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archiv: Juli 2009


kleinere katastrophenmeldungen in den täglichen nachrichten (49)

06. Juli 2009 - 15:39

weil es so schön ist. hier noch einmal der tagesspiegel zum thema jobcenterflucht:

Eigene Angestellte haben die Arbeitsgemeinschaften nicht. Von den rund 60 000 Menschen, die in den Jobcentern arbeiten, kommen etwa 36 000 von der Bundesagentur. Knapp 20 000 sind bei den Kommunen unter Vertrag. Auch von Zeitarbeitsfirmen und der Telekom kommt Personal. Die Personalservicegesellschaft Vivento schickt Ex-Telekom-Beamte bei Bedarf in die Jobcenter.

papier

06. Juli 2009 - 15:21

ich übe gerade, zeitungen online zu lesen. netvibes ist da sehr behilflich, keine frage. eines steht ja schon lange fest: die tagespresse auf papier zu beziehen, lohnt sich so gut wie gar nicht mehr. neues gibt es da kaum noch. nicht, wenn man (fast) täglich einen rechner zur verfügung hat. was solls also?

eines fehlt natürlich zum intensiven lesen. stift und marker, schicht für schicht, wenn es um wirkliches verstehen geht: das papier. ich bin und bleibe ein papiermensch.

überall ist hartz

06. Juli 2009 - 13:06

nach den recht simplen einlassungen von seiten der fdp gibt es inzwischen diverse reaktionen zum thema: ein etwas müder kommentar der taz, ein auch nicht gerade packender blogbeitrag im tagesspiegel, lesenswert sind vor allem die leserkommentare.

außerdem wird heute auf eine allgemeine jobcenterflucht von seiten der dort tätigen mitarbeiter hingewiesen. es mag einfach keiner mehr mit diesem verein zu tun haben, nicht einmal die politik. was irgendwie auch zu verstehen ist, ganz generell betrachtet. wenn es um hartz geht, heißt es offensichtlich einfach nur noch: rette sich, wer kann!

nightlife in neukölln

05. Juli 2009 - 23:24

neukölln ist lebendig heute nacht. auf der ecke wird noch gearbeitet, holz wird geschliffen und die schutzfolie von der leuchtreklame gezogen. vielleicht macht die bäckerei ja endlich mal auf. eine kleine gruppe biertrinker sitzt noch draußen, unter dem sonnenschirm, und diskutiert in gedämpftem ton. radfahrer radeln klappernd vorbei. hundebesitzer pfeifen ihren hunden nach. oder sie brüllen sie auseinander, wenn sie kläffend aufeinander losgehen. autos huschen vereinzelt über das kopfsteinpflaster. menschen wandern quatschend durch die straßen, ihre stimmen kommen und gehen. auf einem balkon gegenüber glimmt ab und zu eine zigarette auf. gläserklirren. irgendwo ist auch musik.

dumme ideen in den täglichen nachrichten (48)

04. Juli 2009 - 21:11

immer wieder dasselbe. die löhne sind niedrig, daß es vielen zum leben nicht reicht. aber schuld sind natürlich der arbeitslosen, ihre unlust und faulheit.

„Wir haben gerade in Berlin extrem viele Menschen, die sind gesund, die sind arbeitsfähig, und die haben schlichtweg keine Lust, zu arbeiten. Denen kann ich nicht genau so viel überweisen wie einem, der morgens aufsteht und Busfahren geht. Das ist nicht gerecht.“

so ist es richtig, das ist der einfachste weg. von oben nach unten, immer schön drauf. treten. das macht sich gut, da doch jeder gerne mit. so kurz vor den wahlen.

das zeugt ja von einer unglaublichen juristischen sowie sozialen kompetenz. oder gar von einer kombination aus beidem.

