summer is over
07. Oktober 2008 - 23:56
aber der herbst macht sich bislang ganz wunderbar.

aber der herbst macht sich bislang ganz wunderbar.
auch wenn es mir bei dem eingedeutschten spruch “freiheit statt angst” ähnlich wie claudia geht, die in ihrem heutigen momag-beitrag auch auf diese ausführliche diskussion hinweist. andererseits ist es aber möglicherweise nur eine etwas unglückliche übersetzung. (oder war das umgekehrt?)
egal. wichtiger sind ohnehin weitergehende informationen.
etwas ist nicht in ordnung mit dem offtext, dexters innerem monolog. der schleudert die figur immer wieder ins nirwana. also in nicht mehr funktionierende bereiche. (von der inneren struktur der geschichte her, meine ich, nicht wegen des fragwürdigen inhalts.) ich weiß nicht, was es ist. aber so geht es nicht.
diese tage, an denen ich abends irgendwann die zeitung aufschlage. vielleicht. (denke immer noch darüber nach, endlich abzubestellen.)
wenn schon banken anderen banken keinen kredit mehr gewähren, dann kann man ja ebensogut einfach lyrik verfassen. ohne schlechtes gewissen.
resttext nr. 9 heißt Zug.
dieses nicht-schreiben, immer nur erledigen und gerade so eben dran bleiben, an was auch immer. das macht mich rasend mitunter. auf die art erschöpft sich das falsche leben im falschen, immerzu. so geht das nicht weiter.
diese dinger sind nun also eingebaut. mit dem vorläufigen ergebnis, daß jeder einzelne heizkörper jetzt entweder wie ein wasserhahn rauscht oder in verschiedenen, nicht näher festzulegenden positionen hochfrequentig pfeift. ob die heizung notfalls auch nachts noch wärme liefert, habe ich bislang noch nicht ausgetestet. das wäre dann wohl die krönung. mit handschuhen und wollmütze am pc sitzen zu müssen.
mitunter vernichtet es einem ja die wenigen tage, die tatsächlich frei wären für echte arbeit. schreibarbeit. auf die eine oder andere art, das ist egal. die ärgerlichste ist erschöpfung oder krankheit. die übelste, keine internetverbindung zu haben. heute schlägt alles auf einmal zu. der tag ist, kaum daß er angefangen hat, schon in winzig kleine stücke zerschlagen. so geht gar nichts.
das fahrrad ist auch platt. aber gut, das ist zu bewältigen. und das netz geht wieder, wie man sieht.
ich muß mich wieder einmal wundern. über mich. hatte ich im hauptstadtblog nicht neulich erst bekundet, daß ich dünne bücher mag? so 100 bis 150 seiten? das reiche doch für einen roman, für ein zeitgemäßes format. hatte ich das nicht behauptet.
und was mache ich dann? fange nach dem einen 400 seiten schmöker gleich den nächsten wälzer an.
naja, es lag halt da gleich neben dem bett. ein griff, und es war (um mich) geschehen. aber so war das ja schon immer, mit mir und den büchern.
das ist ein seltsam kitschiger titel für ein buch, das im original „Stories We Could Tell” heißt. ein titel wiederum, der sich ohne zweifel auf dieses album zurückführen läßt. rock ‘n’ roll also, die basis einer jeden jugend. soweit ich weiß.
aber ein schönes buch, das der blumenbar verlag da gemacht hat. schön im handlichen sinn. es liegt gut in der hand und hat das absolut perfekte format. was man nicht von jedem buch sagen kann.
in dem buch geht es dann tatsächlich auch um sex and drug and rock and roll. 1977. da machen drei londoner jungs eine sommernacht durch. die nacht, in der in memphis elvis stirbt. john lennon kommt auch vor. und?
es ist seltsam, dieses buch. so seltsam, wie sein deutscher titel. was nicht heißen soll, daß es an der übersetzung liegt. nein, da habe ich keine ahnung. vielleicht war es auch Tony Parsons selbst.
immer liegt alles ein keines bißchen daneben, jedoch nie so richtig ganz. bezugfehler bleiben erträglich, stilblüten sind niemals wirklich schlimm, immer nur ein wenig absurd. andererseits aber keine absicht, ganz sicher nicht. und sogar perspektivfehler amüsieren eher, als daß sie irritieren. die personen bleiben zwar seltsam hölzern und blaß – keinesfalls sind sie jung und berauscht von der neuen musik und allem möglichen anderen zeug, wie es im klappentext heißt. doch auch das macht nichts. es ist trotzdem irgendwie gut, dieses seltsame buch. unfertig, wie sein personal. aber auch gut. handlich, wie sein äußeres, angenehm. nichtssagend.
sogar, wenn es seltsam kluge sätze, wie diesen produziert:
„Rays Fußboden würde immer die Zimmerdecke seines Vaters sein.”
das ist kitschig und platt. aber was solls. so ist es eben. wie die rosa handschellen ganz am schluß. fürchterlich.
(okay, aber punk ist es dann doch nicht. das weiß ich einfach besser.)