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archiv: Dezember 2004


wip – fünfte zwischenbilanz

24. Dezember 2004 - 06:12

nicht allzuviel viel geschafft heute, so ist mein subjektiver eindruck. ich bin aber doch ganz durch das bisherige material gedrungen. damit sind jetzt 46 seiten als vorläufig fertig ausgedruckt. erste rohversion, mehr nicht. da gibt es vor allem noch montagearbeit zu leisten, die chronologie ist doch arg aufgeschüttelt und durchgerührt. so, wie ich derzeit einfach drauflosschreibe. trotzdem: ein ganz schöner packen.
jetzt muß ich also weiterspinnen. eine angenehme arbeit, manchmal zumindest. im moment weiß ich aber nicht recht. die zweifel, immer diese zweifel. es immer auch ein wagnis, sich ins freie feld zu begeben. dahin, wo erst einmal nichts ist. und suchen.
gestern nacht hatte ich immerhin einen augenblick lang die absolute gewissheit, daß da noch so unglaublich viel ist, zu sagen und zu schreiben, daß das alles überhaupt kein problem werden kann. na, mal sehen. immerhin gibt es ja auch schon mal schwierigkeiten mit der auswahl.
es sind also entscheidungen zu treffen. ohne frage. aber es ist ja nicht so, daß ich damit jemals probleme gehabt hätte. (nein, wirklich nicht!)
also abwarten. und weiter im text. notizen machen nicht vergessen. das hab ich in den letzten tagen schleifen lassen, und das rächt sich bereits ein wenig.

wip – vierte zwischenbilanz

23. Dezember 2004 - 11:15

vorgedrungen bis seite 44, ausdruck bis seite 39 = erste überarbeitung abgeschlossen. morgen weiter. (es sind keine normseiten, wie ich eben erst bemerkt habe, 34 statt 30 zeilen. naja. ;-)

wip – tag/nacht/werk

23. Dezember 2004 - 07:21

arbeitsscheu heute. es wurde schon fast wieder dunkel, bis ich endlich an den text bin. das ist im grunde kein guter ansatz. dennoch: es flutscht, ohne große probleme. drei stunden, drei seiten. was will ich mehr? da geht schließlich noch was, heute, der tag, besser die nacht, ist ja noch lang.
und dann sind da auch seltsame zweifel, immer wieder, ganz weit hinten. das kann doch nicht sein, daß es einfach immer so weitergeht? so leicht, so schnell. wo ist denn der haken?

alte heimat?

23. Dezember 2004 - 03:40

laurentiusplatz?

heimat 3 (4)

23. Dezember 2004 - 02:58

gelungen, ohne frage. bestens!
herrmann, der hausmann, läuft panisch los zum frustshoppen, weil arbeitstier clarissa nicht lange bleiben kann. na gut, es ist auch eifersucht im spiel. und die beerdigung erst. als anton, der kopf des klans, stirbt, weiß keiner, was zu tun ist. dementsprechend ist das ergebnis. zum totlachen, obwohl man sich das trotz allem verkneift. so nah ist man am geschehen. kopflos halt, die ganze sippe. nur ernst weiß noch, was zu tun ist. der wird überhaupt immer besser. nicht bitter, nur klar. er sagt die vielen dinge erst gar nicht, die zu sagen ohnehin nur der verschleierung dienen. er macht sofort den punkt, ohne umschweife. das gefällt mir.
seltsam ist, daß soviel stoff ‘verschenkt’ wird. der unfall: verbal abgehandelt. spurlos? lulu: hat ein kind von dem toten. auch nur am rand erwähnt. gunnar: wo ist gunnar geblieben? ich könnte mir vorstellen, daß es auch hätten 12 folgen werden können, so wie die zweite heimat. (oder sind das 13?) schade eigentlich.
auch daß das geschehen inzwischen chronologisch längst in ‘meiner’ zeit angekommen ist. also real erlebte, konkret erinnerte zeit. erwachsenenzeit. das ist seltsam. den hunsrück, der jetzt zu sehen ist, den kenne ich. die politik, die abrüstung, die wendefolgen im westen. auch an das erwähnte erdbeben erinnere ich mich. lisa ist hochgeschreckt und aus dem bett gehüpft, nachts, dann mitten im zimmer auf dem teppich hocken geblieben. irritiert hat sie um sich geguckt, starr, als wäre ihr klar, daß eine weitere flucht nicht möglich ist. dann erst ging es los, das rumpeln und rollen.

wip – dritte zwischenbilanz

22. Dezember 2004 - 09:16

nicht viel heute, drei seiten vielleicht. dafür ist jetzt arbeit mit papier und bleistift angesagt. immer wieder eine entspannung. korrektur und überblick. weiter dann morgen.

