25. September 2010 - 17:51
beim entkalken der kaffeemaschine versehentlich herausgefunden, wie die espressofunktion funktioniert. nach zirka zwei jahren, immerhin. was es nicht alles gibt.
beim entkalken der kaffeemaschine versehentlich herausgefunden, wie die espressofunktion funktioniert. nach zirka zwei jahren, immerhin. was es nicht alles gibt.
es wird wohl zeit, dieses lied einmal zu singen, wo doch in letzter zeit derart viel dreck über die türkischen vertreter dieses wohl schwierigsten einzelhandelszweiges ausgeschüttet wurde. nachts auf dem großmarkt sein, pünktlich und wach, damit die ware rechtzeitig im laden liegt. jeden deutschen jungen würden sie dafür in den himmel loben.
arm wäre es hier, ohne die türkischen händler. armselig, auf das ewig gleiche angebot der discounter, abgepackte massenware stapelweise, angewiesen zu sein. der türkische supermarkt dagegen funktioniert noch wie ein markt. das gemüse sucht man sich selbst zusammen, genau so viel, wie man braucht und möchte. es gibt kartoffeln, zwiebeln und knoblauch einzeln, das ist wichtig in einem einpersonenhaushalt. es gibt drei sorten knoblauch, wenigstens. der ingwer ist frisch, und es gibt ihn, immer. ebenso die frische minze. kein discounter hat das. die fleischtheke, gut, die ist gewöhnungsbedürftig. kennt man ja heute kaum noch, so unabgepacktes rohes fleisch. nur früher, mit meiner oma beim metzger, da gab es noch diese schalen in der theke. und das blut, das sich darin sammelte. also, für eine hühnersuppe ist der türkische händler auf jeden fall immer gut. im winter finde ich dann dort, und nur dort, meine liebste salatbeilage: maronen. ohne würmer. naja, die meisten jedenfalls. in deutschen läden liegen die dinger, wenn es sie überhaupt gibt, meistens so lange, daß man die hälfte wegwerfen muß, weil sie schon zerfressen ist. kein spaß, bei dem preis.
überhaupt der preis. es ist nicht immer a-ware, das stimmt. aber wer braucht die schon? meine gurken müssen nicht gerade sein und kleine kartoffeln sind schneller gar. das preis-leistungs-verhältnis ist ohne zweifel auch besser als im discounter. zumindest beim gemüse, aber darum geht es hier ja.
nicht zu vergessen auch die brote. kaum zu glauben, daß ich ohne fladenbrot aufgewachsen bin.
meine balkonspinne war sehr fleißig heute, gleich zwei fette insektenpakete hat sie gepackt und in ihrem netz zwischengelagert. die kleine dagegen habe ich nicht mehr gesehen, seit vorgestern schon nicht mehr. vielleicht ist sie schon erwachsen und mußte ausziehen. keine ahnung, ich kenne mich wirklich nicht aus mit spinnen. möglich, daß die alte sie gefressen hat. manche mütter machen das.
während die kaffeemaschine kalkbröckchen vor sich hin spuckt, das berliner wasser eben, stehe ich daneben und sehe aus dem fenster. gegenüber sitzt ein mann vor einem bildschirm, hinter ihm im zimmer leuchtet eine ikeastehlampe gegen die decke. in der wohnung daneben sieht es nicht viel anders aus, die frau wird vom bildschirmlich leicht grünlich angestrahlt. die balkontür steht noch etwas offen. heute ist die letzte sommernacht.
und ich weiß jetzt, wie ich für meine nachbarn aussehe. vor dem bildschirm sitzend und blaß im gesicht. (immerhin nicht grünlich.)

