleicht, da hätte ich es noch mit denen aufgenommen.


ich lehne an einer wand und warte

08. Juni 2016 - 17:53

du bist ein schöner mann, aber ich habe nicht die kapazität, sagt mir eine frau im vorbeigehen.

gut, sie trug eine weinflache bei sich, schwankte ein wenig und schien insgesamt etwas desillusioniert. desorientiert. desolat. aber lachen mußten wir doch, beide.


sportlich

08. Juni 2016 - 13:08

zum frühstück im radio hören, wie zwei schriftsteller (ja, männlich.) zu ihrem sportlerdasein befragt werden. mehr als fünf stunden am stück intensiv schreiben könne man gar nicht, sagt der eine*, der offensichtlich zum ausgleich (oder was auch immer.) diverse olympischen disziplinen ausübt. man müsse ja auch das, durch das man sich da hindurchschreibt, irgendwie verarbeiten, sagt der andere.*

sie haben recht, beide. die fremden welten, in die man abtaucht, die bizarren situationen, die intensive erfahrung, jenseits des alltags, des eigenen ichs auch. ich kenne das. durchaus.

dennoch frage ich mich natürlich, wann und ob diese (mehr oder weniger, ich weiß auch das.) abgesicherten schreiber – elitäre schöngeister oder was? –  (noch?) daran denken, wie es ist, mit all dem nach der arbeit anzufangen. nach der fremdarbeit, wo der geist stundenlang durchgetaktet wird, was auch immer zu tun sein mag. nach der heimarbeit, die sich (wie das schreiben.) in den privatbereich, ins wohnbüro frißt, dort vor allem die schreibzeit ruiniert. nachhaltig. (schönes wort!)

wenn ich träume, träume ich von arbeit. von buchungssystemen und kreditkartendaten, vom schreiben über fremdthemen und dem ständigem kümmern und bekümmern. die miete, der strom, das netz. energie. essen und trinken nicht zuletzt. oder doch zuletzt? wenn ich nicht essen müßte, nicht schlafen …

jeden monat aufs neue. es gibt kein geld, nicht genug zumindest. es bleibt keine zeit für die ausweitung, die es zum schreiben bräuchte. die zeit vor dem schreiben. über wochen und monate ohne den eigenen geist, der (dennoch!) schreiben will. das ist eine ganz andere (sportliche?) herausforderung.

* grob aus dem gedächtnis zusammengefaßt.


03. Juni 2016 - 12:00

nachhaltige verzweiflung darüber, zu nichts zu kommen, keine schreibzeit zu finden. das gemüt zerfressen von erledigungen, geldbeschaffung und grundlegender menschlicher unzulänglichkeit.


hörend

29. Mai 2016 - 11:23

wer weiß? vielleicht ist es einfach nur, weil bald mein geburtstag ist und weil meine geburtstage mich zumeist infantilisieren. weil sie mich binden, zurückwerfen, mich quälen. im vorfeld. das kind, das ich war. die mutter, die ich kannte. das spiel, das uns getrieben hat. das mich ausmacht, bis heute, mich fasziniert. dieses ewige rätsel.

vielleicht ist es, weil erinnerungen die räume weiten. alle, auch die schrecklichen. sie öffnen die wege in das, was vergessen ist, was vorsorglich verborgen wurde. so rettet sich zartheit über die zeit.

vielleicht ist es aber auch, was andere schreiben und leben. wonach andere zu fragen wagen, nach geräuschen zu beispiel.

oder es sind die antworten, die der anderen -> #geraeuschederkindheit.

oder es sind die eigenen, am ende das eigene:

das geschrei der mutter draußen, vor der kinderzimmertür. das schweigen des vaters. der kleine bruder in todesangst. ich sprachlos, hilflos. die einzige, die älteste. ich bin zwölf. ich bin dreizehn vielleicht. ich bin kein kind. (tweet 26.5.16, extended)

die geschichte geht anders, sie ist länger, verdrehter. und es gibt viele geschichten. sie alle sind nur ein geräusch: das geschrei, in dem die welt erstickt. dieser lärm, der behauptet die welt zu sein.

