herzzeit
22. September 2009 - 22:50heute bei der büchergilde, unschlüssig zwischen tellkamp und kehlmann, letzendlich für bachmann/celan entschieden.
heute bei der büchergilde, unschlüssig zwischen tellkamp und kehlmann, letzendlich für bachmann/celan entschieden.

das volk fordert abwahlen. trotz der straff gezogenen mundwinkel, die die kanzlerin seltsam unkonzentriert aussehen lassen. trotz des hübschen grünen jackets, man denke nur an dieses apricot vor vier jahren. trotz der höchst sorgsam aufeinanderplazierten fingerspitzen. die sind sicher irgendwie zusammengeklebt, für ein paar tage noch.
auf dem weg zu einer kundin eine geduckte ältere frau ins haus gelassen, die sich sofort an den briefkästen zu schaffen machte. schlimm, dachte ich. normalerweise verteilen hier nur jugendliche die werbepost, vorwiegend männliche. manchmal müßte ich diese darauf hinweisen, daß mein briefkasten eigentlich tabu ist. keine werbung, steht da, groß und deutlich. meistens lasse ich es aber. das lohnt nicht. ich werfe den mist einfach nur weg.
als ich heute wieder nach hause kam, hatte ich dann allerdings einen npd-flyer in der post. mit der frau hätte ich dann doch ganz gern ein paar takte geredet.
das war übrigens die einzige wahlwerbung, die ich bislang erhalten habe. der typ, der hier in neukölln für die extremrechten zur wahl steht, sieht auf den ersten blick wie ein rocker oder biker aus. lange blonde löckchen und einen schnäuzer hat er auf dem bild, und tatsächlich ist er schrauber von beruf. außerdem erlaubt er sich, sir peter ustinov zu zitieren. das ist widerlich.
infomaterial von anderen parteien hat mich bislang noch nicht erreicht. außer die angeforderten regierungs- und wahlprogramme natürlich, die liegen hier vor mir. möglicherweise werde ich auch noch daraus zitieren, vielleicht noch vor, womöglich aber auch nach der wahl. warum nicht? ansonsten herrscht seelige ruhe im elenden neukölln. und nicht nur hier, wie mir scheint. ganz generell fühlte ich mich regelrecht unbelästigt vom allgemeinen wahlzirkus diesmal. das gefällt mir.
außerdem habe ich ja auch schon gewählt.
liebe berliner, die ihr vielleicht nachtmenschen seid und mitunter im dunkeln über die bürgersteige torkelt, eventuell in friedrichshain am letzten samstag. möglich auch sein, daß es schon sonntag war, im strahlenden sonnenschein also. was weiß denn ich! jedenfalls ist es so: wenn man ein motorrad umwirft, aus welchem grund auch immer, dann ist es zwar nett, wenn man es anschließend wieder einigermaßen hinstellt. das meine ich ernst, das ist wirklich nett, denn diese aktion ist kein leichtes unterfangen für mich. ich fürchte, ich würde es allein gar nicht schaffen.
aber das aufstellen allein reicht natürlich nicht, weil ein motorrad viele seiner funktionellen teile außen trägt, also ungeschützt von einer blechhülle. es geht also nicht nur um die optik, was allein ja schon schlimm genug wäre. nein, es gibt auch andere auswirkungen. blinker brechen ab oder verbiegen, scheinwerfer verstellen sich, fußrasten- und gasgriffgummis zerfetzen, ganz zu schweigen von den beulen im tank und anderen wirklich gefährlichen dingen. einmal hat mir eine solche aktion den gasgriff derart reingeprügelt, daß sich kaum noch drehen ließ. die gabel hat es insgesamt schon dreimal verzogen, etwas, das ich allein kaum zu richten in der lage bin. und dann wäre da noch das lenklager. wenn das angeschlagen ist, wird es richtig teuer.

