26. August 2010 - 21:22
heute viel arbeit und ausreichend streß. sollte mir dringend mehr innere disziplin zulegen. manche nachrichten gehören einfach ungelesen, in der zeitung wie im beruflichen postfach. dennoch gut vorangekommen.
heute viel arbeit und ausreichend streß. sollte mir dringend mehr innere disziplin zulegen. manche nachrichten gehören einfach ungelesen, in der zeitung wie im beruflichen postfach. dennoch gut vorangekommen.
eine kurze zusammenfassung der römischen dekadenz, ist ja ach so weit verbreitet hierzulande.
herr sarrazin belastet die statistik in der zeit:
- Es gibt Grenzen des Intellekts oder der Persönlichkeit, die eben nicht zu überwinden sind.
- Der Beitrag auch der besten Bildung wird durch die angeborene Begabung und den Einfluss einer bildungsfernen Herkunft begrenzt. Ich könnte dazu auch Darwin zitieren.
- Wer guten Willens und offenen Herzens ist, kann die Wahrheit ertragen.
sechs jahre berlin!
die kleinen quälereien der letzten tage finden ihr ende in einer frischen to do-liste, wodurch sich eine traurige zufriedenheit einstellt. so kündigt sich der herbst an in diesem jahr. ich streiche die posten von der einkaufsliste, einen nach dem anderen, erledigt. bevor ich die liste dann wegwerfe. ich bin ein ordentlicher mensch. bei mir sind alle checklisten abgehakt. immer. so gehen die tage. und die nächte ziehen mir das fell über die ohren.
klar, daß das selbstzerstörungspotential der mich umgebenden dinge noch nicht gänzlich ausgeschöpft war. der august ist ja auch noch nicht vorüber. kupplungszug gerissen!

meine balkonspinne ist umgezogen und wohnt jetzt etwas weiter links, mitten in den tomaten. auch dort macht sie tagtäglich mehrfach fette beute und ist dementsprechend mächtig gewachsen.
deutschland schafft sich ab? die morgenpost zitiert sarrazin wie folgt:
„Ich möchte nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel zu großen Teilen muslimisch ist, dass dort über weite Strecken Türkisch und Arabisch gesprochen wird, die Frauen ein Kopftuch tragen und der Tagesrhythmus vom Ruf der Muezzine bestimmt wird“, schreibt Sarrazin in einem Vorabdruck, den der „Spiegel“ veröffentlicht.
was das nun wieder soll? für ein sommerlochschmankerl ist es vor allem ein bißchen spät.
den tag auf dem balkon verbracht. gelesen. über das schreiben vor allem, vorbereitungen für den kurs im oktober. außerdem gibt es auf dem gebiet ja immer etwas nachzuholen. zwischendrin auch ein bißchen was notiert. lag grad so auf dem weg, eine erinnerung. inspiration nennt man das wohl.
endlich ausgelesen. das heißt, eigentlich mehr so zum teil, vieles habe ich auch einfach nur überflogen. ein seltsames buch, gar nicht schlecht im grunde. wobei ich gestehen muß, daß mich die heftige diskussion damals, vor drei monaten oder so, kaum am rand ein ganz kleines bißchen interessiert hat. nö.
stellenweise übrigens von einer eigenartigen poetik:
Es gibt Äonen von Gedanken, die wir in dieser Sekunde mit einem einzigen Knopfdruck abrufen können. Aber kein Gedanke ist so wertvoll und so neu und schön, wie der, dessen Flügelschlagen wir gerade jetzt in unserem Bewusstsein hören.
da hab ich doch nichts auszusetzen. obwohl, hören?
Frank Schirrmacher, Payback
hatte sehr schöne hände. viel mehr hab ich von ihm nie verstanden. (außer die chance 2000 vielleicht.)
wo ich vor ein paar tagen ein kleines kunstwerk abgebildet habe.
vergangenheit ist ein dehnbares ding. sie durchzieht die zeit bis in die gegenwart, manifestiert sich mal so und dann wieder ganz anders. diese uhr zum beispiel, derzeit tickt sie wieder leise vor sich hin. und das mit dem timing krieg ich sicher auch noch in den griff, irgendwie. irgendwann.
auch karnap, der nördlichste zipfel essens, wurde in dem zusammenhang hochgespült. ein themenkomplex, aus dem bereits geschichten entstanden sind. das ist lange her, aber möglicherweise gibt es bald mal wieder mehr dazu. alles ist verwoben und verschlungen. nichts ist fertig oder abgeschlossen. niemals. sogar die hiesigen häuslichen bauarbeiten gehören unverkennbar in diesen reigen.

denn in karnap habe ich zu bauen begonnen.
da stehe ich, mitten in meinem sandhaufen. einen kasten dazu gab es nicht. das material wurde einfach ausgekippt und später, nach beendigung der nachmittäglichen bauphase, wieder zusammengefegt und in einer kiste verstaut. einmal im jahr wurde die substanz aufgefrischt, die zwangsläufigen verluste wieder aufgestockt. in dem schuppen hinter mir habe ich zum ersten mal einen hammer in der hand gehabt. bald darauf gab es dort auch einen kleinen schrank, in dem ich mein eigenes werkzeug aufbewahren durfte. einen federleichten hammer, den ich selten benutzte. die echten, schweren funktionierten einfach besser. darüber hinaus gab es für mich zwei schraubendreher, eine feile und einen kleinen zollstock. dazu ein paar schrauben und nägel, soweit ich mich erinnere. alles nur für mich.
eigentlich aber gehörte dieser schuppen – stall genannt, weil er im und nach dem krieg wohl ein solcher gewesen sein muß – meinem opa. dort ging er hin, wenn er seine ruhe haben wollte. dort sägte und hackte er das anmachholz, im winter wie auch im sommer. dort reparierte er kaputte geräte, bügeleisen oder bohrmaschinen. alles, was ihm in die finger kam, wurde auseinandergenommen. und zumindest versuchte er es, die dinge wieder funktionsfähig zusammenzubekommen. ich ahne, daß im das nicht immer gelungen sein kann. manchmal fettete mein opa auch einfach seine schrauben und nägel, wenn er sonst nichts zu tun hatte. rost im stall war sein erbitterter feind.
auch das neue uhrengehäuse wird mein opa genau dort zusammengebaut haben. so kam das also mit dem bauen. und dem schreiben. bei mir. über vierzig jahre ist das her, und im moment ist es mir nah wie gestern.
(was ich mich allerdings frage ist, wo nur diese grandiosen beine in der zwischenzeit hingekommen sein könnten. und mich wundert, sehr, daß die stalltür kein schloß hat, sondern nur mit einem holzkeil gesichert ist. ich erinnere mich an ein vorhängeschloß, das immer auf den kopf gehängt werden mußte, damit das wasser nicht hineinfließt. zeiten waren das, damals.)