vuvuzela
11. Juni 2010 - 16:15auf dem heimweg von der eiligen flüssigkeitsbeschaffung – wichtig bei diesem wetter, drei t-shirts, allein heute – kommt mir ein einsamer vuvuzelaspieler auf dem fahrrad entgegen. gelbrotschwarzes plastik, was ja ohnehin schon ein unding für dieses unding ist. eine seltsame deutsche tröte also. klingt schrecklich verloren.
wer aber einmal kurz in die laufende übertragung des eröffnungsspiels schalten mag, wird den wahren sound dieses wahrhaft afrikanischen „instruments“ begreifen. vuvuzela ist mehrzahl, nicht einzahl. niemals. wie afrikanische musik eben ist, getragen vom zusammenspiel, ja, vom ineinanderfließen und geschehen lassen. (soweit ich das zu beurteilen vermag.) ein schwirren und summen, ein ab- und anschwillender schwarm getragen von menschlichen lungen. (könnte ich nie!)
so klingt es übrigens, wenn höhere wesen von irgendwo weit den menschlichen gedanken lauschen. ein schrecklicher rausch. atemlos. und zugleich unglaublich vital.

wow, neukölln scheint echt in zu sein. in der unmittelbaren umgebung lassen sich heute insgesamt vier (!) bahnräder ausmachen, dafür muß ich mich nicht einmal weit vorbeugen auf meinem ausguck. früher war das anders. da war das einzige (!) exemplar, das in der gesamten saison hier auftauchte, beängstigend fremd in der gegend. es stand da, tagelang, bis es dann auf der seite lag, wochenlang. und traurig vor sich hin blinkte, wie ET. beinah wäre es dort verreckt. wäre nicht die saison zuende gewesen, hätte nicht die bahn, die große radmutter, es irgendwann – gerade noch rechtzeitig – heimgeholt.


