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archiv: Juli 2006


denkfehler

13. Juli 2006 - 07:04

kleine überraschung bei der zusammenstellung ‘meiner’ pressestimmen. da war doch tatsächlich einmal jemand der meinung, ich sei “… Frei von Pathos und mit schwebender Leichtigkeit…” ausgestattet. nein, entschuldigung, es ging natürlich um den text. ach ja, immer wieder derselbe fehler, verdammt.

living in a box (18)

13. Juli 2006 - 05:21

kommen die jungs, sagt der eine maler, der ältere, als er sieht, daß ich anfange, an den farbklecksen herumzukratzen. machen sauber, morgen. aber morgen ist mir zu lange, und ich greife eine knappe stunde später schon zur drahtbürste. es wird zeit. die tomaten wollen nicht länger in der badewanne wohnen und tag für tag wenigstens dreimal durch die gegend geschleppt werden, wenn ich die wanne mal selber brauche. kommt ja auch vor. also, ran an den dreck. ich will meinen balkon wieder. sowieso.
folgerichtig ist dann heute auch niemand hier erschienen, weder der alte, noch die jungs. und natürlich hat auch niemand saubergemacht. naja, ist ja auch schon. und als ich den gestern geerbten ca. 1/4vollen farbeimer auf die seite kippe, um den dreck vom deckel zu fegen, bin ich auch ganz froh, daß niemand da ist. der deckel ist nämlich nicht dicht, und ich verteile auf die art schnell mal eben einen guten schluck originalbalkonfarbton auf den bodenfliesen. eilig matsche ich mit einem alten küchenhandtuch darin herum. sowas sieht überhaupt nicht gut aus, und das muß auch wirklich niemand sehen.
ansonsten öle ich sämtliche bretter, klötzchen, regale und die kleine bank nach. das ganze zeug ist derart oft versifft und geputzt worden, daß es völlig stumpf geworden ist. ein brett muß ich sogar nachbeizen. das dauert, bis das alles eingezogen ist. inzwischen sind aber die vielen schönen sachen wieder fest verschraubt oder sonstwie an ihren platz verbracht. es wird also, besser. nach und nach.
die dachdecker sind ebenfalls voll im einsatz. es hämmert und klopft da oben, der fahrstuhl schräg neben meinem balkon hievt schubkarrenweise dachpfannen in die höhe. den ganzen tag sägen sie unten auf der straße mit einer kreissäge. was kann ich nicht sehen. kann man denn dachpfannen mit einer säge sägen?

schöne neue worte aus den täglichen nachrichten (9)

13. Juli 2006 - 04:55

barbecue (= grillfest)
[fortsetzung morgen: das schwein im bush.]

12. Juli 2006 - 10:03

punkt sieben schwanke ich durch die wohnung, um alle fenster zu schließen. die bauarbeiter sind da, und ich habe keine ahnung, welche sauereien die heute wieder anstellen mögen. besser ist besser. danach falle ich wieder ins bett, um noch ein bißchen zu schlafen, wenn es geht. es war spät gestern, ich bin noch schlaflos durch die zimmer geschlichen, da war es schon halb vier.
während ich meinen nacken arsch ins schlafzimmer recke, dringen die arbeiter in meine wohnung ein. ich weiß es genau, ich spüre es. ich versuche, mich bemerkbar zu machen. ich versuche, zu reagieren. ich schreie, ich tobe, ich werfe sie hinaus. nein, ich tue nichts. ich bleibe regungslos, hilflos, nackt. um mich herum wird das zimmer reorganisiert, möbel abgebaut und zusammengeräumt. alles im sinne der arbeiter, die es offensichtlich renovieren wollen. ich kann dem nicht zustimmen, nicht auf diese art. aber niemand hört mich, sieht mich, toben und schreien. wie meine mutter. denke ich.
dann biete ich ihr einen moment ruhe. kein vergessen, keine absolution, nur ein kopfkissen. sie hält es nicht lange aus, sie glaubt mir nicht. aber sie bleibt ruhig. auch als sie sieht, daß ich in ihren büchern gelesen habe. es ist ihr egal, vielleicht sogar recht. ich habe nicht viel gelesen, sage ich. nur ein paar bilder. viel muß ich nicht mehr wissen.

