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17. Oktober 2014 - 11:00

es dauert eine weile bis ich realisiere, daß ich hier nun wohnen soll. ich scheine umgezogen zu sein, befinde mich in einen großen raum mit riesigen fensterfronten an wenigstens zwei seiten. der rest ist ein rätsel, es ist mir unangenehm. alles. hinter dem telefon, das an der wand festgebunden ist wie früher, sind die scheiben nach außen eingedrückt. so lassen sich die fenster nicht schließen, da sind risse im holz und weite lücken. alles ist naß, das macht mir angst. das ist beim auszug passiert, sagt eine nachbarin. schadenfroh, wie mir scheint. es war wohl  eilig, sagt eine andere nachbarin und lacht. es gibt kein entkommen, nur aufwachen. vielleicht.


14. Oktober 2014 - 17:59

langsam stellt sich wieder ein einigermaßen vertrautes körpergefühl ein. die lust auf essen hält sich noch deutlich in grenzen, der radikalentzug zeigt nachhaltig wirkung. einstweilen. zucker war bislang nur im kaffee, heute zumindest. abwarten.


14. Oktober 2014 - 11:00

träume von riesigen mimosenpflanzen in voller blüte und im licht. war das heute nacht oder gestern im propofolrausch?


13. Oktober 2014 - 17:09

erste narkose meines lebens, sehr interessant. als letztes WOW gesagt, glaube ich zumindest. weil das zeug so gebritzelt hat, unter der haut im gesicht. wo es doch gerade erst zum arm rein war. kann ich also jetzt verstehen, warum michael jackson das zeug so fatal geliebt hat. schlafen ohne widerstand, leben ohne erinnerung. (aber ich bin ja klug, ich weiß, daß keine droge ihr wunder zweimal schenkt. außer zucker natürlich.)

diagnose übrigens: keine. das heißt: alles gänzlich gesund. außerdem: insgesamt zirka 40 stunden, dabei fast 3 kilo verloren. naja.

jetzt: kaffee!


13. Oktober 2014 - 11:42

36 stunden jetzt. kein hunger, aber kreislauf. keine angst mehr.


12. Oktober 2014 - 16:42

interessante erfahrung, dieses nicht essen. seit 18 stunden jetzt. der hunger kommt nicht durch, wenn man viel, sehr viel dabei trinkt. aber der kopf fängt schnell an zu schweben.

schaue übrigens kochsendungen während der allmählichen aushungerung, zum mentalen ausgleich sozusagen.


kausal

10. Oktober 2014 - 11:54

so wie neid nichts mit mißgunst zu tun haben muß und ordnung nicht zwingend mit sauberkeit einhergeht, so besteht auch zwischen angst und dummheit kein grundlegender zusammenhang.


weiter

10. Oktober 2014 - 11:30

wenn der ganze scheiß hier vorbei ist, am montag, dann belohne ich mich mit weiterschreiben.

versprochen.


elefanten

09. Oktober 2014 - 20:06

unfähig irgendetwas anderes zu tun, schaue ich fern, es läuft eine alte star-treck-folge. das ist so etwas wie bonanza.

„wir verlieren plasma“, sagt einer der untergeordneten gesellen auf der brücke. die lichter flackern, das bild wackelt und schwankt, alle halten sich am mobiliar fest. „schilde auf 60%.“ dann 40, dann 20, dann: „schilde sind down.“ ich erinnere mich an mein erschrecken damals, jedesmal wenn das geschah. weniger wegen der gefahr, irgendwo draußen im all, unsichtbar zumeist, als vielmehr wegen der schwindenden energie. es ging zwar immer weiter, folge um folge. alles wurde wieder gut. aber niemand sagte jemals etwas dazu, wie es dazu kam. wieso die energie plötzlich wieder da war.

ich glaubte wohl nicht an regeneration. damals war ich überzeugt davon, zwangsläufig aufgebraucht zu werden. tag für tag ein wenig mehr.


1,2,3 usw.