es hat geklappt, ich bin jetzt offiziell anerkannte balkonspinnenzüchterin. gerade habe ich sie entdeckt, die kleine. es gibt also wirklich spinnennachwuchs in den tomatenpflanzen auf dem balkon. wobei ich gar nicht so genau weiß, wie spinnen eigentlich nachwachsen.
das hat mich dann schon ein wenig erschreckt heute morgen, als ich im laden stand und diverse jacken durchprobierte. alle dasselbe modell, nur andere farben. und verschiedene größen natürlich. das mit der farbe war schnell geklärt. lieber ein dunkles olivgrün als fettes schwarz, auch wenn der kragen dann braun ist. schwarz wird nur grau mit der zeit, das ist mir irgendwie nicht.
aber die größe? 40 hatte ich ja schon früh, auch als ich untenrum noch in 36er hosen paßte. und zwar nicht, weil ich obenrum so einen wahnsinnsumfang gehabt hätte, damals. ganz im gegenteil. nein, es es waren wohl immer schon die schultern. auch jetzt sind es im grunde die schultern, nichts anderes. der aktuelle waagebericht liegt derzeit bei irgendwas über 60. nicht viel über 60, das ist durchaus okay. in meinem alter. obwohl ich der 5 vorne schon auch nachtrauere, immer noch. aber da ist ja diese neue waage, die immer 3 kilo mehr anzeigt als die alte. und ich möchte schließlich beim fahrradfahren die ärmel nicht in den kniekehlen hängen haben. also natürlich nicht wirklich in den kniekehlen, sondern in deren pendant an den armen. wie heißt denn das?
aber daß ich dann mit einer 44 nach hause gegangen bin. das kann ich einfach nicht verwinden. 44! jetzt denke ich die ganze zeit auf mich ein, daß es ja eine winterjacke ist, unter die auch die dicke watteweste passen soll. überhaupt stand ich da in dem laden, hab mit den armen gerudert und die schultern hochgezogen. das war gut, alles okay. ich habe genau die richtige wahl getroffen. gepaßt habe ich zwar auch in die 40er, definitiv. aber die ärmel. und die schultern. und eigentlich war es doch schon immer so. es ist also alles in ordnung. eigentlich.
sicher fällt diese spezielle jacke ganz extrem klein aus, denke ich. das hat meine oma damals auch immer behauptet. das sind ja schließlich nur nummern. (im übrigen ist es eine 42/44, sehe ich gerade. puh, schwein gehabt.)
einiges auf dem stundenzettel heute. darüber hinaus ist es mir immer wieder eine freude, zum arbeiten das haus, die wohnung, das eigene nicht verlassen zu müssen.

irgendwie ist es schwer zu vermittel, was gestern in berlin los war. das menschenband, das auf diesem unzulänglichen bild am anderen ufer zu erkennen ist, stellt ungefähr ein fünftel von dem dar, was allein von dieser stelle aus zu sehen war. und zwar zu einem zeitpunkt, als ich und unzählige andere meine runde schon durch hatte. ein paar meter hinter mir standen zu der zeit die traktoren, die den zug angeführt hatten. und es ist beileibe nicht das zugende, da drüben. noch lange nicht.
die masse allein macht es natürlich nicht. es gab auch gewagte einzeleinlagen.

und fröhliche protestbootsfahrten.

es ist gerade erst elf und ich bin platt. das sind so die randerscheinungen eines ausgedehntes demotages. zwei stunden demolatschen, plus nochmal zwei stunden herumschlendern, außerdem noch eine gute stunde – zirka 14 bis 16 kilometer, denke ich – radeln. das kommt einem mittelmäßigen fitnessprogramm gleich, an das ich nicht recht gewöhnt bin.

pünktlich gegen 13 uhr geht es los. ich latsche meine runde, sambatanzend und trillerpfeifend, ziemlich an der spitze des zuges. nach 90 minuten dann umwandern wir dann artig die abgesperrte reichstagswiese, gähnende leere vor der heimstatt des bundestages. die füße qualmen, der rücken schmerzt, doch bald ist es geschafft.
von wegen. der blick über den fluß, hinüber zum hauptbahnhof verblüfft mich: von dort geht die demo immer noch los und los und los und hört nicht auf. ein hinüber gibt es für mich nicht, die schmalen brücken sind mir zu voll. also will ich zurück zum brandenburger tor, wo mein fahrrad steht. schließlich habe ich meine schuldigkeit getan, denke ich. dabei kreuze ich das schier endlose ende des demozuges. die menschen haben inzwischen die reichstagsstufen erobert und auch die wiese ist geflutet. wahnsinn!

meine gesammelten knöpfe befinden sich übrigens in jener kleinen plastikschachtel, in der zu meiner grundschulzeit die kleinen bunten dreiecke, kreise und quadrate für die mengenlehre wohnten.
ich bin so unglaublich diskursmüde, schon seit tagen, wenn nicht wochen. ist doch alles nur geschwätz, vor allen die politik. manchmal möchte ich keine antwort. manchmal möchte ich einfach nur reden oder eben schreiben, damit ich die welt nicht völlig verliere. meine welt, die doch niemand kennt. oder gar versteht.
kiesern hatte heute mittag fast etwas meditatives. tiefe, kraft und stille. naja, kraft. die meisten ziehen, drücken und schieben mehr als ich, auch die frauen. ich bin mehr so eine lusche. nur in den händen nicht. keine ahnung, warum. vielleicht das dauernde greiftraining auf dem motorrad.