living in a box (17)

12. Juli 2006 - 02:19

das haus hat inzwischen seine endgültige farbgebung erhalten. kein lachsorange, eher ein leicht abgetöntes beigerosé oder so ähnlich. könnte aber auch gelblich sein. kann man noch nicht genau sagen hinter dem grünen gerüstvorhang. das täuscht, da bin ich sicher. heute morgen ist dann auch endlich mein balkon entsprechend fertig gestellt worden. nachdem die tomaten seit einer woche in der badewanne hausen und der rest der bepflanzung im vollverklebten wohnbüro darbt. fertig ist überhaupt ein dehnbarer begriff. ich hab mir schnell noch einen eimer mit einem ausreichenden kleks farbe gesichert, damit ich noch ein bißchen ausbessern kann. auch nächstes jahr oder übernächstes. so geht das ja nun nicht. oder ich streiche es dann einfach wieder richtig weiß, wer weiß.
die angaben der handwerker werden im übrigen nicht präziser. die halterungen für die blumenkästen sollen vielleicht ja gestrichen werden, glaubt er, möglicherweise, der malermeister von gerade, den ich noch nie zuvor hier gesehen habe. weil ich ein wenig mockiert habe, daß sie sie voll zugesifft haben, die dinger. das stelle ich mir prima vor. sauber machen ist nicht nötig, weil man ja einfach über die getrockneten farbknubbel drüberstreichen kann. ganz einfach. sieht dann auch richtig toll aus, könnte ich mir vorstellen.
zum kotzen das. die nicht existente informationspolitik, diese schlamperei, einfach alles. ich träum schon davon und zwar nicht besonders gut.
ach nee, schlamperei stimmt so auch wieder nicht. die dübellöcher sind alle noch auffindbar, immerhin.

von wegen zidane

11. Juli 2006 - 10:50

im nachhinein betrachtet muß ich meinen nachsatz an dieser stelle doch ein wenig revidieren. sicherlich ist fußball kein wrestling, aber andererseits, wer will schon mit anfang dreißig vergöttert werden? da kommt es vielleicht ganz gut, sich ein bißchen danebenzubenehmen. noch dazu so schön danebenzubenehmen. große geste, ein anderes spiel zwar, das mit dem stier, aber sauber und klar ausgeführt. konsequent vermutlich, denn wer weiß schon, was da geredet wurde.
sauberer zumindest, diese sache mit dem kopfstoß, als sowas hier. fußball hat ganz offensichtlich seit jeher viele verschiedene seiten, und so manches hat mit dem spiel selbst nur wenig zu tun. zidane allerdings ist vermutlich eine der besten seiten. meine güte, wenn man den spielen sieht. da schweigen selbst die berühmtberüchtigten brasilianischen sambafußballer mucksmäuschenstille. im moment zumindest.

von wegen fußballnation

09. Juli 2006 - 07:59

ich mag ja fußball, irgendwie zumindest. wie könnte ich auch nicht, ich komme schließlich aus dem ruhrpott. als kind bin ich auf dem schulweg tag für tag an dem gebrauchtwagenhandel von helmut rahn vorbei gelaufen. und willi lippens hat in derselben straße gewohnt, nur ein haus weiter. ich hätte sicher auch selber gespielt, wäre mir nicht die abwesenheit jeglichen ballgefühls zueigen. abgesehen von den lächerlich schwachen gelenken und den viel zu kurzen beinen. aber fußball gehört dazu, das steht von anfang an fest.
das mal vorneweg.
wenn ich mir nun aber dieses geschwätz reinziehe, ob in print oder in der flimmerkiste, über das neu definierte nationalgefühl und die gemeinsam-schaffen-wir-es mentalität allerorten. dann wird mir langsam aber sicher übel. denn gleich ist das ding vorbei, liebe leute. dann ist er aus, der zauber. dann müssen freude und taumel von anderswo herkommen, und das ist sicher nicht so leicht. (nennt sich übrigens adrenalin, das zaubermittel. ganz umsonst und körpereigen, aber eben auch sehr schnell verbraucht.)
diesbezüglich scheint es mir angebracht, den blick auf frau merkel und ihre “mannen” zu lenken. ganz üble performance in letzter zeit, da hilft nix. auch kein klinsmann. (aber adrenalin ist ja ein streßhormon, das springt auch bei ärger, frust und wut an.)