nein!


jobbing

27. Mai 2016 - 12:03

so!

soeben die bewerbung auf einen job rausgeschickt, der offiziell gar nicht ausgeschrieben ist, der genau genommen also erst geschaffen werden würde. bedarf scheint aber vorhanden, der rest ist vitamin b usw. inhaltlich würde die geschichte anknüpfen an die langjährig ausgeübte tätigkeit in wtal, berufserfahrung ist also reichlich vorhanden. eigenartig irgendwie, ein zirkelschluß nach fast 12 jahren. aber womöglich gar nicht so schlecht. na, mal sehen.

(mit ein bißchen glück gäbs dann mal wieder wochenenden. mit tango und so. und paddeln. und anderem schönen zeugs. aber das nur am rande.)

ein klein wenig daumen drücken könnte nix schaden. vielleicht.


hallo wochenende

20. Mai 2016 - 12:11

heute ist wieder so ein tag. nach dem überraschenden nightlife-donnerstag sieht es jetzt dann also folgendermaßen aus: gegen 9 aufgestanden, gleich an den schreibtisch, um zügig anfallende emails zu verfassen und fertig bearbeitetes zeigs abzuschicken. zwischendrin private erledigungen, z. b. koordination der spülkastenreparatur, anschließend dann zur 6h-schicht ins fremdbüro. gegen 9 abends dann hoffentlich wieder am heimischen schriebtisch, um den zu schreibenden artikel vorzubereiten und schnell noch die texterfassung der anstehenden übersetzung zu erledigen. hoffentlich.

samstag dann frühschicht im fremdbüro.

sonst noch was?


zeit, es ist zeit

19. Mai 2016 - 17:28

so, die maschine läuft wieder*. spät ist das in diesem jahr, sehr spät. früher bin ich oft schon im märz wieder gefahren, einmal im februar, nach ronsdorf hoch, wo mein vater in der reha war. oben lagen noch schneefetzen, so ist das in wuppertal. wir saßen da, auf einer bank draußen und sprachen über den frühen frühling, den wir beide so lieben. jemand auf einen pferd kam vorbei und grüße von oben herab. es war sein letzter frühling.

dieses jahr will ich auf jeden fall die stadt ab und zu verlassen, rausfahren in dieses brandenburg zum beispiel. verspochen. die maschine ist in ordnung und der sprit erschwinglich, soweit ich weiß. wann also sonst?

* nur das rücklicht hatte irgendeine macke. ist noch nicht verlässlich bislang, das ist unschön.


08. Mai 2016 - 22:45

nachdenken über geld und zeit. und über die unfähigkeit, mein leben so zu organisieren, daß ich meine arbeit machen kann. trotzdem schreiben.

so gehen die jahre.


banal

08. Mai 2016 - 13:00

am meisten hasse ich das, zu dem ich selbst allzu leichtfertig und unwissend mitunter fähig bin. deshalb hasse ich wohl auch diese neunazis nicht, die sich nun allerorten zeigen. ich beschaue sie nur verwundert, verwirrt, ein wenig verstimmt vielleicht. und fassungslos. von weitem natürlich

das mag sich ändern, fürchte ich. und davor fürchte ich mich.


23. April 2016 - 00:15

dasitzen und starren, seit stunden jetzt. nichts finden können, keine gedanken, keine absichten, keine wünsche. nur gähnen zwischendrin, ein bißchen was essen. oder auch nicht. nach vier nächten mit höchstens vier stunden schlaf, dazwischen arbeit, arbeit, arbeit, ist das wohl kein wunder. erschöpfung, erholung. leere.

das klingt gut, wenn ich es jetzt so lese. während ich es tippe. leer sein. nichts mehr müssen, nichts anfüllen. nichts erledigen, nichts erleben. nicht einmal das. schluß damit.

ist aber schrecklich, weil so viel zu tun wäre. all die listen. ich hätte gerne mal wieder so etwas wie ein wochenende.