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kausal

10. Oktober 2014 - 11:54

so wie neid nichts mit mißgunst zu tun haben muß und ordnung nicht zwingend mit sauberkeit einhergeht, so besteht auch zwischen angst und dummheit kein grundlegender zusammenhang.


weiter

10. Oktober 2014 - 11:30

wenn der ganze scheiß hier vorbei ist, am montag, dann belohne ich mich mit weiterschreiben.

versprochen.


elefanten

09. Oktober 2014 - 20:06

unfähig irgendetwas anderes zu tun, schaue ich fern, es läuft eine alte star-treck-folge. das ist so etwas wie bonanza.

„wir verlieren plasma“, sagt einer der untergeordneten gesellen auf der brücke. die lichter flackern, das bild wackelt und schwankt, alle halten sich am mobiliar fest. „schilde auf 60%.“ dann 40, dann 20, dann: „schilde sind down.“ ich erinnere mich an mein erschrecken damals, jedesmal wenn das geschah. weniger wegen der gefahr, irgendwo draußen im all, unsichtbar zumeist, als vielmehr wegen der schwindenden energie. es ging zwar immer weiter, folge um folge. alles wurde wieder gut. aber niemand sagte jemals etwas dazu, wie es dazu kam. wieso die energie plötzlich wieder da war.

ich glaubte wohl nicht an regeneration. damals war ich überzeugt davon, zwangsläufig aufgebraucht zu werden. tag für tag ein wenig mehr.


1,2,3 usw.

09. Oktober 2014 - 18:00

kleine exkursion in die angst dieser tage. ich sitze da und warte, so kenne ich das. mehr ist kaum möglich, ich weiß es nicht besser.

was mir nicht bewußt war bislang: neben der angst geschlagen und angeschrien zu werden, beständig beleidigt und gedemütigt, gibt es da ein weiteres. die angst, gefangen zu werden, festgesetzt zu sein. abhängig von denen, die die schlüssel haben und das sagen. weil ich bin, was ich bin. weil ich das nicht ändern kann, nicht ändern will. das wußte ich als ich diese liege sah, beim arzt neulich, mit den gittern an den seiten. als ich mich fragte, ob ich dort festgeschnallt werden würde und diese frage – natürlich – sofort wieder verwarf. niemand wird das tun.

auch damals nicht. als es immer wieder hieß, daß ich mal wo hinmüsse, weil das nicht normal sein könne, also ich, weil ich nicht normal sei. auch damals hat sich niemand das umzusetzen gewagt. doch die so entstandenen visionen von irrenhäusern und klapsmühlen, von gefangen genommen werden, eingesperrt und festgeschnallt, haben sich gut abgehangen gehalten. bis hierher offensichtlich, wo ich mich gut versteckt halte. vorsichtshalber, immer noch.

dieses anders sein und nicht anders sein dürfen. das sich ausgewachsen hat zu einen nicht sein dürfen. partiell zumindest.


07. Oktober 2014 - 19:48

angst gründet sich weit weniger in der furcht vor dem, was geschehen könnte oder wird. eher wächst sie aus dem, was bereits geschehen ist.


1,2,3 usw.

07. Oktober 2014 - 18:57

morgendliche blutentnahme wegen des medizischen scheißtermins am kommenden montag. ich weiß nicht genau, wozu das, ich frage auch nicht. ich lasse mich anzapfen, einfach so. fragen habe ich mir abgewöhnt in dieser medizinmaschine. fragen, was sache ist, um eigene entscheidungen treffen zu können. lächerlich!

ob die frau, die mir die nadel in den arm sticht, ärztin ist oder nicht, entzieht sich meiner kenntnis. auf ihrem kittel steht so etwas, aber ich frage ja nicht. sie läßt mir auch nicht viel raum, spielt stattdessen selbst ein wenig mit offensichtlich umherschwingenden imaginationen. weil sie meinen helm gesehen hat, berichtet sie mir großflächig von diversen motorradunfällen, konkret geht es zunächst um einen todesfall gestern auf der stadtautobahn. (nix von gehört. ich sage oder frage aber nichts dazu.) dann kommt die gute, während sie das zweite röhrchen an die kanüle in meinem arm stöpselt, auf ihren sohn und einen freund zu sprechen. wie sie einem der beiden, der, der durch die heckscheibe eines autos geflogen war, irgendetwas an der halsschlagader zugedrückt. und so weiter. ich mag nicht weiter ins detail gehen.

nur eines noch. „damit er nicht ausblutet.“ so sagte sie dazu.

ihr zugute sei gehalten, daß deutsch, mit schwerem akzent gesprochen, eindeutig nicht ihre muttersprache zu sein schien, ihr also möglicherweise das wortfeld rund um »ausbluten«, das doch in erheblichem maße mit «schlachten« konnotiert ist, nicht bekannt sein mag. dennoch weiß ich jetzt nicht so recht, was ich davon halten soll. wie diese praxis einschätzen, die ich bislang noch nicht besucht habe. wie auf den zugehörigen arzt vertrauen, den ich bislang nicht einmal zu gesicht bekommen habe.

