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archiv: Juni 2006


living in a box (7)

24. Juni 2006 - 08:47

wochenende ist ein irrtum. gegen acht denke ich im halbschlaf, daß da jemand durchs gerüst schlurft. als es zu rumpeln anfängt, schrecke ich hoch und sehe nach. unten wird mit großen hartfaserplatten hantiert. eilig schließe ich alle fenster, stehe kurz danach im schlafanzug auf dem balkon, den ich gestern, in annahme eines wochenendes, für ein gemütliches frühstück wieder einigermaßen besitzbar arrangiert hatte. oder gar klagenfurt auf dem balkon, die letzten vier. vielleicht mal richtig, zuhören war irgendwie schwer in diesem jahr.
mittlerweile werde ich von allen seiten behämmert. die hartfaserplatten stehen vor den fenstern, zum schutz. als schmutz- und geröllrutsche. zum glück werden sie offensichtlich nicht fest angebracht. die arbeit, die mir gestern schon nicht gelungen ist, wird sich auch heute sicher nicht ohne weiteres einstellen. ich suche die liste, da könnte helfen. aber es gibt keine. verdunklung.
eine nachbarin meinte neulich, da müssen wir nun durch, danach sei das schlimmste vorbei. danach werde nur noch verputzt und gestrichen, das sie harmlos. recht hat sie, ich erinnere mich. aber wie weiß sie das?

p.s. der typ mit der weißen mütze, der gerade auf augenhöhe vor dem wohnbürofenster hockt und hämmert, daß es innen klirrt, grinst mir einen guten morgen. in klagenfurt liest katja huber über rußland. glaube ich.

ach und

24. Juni 2006 - 05:13

frau merkel fiebert übrigens. in münchen, beim fußball. -> verweis

schöne neue worte aus den täglichen nachrichten (8)

24. Juni 2006 - 04:36

“Opposition ist Mist, sagt Müntefering. Falsch. Regieren ist Mist (machen).”

diese in aussicht gestellte senkung der krankenkassenbeiträge als ausgleich zu der angekündigten steuererhöhung. wieso kommt mir das bekannt vor? ach ja, das gab es doch schon einmal. bei der einführung der praxisgebühr usw., nicht wahr? eine riesige senkung, wenn ich mich recht erinnere. nein, ich will nicht übertreiben. riesig war sie nicht. allerdings eine zuwachssenkung, geringfügig im plusbereich. stimmts?!

reflexe

23. Juni 2006 - 11:26

steinhagel. die männer draußen reißen die fensterbänke raus und schlagen den putz mit hämmern von den wänden. das klingt so nah, als grüben sie mir furchen in die haut. peinlich die panik, die ich schiebe. unangemessen. und dennoch unerträglich. gefangen zu sein, eingesperrt. ohne zu wissen, was draußen vor sich geht. ohne die möglichkeit einzugreifen, zu reagieren, etwas zu ändern. peinlich, dieses gehabe aus nichtigem grund. nahezu lächerlich. verdammte bunkermentalität.
dabei bin ich persönlich nur selten eingesperrt gewesen, allerhöchsten einmal in der woche. und nicht einmal im keller, immer nur in der kammer. dazu ängstigt mich dunkelheit nicht. die metaebene aber, das wissen um das spiel mit macht und vernichtung. die gewissheit, daß kinder es nicht gewinnen können, auch ich nicht. damals wie heute. statt dessen der blick, der bleibt, der sieht. wenn wenigstens das nicht geschehen wäre.
[und die frage: wie geht das, wie kann das ein, daß die, die im krieg in kellerlöcher geflüchtet ist, gefangen war, später ihr kind (genüßlich) einschließt?]
der mangel an gelassenheit aber, jetzt, hier in dieser wohnung, weit weg von damals, beschämt mich. ich könnte sein wie sie, die mir das vererbt hat. ich bin wie sie. nicht der lage, enge und lärm zu ertragen. und menschen dazu, die das nicht verstehen wollen. da hilft der tiefste todstellreflex nicht. ich habe keine nerven, ich bin blankgerieben. fertig.
vielleicht habe ich es aber nur erlernt, erdacht, mir erschrieben. in diesem merkwürdigen buch, das keines ist, keines sein wird. weil es nicht fertig wird, sich aber auch nicht mehr bewegt. eine lebende leiche, ein untotes in meinem gemüt. ich sollte es zerstören, endlich.

niemals hätte ich das schreiben anfangen sollen, niemals das denken, das leben. 1980 war ein fehler.

elementarteilchen (2)

23. Juni 2006 - 10:45

„Nicht das Leiden, sondern das Fernsehen verleiht dem Menschen eine zusätzliche Würde.”
Michel Houellebecq, Elementarteilchen

(anmerkung: nein, wirklich. keine anspielung auf klagenfurt! ;-)

throwing bones

23. Juni 2006 - 09:02

ein bißchen uraltlyrik

verweis ins hsb

23. Juni 2006 - 05:58

RÜTLIcontent

living in a box (5)