diesmal war es nur der bremshebel, den es nach unten gekringelt hat. neben der neuen beule im tank, dem verbogenen blinker und dem vermutlich verstellten scheinwerfer. da will ich mal nicht so sein, das biege ich wieder hin. aber einen bremshebel, den ich nicht mehr erreichen kann, um damit zu bremsen, ist ein schwerwiegender sicherheitsmangel. damit fahre ich nicht so gern durch großstadtverkehr.
außerdem hat der neue jetzt 10 euro gekostet. ihr idioten.

lisa vor jahren, auf meinem wuppertaler schreibtisch, mit der großen abendtoilette beschäftigt. die alte dame war damals schon über fünfzehn. aber immer noch ziemlich flink, wie man sieht. und sicher niemals putzig, wenn ich ehrlich bin.
noch einmal ein paar anmerkungen zu der demo freiheit statt angst am letzten samstag: im modersohn-magazin.

heute sind er und sein pelziger bruder wieder abgereist. höchste zeit, ihn schnell noch ins blog zu pixeln. (er ist übrigens auch ein bißchen bräunlich, sieht man aber bei ihm durch die kurzen haare nicht so. und ohne sonne sowieso nicht.)
oje, ich hatte auf der demo am samstag auch ein messer in der tasche. ein kleines schweizermesser mit einer genau 4cm langen dünnen klinge. das habe ich geschenkt bekommen, es ist original aus der schweiz importiert worden. und ich habe es seither so gut wie immer in der hosentasche. so bin ich, ich hatte schon mit 10 mein erstes messer. zum schnitzen und so. zum fahrradmantel auf- und schrauben anziehen, im notfall. taschenmesser sind werkzeuge. man kann damit flaschen öffnen, nägel feilen und fein säuberliuch briefe öffnen. am praktischsten ist aber der zahnstocher, der ebenfalls fast 4cm lang ist. aus plastik, aber ziemlich spitz. den benutze ich am meisten. außerdem hatte noch einen kugelschreiber (9,5cm) und eine kleine luftpumpe (22cm) dabei, ich war schließlich mit dem fahrrad da.
da hab ich wohl schwein gehabt, daß ich nicht auch zufällig verhaftet worden bin, mit all meinen spitzen gegenständen am körper und im rucksack.
ganz ehrlich, solche maßnahmen kenne ich aus dem knast. da wird auch immer nach waffen gesucht. doch da ist es möglicherweise berechtigt, denn da haben menschen andere menschen eingesperrt und müssen dementsprechend auf sie achten.
diese demo aber war frei und aus meiner sicht durch und durch friedlich. bis auf das was nun bei alios und in dem inzwischen auch tv-bekannten video sichtbar wird. und was sonst noch alles?
und zwar bloggen, das ist ja fein. die besten voraussetzungen hat sie ja, so als kaufmännische assistentin mit deppenapostrophschwäche. ich würde trotzdem erstmal zu einem probeblog raten. also so ein ganzes, komplettes blog, meine ich. eines, das sich wenigstens ein paar monate hält.
einer der beiden gastkater pinkelt im stehen. in der katzenklohütte zwar, aber voll gegen die wand. immer. meine lisa war da anders, die brauchte noch nicht einmal ein klo mit dach. auf dauer ist katzenstehpinkeln widerlich. machen das viele kater so?
liege im bett und lese noch ein bißchen im internet. recherchiere über über totnes, weil da meine hauptfigur im nächsten kapitel hinfahren muß. ein paarmal war ich ja selbst da, aber das ist lange her. ich erinnere mich nicht mehr gut genug. nur eines, es ist ein absolutes kunst- und esonest, voller kleiner theater, spiritueller buchläden und naturkostgeschäften. inzwischen gibt es sogar eine lokale währung, der umwelt zuliebe. zirka 8000 einwohner hat das örtchen, so klein habe ich es nicht in erinnerung. aber es sind natürlich auch viele touristen dort, besonders im sommer. alles in allem ein ziemlich exklusives pflaster.
ach, dieses england, der süden vor allem, das ist mein sehnsuchtsland. immer noch. wenn das nur nicht so teuer wäre.
erstes kleines fragment verfügbar, drüben bei den bones. bitte das stichwort neukölln beachten.