[oh, 1:1! also ab sofort für frankreich! wegen zidane. - 22.22h okay, letzteres revidiere ich! fußball ist ja nun kein wrestling.]

living in a box (16)

08. Juli 2006 - 12:12

1. nachts um vier etwa schlägt jemand mit einer metallstange gegen das metallgestänge des mich umgebenden gerüstes. das ist eine ganz unglückliche art, aus dem tiefschlaf zu erwachen. ansonsten herrscht schweigen draußen. keine worte, kein gelalle, nur das schlagen. doch der wind ist das nicht. nach einer endlosen weile dann, schritte.
2. häuserwände können auch im regen gestrichen werden. heute sind zwei maler da, die sehr schnell arbeiten. die weiße vorstrichfarbe wird mit einem grünstichigen beige übertüncht. könnte aber sein, daß das grün nur die reflektion der gerüstlappen ist. immerhin kein lachsorange. puh!
3. der maler mit den fein ausrasierten zarten bartlinien im gesicht, der lange zeit sorgfältig vor meinem wohnbürofenster herumpinselt, beugt sich offensichtlich über die balkonbrüstung und klatscht schon mal eine bahn farbe an die innenwand. kein wort, keine geste. den efeu, der da steht, lackiert er einfach mit.
4. dachdecker mag ich lieber als maler. der eine gestern, der mit der schubkarre in richtung fallrohr ging, ganz da oben, während ich mit dem rad schnell noch zum markt wollte, bevor der große regen losgeht. der hat gewunken.

nachtrag: wer sagt mir eigentlich, dass die nur zweimal streichen? vielleicht kommt ja doch noch lachsorange, am ende. verdammt!

08. Juli 2006 - 11:11

ich hab endlich rausgekriegt, wie man automatische signaturen an die mails anhängt. deutschland ist dabei dritter geworden. und draußen wird jetzt geschossen.

living in a box (15)

06. Juli 2006 - 11:23

gutes timing, wenn auch reiner zufall. gestern habe ich den balkon zurückgebaut, wie es ja in berlin so schon heißt. in erwartung der maler, die ja irgendwann kommen, haben sie ja gesagt, wenn auch nicht wann, warum auch. und heute dann, ich komme gerade vom klo, steht der eine schon auf dem balkon und grinst mich an. ich weiß nicht recht, auch jetzt noch nicht, ob die hose schon zu war. meine, meine ich. ich hoffe, ja.
ich schleppe also alle pflanzen rein und schraube das letzte regalbrett ab. dann erkläre ich dem mann, der mich zum glück zu verstehen scheint, daß ich die dübellöcher noch brauche. inzwischen zweifel ich aber daran, auf verständnis gestoßen zu sein, denn die beiden da draußen arbeiten doch sehr viel mit putz, muß ich sagen. was andererseits wiederum nicht schlecht ist, war ja doch ein bißchen buckelig, hier und da. aber… nervt halt. alles!
außerdem krieg ich hier grad keine luft, weil sämtliche fenster und jetzt auch noch die balkontür zu sind.

06. Juli 2006 - 10:28

kein tag für irgendwas. zu heiß. sag mir jetzt keiner, daß ich gut lüften soll, wo es doch grad so schön gewittert hat. wie denn? die fenster sind fast alle verklebt. und auf dem balkon liegt noch die abdeckfolie der maler von heute morgen. haben sich nicht abgemeldet, die herren, so weiß ich nicht, ob sie nun fertig sind oder nicht. viel tun hätte ich aber heute eh nicht. netzhautuntersuchung an so einem strahlenden tag = drei stunden überbelichtung und unschärfe. am ende dann: totale müdigkeit.
morgen sehen wir dann wieder, äh weiter.

06. Juli 2006 - 06:51

regen, bitte! jetzt!

AUS! AUS! AUS!

05. Juli 2006 - 12:07

(neukölln jubelt übrigens. es scheint nicht nur türken und araber hier zu geben, sondern auch viele italiener.)