kann man so leben? überleben? so etwas?

keine chance, das herauszubekommen. ohne worte, ohne fragen. so ist sie, diese maschine. spricht in rätseln zu mir, in blutigen sogar. und jetzt fällt mir auch wieder ein, was es mit der entnahme meines blutes heute auf sich hatte. es geht um die bestimmung des gerinnugsfaktors, glaube ich. von wegen »ausbluten« und so.


grundlegend

04. Oktober 2014 - 00:16

vorwiegend herumgespielt heute, mit sonne, wärme und dazu diese welt, die die meine ist. darüber geredet auch, zeitgleich, was einer kleinen überraschung gleichkommt. oder einer großen. dazu mein name, mit dem sich ebenfalls trefflich spielen läßt. und der ja nicht zuletzt auch de facto nicht von schlechten eng(e)ln ist.

es sind die besseren zeiten, die nun kommen. endlich. alles ist gut.


27. September 2014 - 11:58

nachts im schlaf zeit und raum verloren. wissend zwischen traum und wach gesteckt, festgesteckt. keine ahnung, wie lang. nichtwissend, was das ist, was ich dort sehe. schreien wollen und nicht können, kein körper vorhanden. (mich aber grunzen hören und das zucken fühlen, irgendwo.) aufwachen wollen und auch das nicht können. (denken: das ist doch kein traum, nein, das bin ich.) dabei weiter schreien und zucken, kein vor, kein zurück. das ist leben.

zurückfinden schließlich, mich wiederfinden, ganz links in meinem bett, auf der freien seite. auf der seite liegen, alles ist still, einfach liegenbleiben. dürfen und können, das nennt sich frieden. mir für einen moment einen menschen wünschen. keine worte, keine fragen, keine erklärungen. (solche menschen gibt es nicht?) dann weiterschlafen. allein.

am morgen weckt mich ein elektronisches geräusch, das ich sofort als irreal identifiziere. es ist in meinem kopf, nur dort. ich kenne das. ich verstehe es nicht.


wind

24. September 2014 - 00:14

viel los dieser tage. die neue zusätzliche arbeit – nicht im heimbüro sondern in einem fremdbüro – bringt mit dem frischen wind auch die zwangsläufig dazugehörige unruhe und nervösität. dazwischen das riesenmeditationsevent am wochenende, bei dem ich eher bei der registrierung geholfen, essen geschleppt und verteilt und nach den zu garderobenmarken passenden jacken, mänteln, rucksäcken und rollkoffern gefahndet als gesessen habe. anstrengend und überraschend, am sonntag abend lag ich kurzfristig zu boden, um den kreislauf schnell mal zu rebooten. das hatte ich lange nicht mehr. viele menschen also und dementsprechend viel zu lernen.

alles in allem noch völlig unzusammenhängendes zeug, das mich ebenso fordert, wie es mir auch den raum nimmt. das wird wieder, ich weiß, doch an schreiben zum beispiel ist derzeit nicht einmal zu denken. das quält, das kst nicht gut. aber tango, tango geht natürlich. tango geht immer, wenn tango geht. daran soll es keinen zweifel geben.

ob das reicht?


wortzen

19. September 2014 - 23:00

lyrik -> # nackt # leicht

prosa -> weiß ich grad nicht. wird schon werden, wird sich zeigen.


im grunde immer

18. September 2014 - 23:33

gedichte schreiben, manchmal kommt mir das vermessen vor. vielleicht weil man es nicht messen kann, den wert nicht berechnen. dabei ist es doch das lyrische, das strenge chaos darin, was wirklich zählt.

immer schon. so ist dann wohl auch klar, warum ich so arm bin, so reich. im grunde.


warum glücklich

16. September 2014 - 13:59

… dass ich eine andere Geschichte geschrieben habe, mit der ich leben konnte. Die andere war zu schmerzhaft. Die andere hätte ich nicht überlebt.

mitten hinein in die verlorenheit dieser tage trifft das endlich spontan bestellte buch ein. an einem verpackungszipfel hängt es aus dem briefkasten, als wollte es ausgekotzt werden, fällt es mir fast entgegen. antiquarisch, aber wie neu. ungelesen. auf den ersten seiten schon steht mir der atem im hals. es geht ums überleben. und man kann es sagen, wenn es sein muß.

warum nicht.

Jeanette Winterson, Warum glücklich statt einfach nur normal?


14. September 2014 - 11:19

auf einmal ist in meiner wohnung alles naß. als wir die vorhänge beiseiteschieben, sehen wir, daß wasser aus den wänden dringt und dann an ihnen herunterläuft. viel wasser, ich bin ratlos. keine möglichkeit, weiterzuträumen.