04. Juli 2009 - 13:12

gestern ist mir während der fahrt der hinterradreifen geplatzt. zum glück der vom fahrrad, auf dem motorrad möchte ich das nicht erleben. ich reparier das jetzt mal.

futter

03. Juli 2009 - 22:18

bloglines mag mich nicht mehr. etliche feeds sind offensichtlich seit geraumer zeit tot, ohne daß ich es auf anhieb gemerkt hätte. jetzt spiele ich mit einem heruntergeladenen feedreader herum, der natürlich den nachteil hat, daß er nur auf einem rechner funktioniert.

weiß jemand einen guten online-reader? außer google, muß ja nicht immer alles von google. lohnt sich netvibes? was ist eigentlich netvibes?

(irgendwie ist mir ja deutsch immer lieber, wenn es um technik geht. das muß ich jetzt einfach mal unumwunden zugeben. wenn ich doch sowieso nur bahnhof verstehe, muß das nicht auch noch fremdsprachlich sein.)

konkurrenz?

03. Juli 2009 - 11:53

Ich kann auch Texte von Deutsch auf Englisch oder umgekehrt übersetzen.

ist das nun abzocke oder naivität? im zweifel für die angeklagte tippe ich auf letzteres. von lesbarkeit hält sie offensichtlich ohnehin nicht viel, nicht einmal optisch, wie man an der farbwahl in ihrem blog sehen kann. aber das will ja eh niemand wissen.

wie auch immer, vor diesem doch eher amüsanten hintergrund scheint mir ein deutlicher hinweis auf die angenehm streitbare protextbewegung angebracht.

verweis ins hsb

02. Juli 2009 - 14:40

hauptbahnhof im hauptstadtblog.

vorstöße und rückschläge

02. Juli 2009 - 12:44

in indien und bayern, man höre und staune. außerdem in den usa und in litauen. unverkennbar: eine ausgezeichnete quelle für informationen aus dem bereich der lesbsich-schwulen politik ist immer wieder diestandart.at.

umwege. schottmüllers katze

01. Juli 2009 - 13:18

als alte wuppertalerin hat mich der tod von pina bausch gestern natürlich wie der blitz getroffen. (who the fuck ist michael jackson?) einmal nur habe ich sie selbst tanzen gesehen. unauffällig fast, beinah am rand, einer, ihrer gruppe verbunden. wenn ich mich recht erinnere. aber in diesen stücken war und ist ja immer jedeR solistisch am werk, selbst in den massenszenen. irgendwie. wie könnte oder sollte man das beschreiben? und warum?

es gibt wege, umwege und bögen zur kunst. wozu braucht es da worte? unser täglich brot.

stücke von pina bausch habe ich einige gesehen, mal die mit, manchmal auch die ohne namen. nein, es ist nicht ganz so schwer, wie es immer heißt, an karten zu kommen. es kommt auf das timing an, das ist alles. in wuppertal ist das natürlich bekannt. man notiert sich einfach den vorverkaufsbeginn im kalender. obwohl es sicher auch geholfen hat, daß die beiden hunde einer arbeitskollegin in einem stück als darsteller auftraten und eine andere kollegin hin und wieder die kinder einer tänzerin gehütet hat.

eigentlich wollte ich ja ende des jahres versuchen, noch einmal die sieben todsünden zu sehen, die dann nach berlin zu den berliner festspielen kommen. sieht aber so aus, als wäre es dazu dann doch zu spät. ausverkauft. außerdem hätte ich mir das auch kaum leisten können.

in die trauer mischt sich die schmutzige traurigkeit dieser seltsame stadt, wuppertal, das so viel zu bieten hatte, als ich 1987 dort hinkam. und das mir so sehr im sterben zu liegen schien, als ich das letzte mal dort war. und das sehe offensichtlich nicht nur ich so, sondern zum beispiel auch rainer grassmuck:

Wuppertal — was ist los? Taumelst seit Jahrzehnten unkontrolliert durch die Städtelandschaft des Bergischen Landes. Bekommst nichts mehr richtig auf die Reihe, deine Bevölkerung kehrt dir langsam aber stetig den Rücken.
So stirbst du.

wobei ich zugeben muß: ja, auch ich bin gegangen. fort aus diesem kleinen, eigentlich großartigen ort.