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archiv: September 2010


wasser & tränen

30. September 2010 - 21:18

was für ein tag. aufgewacht mit einer migräne der eigenartigen art. wenig schmerz, nur erschöpfung und stumpfheit, außerdem leichte übelkeit. also kein hunger, den ganzen tag nicht. und dann das in stuttgart. das habe ich seit jahrzehnten nicht gesehen, wasserwerfer mit solch einer macht eingesetzt. das gibt es nicht einmal mehr in berlin. vielleicht in hamburg, im schanzenviertel oder wie das heißt. aber auch da bin ich nicht sicher. nur damals in den 80ern, da sah es genauso aus. doch da ging es immer um die chaoten, die steinewerfer des schwarzen blocks, gegen die man (angeblich) nicht anders ankam. so ungefähr jedenfalls.

jetzt sind es also schüler. und eltern mit ihren kindern, die weggeblasen werden. und ältere leute, brave schwabenbürger. na, das kann ja heiter werden.

throwing bones

29. September 2010 - 22:30

manchmal finden sich die geschichten ja am wegrand, irgendwo im dreck vielleicht, mehr oder weniger zufällig. oft sind das die besten geschichten, auch wenn es meist recht kleine geschichten sind. oder zumindest geschichten, die zunächst klein und harmlos daherkommen. am ende entfalten sie häufig dennoch eine gewisse wucht.

nachgedacht hatte ich eigentlich nur über grammatik. darüber wie komplex doch der einsatz der verschiedenen zeitformen erfolgt. und wie wenig das oft mit den klassischen regeln der gegenwart, vergangenheit und vorvergangenheit zu tun hat. wichtiger ist ja in jedem fall die erzählhaltung, in jedem text gibt es immer auch den augenblick. das gedachte, wie ich es gerne nenne. das nicht gesagte, nicht geschriebene. also das, was ein mensch über das leben und die welt denkt und weiß. das weiß er schließlich auch, wenn er seine geschichten erzählt.

über diese strukturen dachte ich nach, über die vielen schichten der sprache. über die komplexheit des umgang damit, wie man an der einen ecke etwas zurechzieht und sich dann an der anderen ecke alles verändert hat. wie bei einem mobile. und dann lag da auf einmal eine kleine geschichte am rand der großen straße: Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu großzuziehen.

schachern

28. September 2010 - 15:37

ich rieche es förmlich, daß da oben schon wieder die markenkerne geschliffen werden, fein säuberlich und anschließend poliert. ich spüre es genau, wie die vorformulierten alleinstellungsmerkmale durchdekliniert werden, satz für satz. immer und immer wieder. und ich sehe, wie jetzt schon vorsorglich die wählerpfründe erschlossen werden, lange vor der zeit. mensch, da ist doch noch platz, an der stelle, wo sarrazin die beute fett gemacht hat. das kann man doch versuchen, da kann man sich doch mal breit machen.

nur die grünen lassen lässig ihre güldenen überflügel spielen, einstweilen. das alles geht vorbei. nur mein ekel bleibt unverdrossen.

perspektive

28. September 2010 - 13:46

mitunter braucht es ja nur ein paar millimeter, vielleicht einen oder zwei zentimeter insgesamt, um die der kopf gehoben werden muß, um dem eigenen sumpf zu entkommen. ganz einfach eigentlich.

worte an sich

27. September 2010 - 21:53

geschrieben habe ich Schreiben als Arbeit schon vor ein paar tagen. da war ich mal richtig früh dran mit meinem monatlichen text für worte an sich. sollte vielleicht auch so ein bißchen eine erinnerung für mich sein, daß da irgendwo im hintergrund, hinter all der arbeit, ja immer noch die richtige arbeit wartet. die, die mich weiterbringt.

darauf sei dann hiermit noch einmal hingewiesen. also ich selbst weise mich hin. vielleicht hilfts ja.

wichtige stellungnahmen in blogs (90)

27. September 2010 - 15:57

Was Nicolas Sarkozy die “Gitans” sind, sind Schwarz-Gelb offenbar die Hartz-IV-Empfänger. Sie werden zwar nicht ausgewiesen, aber abgeschoben – tiefer ins Ghetto der sozial Ausgegrenzten.

das schreibt herr spreng im sprengsatz, ein feines blog, das ich nicht so oft links liegen lassen sollte.

27. September 2010 - 14:55

wie kann das sein, daß ich jetzt schon mit der arbeit fertig bin? da weiß ich ja jetzt so gar nix mit anzufangen, so plötzlich. dieser krasse wechsel ins nichts. ;-)

26. September 2010 - 23:27

gerade etwas gebloggt, das ich auf keinen fall veröffentlichen kann. über politik und weltekel. zu persönlich. gutnacht.

wahre sätze in den täglichen nachrichten (89)

26. September 2010 - 17:04

Habsucht ist der Krebs der Marktwirtschaft. (ein echter, glasklarer küppersbuch eben.)

neuköllner straßenpoesie

25. September 2010 - 23:17

ist es ein tag? spanisch? oder tatsächlich ein genitiv?

projekt: lyrisches kommentieren

25. September 2010 - 22:46

ich bekämpfe das getrolle mit poesie: … in der dritten Nacht, als der Fuchs die Straße kreuzte.

bloggeralltag

25. September 2010 - 19:31

schlage mich gerade wieder einmal mit HSB-kommentaren herum. wie soll man so einen schwachsinn (ff) ertragen?

scherzartikel

25. September 2010 - 18:41

heute in der buchhandlung einen echten sarrazinbuchkäufer erlebt. vermutlich kein deutscher, der mann sprach englisch mit akzent und wollte den roten brocken als geschenk eingepackt haben. vielleicht ein scherz? oder doch recherche? eventuell sogar scham?

don’t believe it, riet ihm die buchhändlerin vorsichtshalber.