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wortzen

15. August 2014 - 23:00

lyrik -> # sitzen und singen # ein sommer, ein regen

prosa -> pause gemacht, ende letzten monat schon, also länger als erwartet. aktuell auf der suche nach dem wiedereinstieg. sehr aktuell.


reparieren

14. August 2014 - 19:56

fahrradflicken, der klassiker. das, was ich als kind zuerst allein zu erledigen gelernt habe. so dachte ich eben, bin aber nicht sicher, ob das stimmen kann. vermutlich habe ich schon vorher sachen zusammengeklebt oder festgenäht, irgendwie. trotzdem. ich erinnere das erlernen eines komplexen vorgangs, verbunden mit diversen kraftanstrengungen. ich erinnere so manchen fehler, den ich damals einmal oder mehrfach gemacht habe, aber jetzt nicht mehr. jetzt kann ich es.

ich kann nicht nur das loch finden und flicken, ich kann auch den fehler im system aufspüren und damit die ursache beseitigen. grünes glas diesmal, ein feiner splitter, steckte tief im mantel fest. hat sich somit erledigt. ich lasse ihn heute nicht mehr drin und lasse damit zu, daß er weitere löcher sticht, eines neben dem anderen, die dann neuer pflege bedürfen. ich suche auch nicht mehr ungeschützt, mit bloßen händen danach und reiße mir so die haut auf. ich suche mit den augen, der lesebrille neuerdings, wie ich das loch meist mit den ohren finde, mit der haut auch, gar nicht unbedingt im wasser.

wasser kommt oft ganz zuletzt, nur zur sicherheit. vielleicht. wasser ist unklar, im wasser verliert sich jede strategie. wasser ist das ende der reparatur.

im wasser beginnt die heilung.


14. August 2014 - 01:04

zum ersten mal tango in der strandbar mitte, leider ziemlich verregnet. ein recht kleiner, recht grober holzboden, umgeben von ein paar tischen, ein paar treppen und einem weg am wasser. viele zuschauer überall und ein paar könnerpaare auf der tanzfläche. dazwischen irgendwo ich, darunter eher, keine besondere könnerin, traue ich mich trotzdem, ein wenig zumindest. den rest der zeit schaue auch ich.

ein tänzer ist da, der seine tänzerin anschaut, wie ein stierkämpfer seinen stier. ich weiß ja nicht.

auf dem rückweg, voll verregnet, denke ich mehrfach: was, wenn ich jetzt einen platten habe? auf dieser strecke? bei diesem regen? da möchte ich nicht gern laufen und schieben. dann habe ich plötzlich einen hinterradplatten, zum glück erst kurz vor neukölln. und zum glück nur am fahrrad, da hab ich dann morgen wieder was zum reparieren. da freue ich mich doch.

und es regnet immer noch.


13. August 2014 - 00:43

befinde mich im reparatur- und sortiermodus, schaffe platz und ordnung um mich herum. systemveränderungen, so könnte man sagen, aber das ist vielleicht ein wenig viel. verschobene wertigkeiten, das paßt wohl besser. was immer mir unmittelbar erreichbar ist, muß gerade möglicherweise dran glauben.

das macht spaß, immer wieder, wenn es passiert. auch daß das küchenradio nun wieder reibungslos funktioniert, die fernsehsender sinnvoll sortiert und bücher umgeschichtet sind, diverse schrauben angezogen udn scharfe kanten abgeschliffen, einge haken und ösen sitzen endlich auch wieder fest.

ich befinde mich wohl, könnte man sagen. und das ist nicht wenig, das ist viel.


elefanten

10. August 2014 - 22:44

die umstrukturierung meines tv-empfangsystems hat mich mit überraschend mit ganz neuen programmen zum nächtlichen herumzappen ausgestattet. dabei auch etwas, das sich sat.1 gold nennt, und offensichtlich ein ableger von sat.1 ist. jedenfalls gibt es dort längst verbrauchte talkshows in wiederholungsschleife und alte serien, zum teil sehr alte serien. so landete ich kürzlich nachts mitten in einer bonanzafolge, auf der ponderosa meiner frühen kindheit also.