abschiedszeit

22. Dezember 2004 - 06:34

mögen die anderen feste feiern oder beten, meinetwegen. mögen sie um die bäumchen tanzen oder um die packpapierberge. mir ist diese zeit abschiedsabenteuer, wie immer. tage, die ich zuhause verbringen werde, schreiben und glotzen, mehr nicht. das ist doch mal was. das war nicht immer so, in den letzten jahren. da gab es schlimmeres. und ganz nebenbei werde ich erkennen, zwangsläufig, was alles verloren gegangen ist. unwiederbringlich.
nein, das macht nichts. das hilft nur, das übt.
brich mir das herz, allah, daß platz wird für grenzenlose liebe. (wo hab ich das nur geklaut und mir wieder nicht die quelle gemerkt?)

wip – mit leichtigkeit

21. Dezember 2004 - 10:14

gerade noch einmal ein paar abschnitte gefetzt, etwa eine seite. diese leichtigkeit ist dermaßen ungewohnt und neu, daß sie mich fast erschreckt. 37 seiten inzwischen, die letzen zwei aber nur fragmentarisch. sechs ‘kapitel’ noch, eigentlich eher absätze, die ich aber durchnummeriere. das alles muß noch ausgeleuchtet werden, das heißt es wird wachsen. deutlich. darunter der chrissieteil. das macht masse, mehr als zehn. ich bin sicher.
ist das zu fassen?

nachlese, 19.12.

21. Dezember 2004 - 08:58

sonntagabend im wedding, da war ich bis jetzt noch nie. aber man liest ja so einiges. andererseits, was soll mich schocken, seit ein paar monaten wohne ich in neukölln. tags, abends und sogar nachts. geht schließlich auch.
es ist kalt draußen. das ist kein grund.
lesung ist immer gut. soviel lesung gab es in wtal nie. täglich könnte ich hier irgendwo zu einer lesung. das schaffe ich gar nicht, schon allein finanziell. warum also dieses blogding? ausgerechnet. ist das meine welt?
bloglesungen sind so etwas wie familientreffen, muß ich schnell feststellen. große familientreffen, solche, wo man selbst die eigenen verwandten nicht erkennt. oder die namen nicht mehr weiß. so werden dann höflich aber bestimmt vorstellungsrunden absolviert. weißt du noch, kennst du doch, onkel bov und tante don. klar doch, kenn ich. nie gehört. die stattkatze (scharzes schaf der familie? – wie komme ich denn jetzt darauf? – die lederhose?) guckt mich an, ganz direkt, einen augenblick lang. als wüßte sie, wer ich bin. was aber nicht sein kann. es ist gerade erst ein paar sekunden her, daß ich mitbekommen habe wie – neben ein paar anderen, mir gänzlich unbekannten urls – auch auf sie gezeigt wurde. seltsam, denn wir kennen uns ja doch, irgendwie. ich könnte also, wenn ich wollte. tu ich aber nicht. wie auf einem familientreffen eben, da passe ich auch nie wirklich. weil es mir nicht paßt.
also höre ich im folgenden zu. frage mich dabei, ob man aus blogs lesen muß, ich meine vorlesen. sind sie dazu da? aber wozu überhaupt? eine mischung aus popliteratur und poetry slam, denke ich nach einer weile. ich lache, hin und wieder. manchmal nur, weil mich an dinge erinnere. das kenn ich, das war bei mir auch so. warum hab ich das noch nie aufgeschrieben? da muß ich eben lachen. manchmal lache ich, weil es so lächerlich ist. verzeihung, aber banalität war auch dabei. zuviel, für meinen geschmack. anderes trifft tief. das vollverklinkerte rüttenscheid. ja! das ist essen, da bin ich geboren. ich erinnere mich. bruder parka sei dank. da könnte ich glatt mal wieder in radiergummis beißen wollen.
später sitze ich da, mit den beiden, mit denen ich gekommen bin. schwester fragmente und cousine modeste unterhalten sich über literatur. es ist mir zu laut, um wirklich mitreden zu können. zu verraucht, um mich an alkohol zu wagen. der migräneschädel warnt inständig. zum glück. obwohl das vielleicht geholfen hätte, für den moment.
die berliner blogszene (sagt man so?) scheint mir vorwiegend aus jungen männern zu bestehen. oberflächlich und banal? nein, das wäre ein vorurteil. vermutlich. aber kaum jemand ist so alt wie ich. denke ich. besonders die frauen, könnten fast meine töchter sein. (außer die beiden, mit denen ich herkam, versteht sich. obwohl, rein rechnerisch… und streng biologisch…) was will ich also hier?
aber wer weiß. in der familie täuscht man sich ja auch. immer wieder.