09. Oktober 2014 - 18:00

kleine exkursion in die angst dieser tage. ich sitze da und warte, so kenne ich das. mehr ist kaum möglich, ich weiß es nicht besser.

was mir nicht bewußt war bislang: neben der angst geschlagen und angeschrien zu werden, beständig beleidigt und gedemütigt, gibt es da ein weiteres. die angst, gefangen zu werden, festgesetzt zu sein. abhängig von denen, die die schlüssel haben und das sagen. weil ich bin, was ich bin. weil ich das nicht ändern kann, nicht ändern will. das wußte ich als ich diese liege sah, beim arzt neulich, mit den gittern an den seiten. als ich mich fragte, ob ich dort festgeschnallt werden würde und diese frage – natürlich – sofort wieder verwarf. niemand wird das tun.

auch damals nicht. als es immer wieder hieß, daß ich mal wo hinmüsse, weil das nicht normal sein könne, also ich, weil ich nicht normal sei. auch damals hat sich niemand das umzusetzen gewagt. doch die so entstandenen visionen von irrenhäusern und klapsmühlen, von gefangen genommen werden, eingesperrt und festgeschnallt, haben sich gut abgehangen gehalten. bis hierher offensichtlich, wo ich mich gut versteckt halte. vorsichtshalber, immer noch.

dieses anders sein und nicht anders sein dürfen. das sich ausgewachsen hat zu einen nicht sein dürfen. partiell zumindest.


07. Oktober 2014 - 19:48

angst gründet sich weit weniger in der furcht vor dem, was geschehen könnte oder wird. eher wächst sie aus dem, was bereits geschehen ist.


1,2,3 usw.

07. Oktober 2014 - 18:57

morgendliche blutentnahme wegen des medizischen scheißtermins am kommenden montag. ich weiß nicht genau, wozu das, ich frage auch nicht. ich lasse mich anzapfen, einfach so. fragen habe ich mir abgewöhnt in dieser medizinmaschine. fragen, was sache ist, um eigene entscheidungen treffen zu können. lächerlich!

ob die frau, die mir die nadel in den arm sticht, ärztin ist oder nicht, entzieht sich meiner kenntnis. auf ihrem kittel steht so etwas, aber ich frage ja nicht. sie läßt mir auch nicht viel raum, spielt stattdessen selbst ein wenig mit offensichtlich umherschwingenden imaginationen. weil sie meinen helm gesehen hat, berichtet sie mir großflächig von diversen motorradunfällen, konkret geht es zunächst um einen todesfall gestern auf der stadtautobahn. (nix von gehört. ich sage oder frage aber nichts dazu.) dann kommt die gute, während sie das zweite röhrchen an die kanüle in meinem arm stöpselt, auf ihren sohn und einen freund zu sprechen. wie sie einem der beiden, der, der durch die heckscheibe eines autos geflogen war, irgendetwas an der halsschlagader zugedrückt. und so weiter. ich mag nicht weiter ins detail gehen.

nur eines noch. „damit er nicht ausblutet.“ so sagte sie dazu.

ihr zugute sei gehalten, daß deutsch, mit schwerem akzent gesprochen, eindeutig nicht ihre muttersprache zu sein schien, ihr also möglicherweise das wortfeld rund um »ausbluten«, das doch in erheblichem maße mit «schlachten« konnotiert ist, nicht bekannt sein mag. dennoch weiß ich jetzt nicht so recht, was ich davon halten soll. wie diese praxis einschätzen, die ich bislang noch nicht besucht habe. wie auf den zugehörigen arzt vertrauen, den ich bislang nicht einmal zu gesicht bekommen habe.

kann man so leben? überleben? so etwas?

keine chance, das herauszubekommen. ohne worte, ohne fragen. so ist sie, diese maschine. spricht in rätseln zu mir, in blutigen sogar. und jetzt fällt mir auch wieder ein, was es mit der entnahme meines blutes heute auf sich hatte. es geht um die bestimmung des gerinnugsfaktors, glaube ich. von wegen »ausbluten« und so.


grundlegend

04. Oktober 2014 - 00:16

vorwiegend herumgespielt heute, mit sonne, wärme und dazu diese welt, die die meine ist. darüber geredet auch, zeitgleich, was einer kleinen überraschung gleichkommt. oder einer großen. dazu mein name, mit dem sich ebenfalls trefflich spielen läßt. und der ja nicht zuletzt auch de facto nicht von schlechten eng(e)ln ist.

es sind die besseren zeiten, die nun kommen. endlich. alles ist gut.