little joe hatte schwierigkeiten mit seinem lieblingsgewehr, das ihm abhanden gekommen war. genaugenommen war er auf einen felsen geklettert und hatte es docht noch höher hinauf geworfen, warum auch immer. anschließend traute sich dort nicht mehr weiter hoch, soweit das dilemma. es war sehr lustig, das wiederzusehen, diese plumpe schauspielerei, die starren dialoge und die irre musik. unglaublich, beschämend schlecht, was mich damals in seinen bann gezogen, mich fasziniert und tief beschäftigt haben muß.

tatsächlich hat es meine welt geformt, zu einer zeit als ich von welt noch nichts wußte. in einer szene, in der little joe mit seinem bruder hoss nicht ritten, wie man in einer westernserie meinen könnte, sondern mit einem pferdewagen durch die prärie fuhren, kam mir weit entfernt, kaum fassbar im grunde, die erinnerung an spielszenen, die ich daraufhin entwickelt haben muß. mit spielzeugautos anstelle von kutschen, die auf den mustern des heimischen teppichs umherfahren. mit sand im sandkasten, mit grasbüscheln auf der wiese, mit steinen und stöcken und stimmen, in denen die eigenen szenen sich belebten. an die erinnere ich mich nicht. es ist die erinnerung an eine erinnerung, ein hauch nur, das ist alles.

das ist genug. die erinnerung an sein, an kindsein. die erinnerung an existenz und leben, grundlegend, wie es sich bewegt, diese unglaubliche sensation, nicht nur der körper, nicht im körper im grunde. wie sich alles bewegt, allein durch wahrnehmung und denken, durch herumspinnen und träumen. dieses innere ausweiten, ausloten, vertiefen, dessen menschen fähig sind, selbst kinder schon. gerade die kinder.

heute wird mir besonders gerne, mit großer freude mitunter, vorgeworfen, ich hätte nichts aus meinem leben gemacht, aus meiner kraft, meinem potential, aus dem, was mir geschenkt ist. ich bin nicht und war nie besonders erfolgreich, das stimmt. vermutlich, vielleicht. auf den ersten blick. ich selbst werfe mir das vor, viel zu oft womöglich, ein recht dazu habe ich nicht, ich weiß, daß ich beschenkt bin. mit der gabe, mich zu erinnern, tiefer und weiter als die meisten. ich bin ein elefant.

und ich möchte nicht tauschen mit denen, die erfolgreich sind im vergessen. niemals.


zugewinn

10. August 2014 - 17:37

trotz meiner nachhaltigen weißhaarigkeit und diversen anderen, deutlich sichtbaren alterserscheinungen, bin ich bislang noch niemals als alt gebashed worden. was möglicherweise daran liegt, daß man, wenn ich auf dem mottorad unterwegs bin, nicht wirklich viel von mir sieht. dennoch prangere ich das an, ist es mir doch seit jeher ein tiefes bedürfnis, endlich meinem wahren alter ein klein wenig näher zu kommen, ihm quasi entgegenzuwachsen im leben. was letztendlich für alle beteiligten ein gewinn sein dürfte.


09. August 2014 - 00:06

zum krönenden abschluss des tages schnell noch klebrigen sambuca über die fernbedienung gekippt. die anschließend prompt nicht mehr funktionieren wollte, mußte sie mit einer schnellen dusche, einem fön und schließlich mit einer flink durchgeführten operation retten. jetzt funktioniert sie besser als vorher. so findet der tag einen überraschen erfolgreichen abschluß.


08. August 2014 - 23:58

auch heute wieder: viel gearbeitet und kein wort geschrieben. muß eben auch mal sein, das mit dem geld. das ist sogar gut derzeit, sehr gut. aber der text wartet und rumort in mir, vermute ich. morgen sollte ich mich disziplinieren, mich dazu zwingen, wenn es anders nicht will.

ansonsten kleine punkte auf der liste abgehackt, einer davon brenzlig. zahnarzt in zehn tagen. alles andere, ebenfalls brenzlige verharrt noch, regungs- und ratlos. abwarten.