23. Juni 2006 - 01:12

es macht mich rasend, daß hier plötzlich permanent menschen sind. morgens um sieben fängt es schon irgendwo an zu klopfen und zu bohren. später sehe ich vom schreibtisch aus in den nacken des jungen mannes von gestern, der da hockt und hämmert. eine gerüstetage höher steht sein etwas älterer kollege und schmeißt von da aus immer wieder plastikschnipsel an mir vorbei.
gerade eben stehen da plötzlich beide und rufen nach mir. sie wollen auf meinen balkon, um die tür abzukleben. ich soll die pflanzen wegnehmen. ich verstehe nicht, warum sie auch die tür vernebeln wollen. davon, daß mein balkon renoviert werden soll, weiß ich natürlich nichts. offensichtlich soll der aber gestrichen werden. zumindest sind die beiden davon überzeugt und auch informiert.
wie gesagt bin ich irritiert, daß hier immerzu menschen sind. ich kann es einfach nicht haben, um genau zu sein. deshalb wohne ich allein, weil ich nicht ständig unter menschen sein kann. ich bin nicht nur irritiert, ich verliere mich. total.
und so passiert es, daß ich einen der beiden reinlasse, um das mit der tür zu erledigen. obwohl ich das eigentlich nicht will. ich frage nach, wann denn das gemacht werden soll. ich denke, daß ich die gesamte balkoneinrichtung wegschaffen und zum teil auch abmontieren werden muß. sie wollen mir früh genug bescheid sagen, immerhin. ich vergesse zu fagen, welche farbe sie denn streichen wollen. oder besser sollen. obwohl genau das doch das eigentliche thema ist. ich denke an diese lachsscheiße vom innenhof.
im grunde denke ich, daß die hausverwaltung mich hätte informieren müssen. und zwar vorher. ich weiß es aber nicht, hier sind zuviele menschen. stehen plötzlich da, duzen mich ungefragt und machen dann, was sie wollen. das bringt mich völlig durcheinander. ich habe dem schlichtweg nichts entgegenzusetzen.

elementarteilchen (1)

22. Juni 2006 - 11:09

„Bruno träumte davon, Schriftsteller zu werden; er schrieb zahlreiche Seiten voll und onanierte viel; …”
Michel Houellebecq, Elementarteilchen

(anmerkung: nein, das ist kein querverweis auf klagenfurt. oder?)

flattern

22. Juni 2006 - 10:56

das mit den vielen fahnen überall, das ist ja so eine sache. zwiespältig eben. vor ein paar jahren noch wäre mir das tagtäglich sehr übel aufgestoßen, das schwarzrotgelbe geflatter allerorten. momentan ist das überraschenderweise nicht so, muß ich gestehen. vielleicht meine ich auch, daß es an berlin lieg, bin deshalb irgendwie beruhigt. in wtal zum beispiel kann das doch unmöglich so schlimm sein. denke ich dann.
vor ein paar tagen allerding, unterwegs mit dem motorrad auf der stadtautobahn richtung steglitz, hatte ich plötzlich doch ganz starke bedenken. dieser knüppel, der da seitlich aus dem wagen vor mir ragte. mit einer riesigen fahne dran, die wie wild gegen die heckscheibe zappelte. sich ganz offensichtlich losreißen wollte, ich bin sicher. frei sein, endlich frei. so kam es mir zumindest vor, und ich kann das ja verstehen. was also, wenn dieses ding sich tatsächlich losreißen würde? gerade in in dem moment, in dem ich völlig ahnungslos und unschuldig hinter ihr herfahre.
würde der knüppel mich aufspießen? oder eher umwerfen, daß es kracht? würde sich das bunte tuch um mich wickeln? oder zumindest um meinen helm, mein gesicht? und so zu meinem verhängnis werden? blind fahren ist nämlich auch keine gute idee.
das sind häßlich vorstellungen, jeder motorradfahrer wird mir das bestätigen. da kriegt man das flattern, nicht zu knapp.
aber immerhin, jetzt weiß ich es wieder. nein, fahnen sind nicht gut. wirklich nicht! ich kann und möchte ohne leben von jetzt an. vor allem vor mir auf der autobahn.

living in a box (3)

22. Juni 2006 - 09:56

gerade wird mir das wohnbürofenster verklebt. nicht blau, zum glück. sehen kann ich durch die folie dennoch nicht besonders gut, alles schwimmt. es sieht auch nicht so aus, als könnte ich das fenster jetzt noch öffnen. hast du balkon, sagt der junge mann, der das kleben der folie erledigt, auf meine nachfrage hin. dazu, wie lange das so bleiben soll, kann er nichts sagen. und die frage nach den anderen fenstern, wo ich keine balkone zur ersatzlüftung habe, versteht er gar nicht erst.
ironischerweise las ich dabei gerade diese große oper hier. FEEENSTEEER!!!!! schließlich ist sommer.

living in a box (4)

22. Juni 2006 - 04:09

living in a box 1.jpg
living in a box 3.jpg
living in a box 2.jpg

putzen und räumen

21. Juni 2006 - 10:33

heute hier und dort ein wenig inhalt und optik bereinigt. außerdem noch ein paar andere weichen gestellt, wir werden sehen. es denkt noch und sucht in mir.
hingewiesen sei aber schon einmal auf den termin in wuppertal, der da heißt rosenduft und mundgeruch.