wip – allgemein

21. Dezember 2004 - 06:21

es fließt wie von allein. ich hacke nahtlos, drei stunden lang, in die tastatur. naja, langsam, mein übliches tempo, kaum mehr als drei seiten überarbeitung. aber es ist stoff da, an der stelle, wo eben noch nichts war. und das genau ist es.
‘träum nicht’, hat meine mutter mich mitunter von hinten angeblafft. ‘und glotz nicht so.’
immer wenn ich ins nichts gestarrt habe, dahin, wo die geschichten leben, sich die wahrnehmung im inneren ausprägt. frei schwingend, beständig wächst und wechselt.
‘bleib bloß aufm teppich, du.’ eine art drohung vielleicht.
dieser tage werde ich hinsehen, immer wieder, wo sonst nichts ist. ich werde also glotzen, mehr nicht. und es wird sich etwas finden, ohne zweifel, jedesmal.
was für ein triumpf. die erkenntnis, daß es letztendlich den triumpf nicht einmal mehr braucht. nur noch arbeit und leben.

heimat 3 (3)

21. Dezember 2004 - 03:08

ich bin erleichtert, die folge ist gelungen. wenig witzig, eher tragisch, zerissen. die beziehungen, die geflechte, auch die einzelnen szenen.
grandios, der mann im zug, der firmenvernichter, der am liebsten seinem chef vor die tür scheißen will. für einen augenblick lang zumindest, bis er die krawatte entschlossen wieder festzieht. und der der pfarrer, der aussieht wie man sich einen petrus vorstellt. langes, weißen haar, all over. außerdem fährt er bmw , motorrad, versteht sich. und ernst, der einsiedler, eigenbrödler hinter maschendraht. für kurze zeit fliegt er sich eine komplettfamilie aus rußland ein. danach ist alles wie gehabt. er in arbeitsklamotten, mit bierbauch und unfrisur, immer mit material beschäftigt. ein sammler eben, ein seelenmensch. abfallend dagegen die schwiegertochter mit den pferden, ihr mann, der verkannte kronprinz. dann aber wieder die schöne russin, einzigartig. in ihrer freude noch tragisch. und anton, der dumme patriarch. man muß ihn nicht einmal ausnutzen, er macht sich selbst alles zunichte. eigenhändig. ahnungslos.
wo aber bleiben herrmann und clarissa? sumpfen in ihrem großen haus vor sich hin. ganz nett. harmlos. bis die katastrophe in form von lulu einbricht? keine ahnung.
nur gunnar ist erstmal verschwunden. (na, wer weiß?)
und ja – ich vermisse ich die nebenfigur, die eine, die alles durchdringt. gut sind sie (fast) alle, besonders natürlich in der zweiten heimat. aber auch jetzt sind sie da, klar und deutlich erkennbar. (der kleine klarinettespielende elektriker aus dem osten, den hätte ich ja fast vergessen…) aber wo ist jemand wie juan? einer der durchblickt, durch alles, nur durch sich selbst nicht. wie es ja ganz alltäglich ist. wo ist der nur geblieben? (er war ja schon am ende der zweiten heimat nicht mehr wirklich anwesend, leider.) er fehlt. das ist fakt.

wip – überraschung

20. Dezember 2004 - 09:58

die produktion heute eigentlich schon abgeschrieben (welch ein wortspiel ;-), bin ich gerade eben doch noch kurz in den text. ohne große hoffnung, ohne irgendeine absicht. nur mal gucken. dabei lief heimat 3, teil 3, was aber nichts besonderes ist. oft läuft die kiste, wenn ich arbeite. oder aber musik, eins von beidem. ganz selten nur ertrage ich die stille. oder brauche sie. wirklich sehr selten. (bemerkungen zur heimat allerdings erst morgen, wenn ich mich voll darauf konzentriert habe. noch heute nacht, vermutlich, ich kenne mich doch.)
in vielleicht zehn minuten kurz ein paar szenen ergänzt. ansätze, die den ablauf weitertreiben. den raum öffnen, würde man im fußball wohl sagen. das war mir eben nicht gelungen. jetzt stehen da also insgesamt vier weitere seiten, fragmentarisch. alles heute. und weil der erinnerungsteil Chrissie mit drinsteht – nur mit ihrem namen, mit weiter nichts – wird das ein ganz schöner batzen.
die arbeitswoche ist somit gerettet.

zwischen den jahren

20. Dezember 2004 - 09:08

was soll denn zwischen die jahre passen, rein wissenschaftlich betrachtet? was ich so für einen blödsinn rede, im laufe eines abends. als wüßte ich es nicht besser. die rauhnächte stehen unmittelbar bevor. morgen schon geht er los, der tanz. und ich hab noch nicht einmal misteln im haus.