08. August 2014 - 11:35

ich komme in den klassenraum, zu spät, was nicht meine art ist. weil ich wissen will, wer ihr seid, sagt die lehrerin da gerade. ich beuge mich vor, zu ihr hin und sage, frage: als ob sie wissen wollen würden, wer ich bin? die lehrerin reagiert nicht, macht einfach weiter, ohne mich überhaupt zu sehen. auf einmal verlassen alle den raum, als wäre es so geplant. nur ich weiß von nichts. immer zu spät, denke ich beim aufwachen.


kofferfarben

07. August 2014 - 20:34

der auf dem weg nach klagenfurt zerdepperte neue koffer ist nach der ordnungsgemäßen abgabe zur reparatur nicht zu mir zurückgekehrt. das ist wohl in ordnung so, wenn eine reparatur unmöglich oder zu aufwendig ist, dann wird ersatz gestellt. steht so im kleingedruckten unserer allgegenwärtigen hauruckundwerfwegkultur. irgendwie bin ich auch gut weggekommen, der neue ist objektiv betrachtet sogar besser. das material flexibler, also nicht so stoßanfällig, die rollen leiser und stabiler auf den ersten blick, der innenraum deutlich flexibler gestaltet. sogar die marke ist mir bekannt, der vorgänger war eher ein nonamevertreter.

allein, er ist blau, der neue. das blödeste plastikblau, das man sich vorstellen kann. das ist – nach pink, versteht sich – so ziemlich das letzte, das ich mir als kofferfarbe aussuchen würde. als farbe überhaupt, und es glänzt auch noch, dieses blau.

seit ein paar tagen steht er nun da, mein neuer koffer, und ich versuche, an ihm vorbeizusehen. ist doch gut so, rede ich mir ein. hatte ich nicht über den vorgänger, den antrazitfarbenen gejammert, den ich auf dem flughafengepäckband unter all den anderen antrazitfarbenen koffern niemals auf anhieb würde herausfischen können? da paßt blödes blau doch ausgezeichnet. das hilft aber nicht, so ganz und gar nicht. ich bin eigen, was die dinge in meinem leben angeht. ich suche sie mir selbst aus, ich wähle formen und funktionen mit bedacht. und farben eben auch.

gestern ist mir das ding plötzlich trotzdem in mein herz gehüpft. ich weiß nicht warum, auf einmal mag ich seine häßlichkeit, bin richtig verliebt und werde sie mit großem stolz hinter mir her rollern, wann immer sich die gelegenheit bietet. was ja nicht allzu oft ist. und die farbe? nun ja, nichts in meiner umgebung hat eine solche färbung, es muß also kofferfarben sein.


07. August 2014 - 00:03

ein trauriger tag, der mit whisky und schokolade ausklingt. bitter mit orange, paßt gut zu der rauchnote im glas.

sterben müssen wir alle. das ist nicht neu.


06. August 2014 - 12:10

besser, aber nicht gut, noch nicht. es ist sommer, es ist warm und weit überall. das immerhin ist mir wieder erkennbar, da draußen. was also kümmert es mich, wenn die dinge nicht so wollen, wie sie sollen. was soll überhaupt dieses sollen?

doch ich bin disziplinlos, das stimmt. ich mache nur meine arbeit, verdiene miete und brot, mehr aber nicht. kein schreiben und auch die persönlichen kleinen weichenstellungen, notwendige artzterminierungen und das angehen der telefon&netz-kostenreduzierung, liegen brach und zerren heimtückisch an den nerven.

das wird, das muß sich ändern. morgen.


05. August 2014 - 23:34

eigenartig uninspirierter tag heute, träge und schwer. so ist es eben, wenn die dinge nicht funktionieren. wenn einfach nichts ineinandergreift, stattdessen alles danebengeht, wo es nur kann. früher hätte ich diese art von mißlingen auf hormonelle umschwünge geschoben und einfach auf den nächsten tag gehofft. heute weiß ich nicht mehr, ob und wo meine hormone schwingen oder torkeln oder was auch immer. nicht einmal darauf ist verlaß. trotzdem ist morgen natürlich ein neuer tag. ob mit oder ohne hormone.