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archiv: Dezember 2012


31. Dezember 2012 - 00:01

und dann ist da dieser moment, in dem es irgendwo leise knackt. wenn auf einmal klar ist, daß der text nicht mehr komplett zerbrechen kann. über die qualität ist damit noch wenig gesagt. das ist arbeit, können und kunst. geschenk auch. das wird sich zeigen. aber er zerfällt nicht mehr, der text, aus versehen oder aufgrund mangelnder kraft meinerseits.

das war heute. gegen drei.

überhaupt lief alles besser als erwartet. erst über 1000 zeichen weggekürzt, mehr so nebenbei, weil es nötig war. (gut.) dann die letzten zwei seiten überarbeitet, zweimal. wichtige seiten. mittendrin übrigens, das ist auch neu. das ende war ja gestern schon dran.

30. Dezember 2012 - 12:58

status: nachts wühlt der text in mir, bis ich wieder in ihm wühle. wir schenken uns nichts. (knapp vier stunden schlaf zwischen sieben und kurz vor elf. traumlos.)

30. Dezember 2012 - 01:00

keine schlechte idee, alle vermeintlichen verpflichtungen für heute von grund auf zu vergessen und gleich in die anstehende arbeit einzutauchen. heute also zirka zehn stunden im text geschwommen. immer noch weiß ich nicht, ob es besser wird. hier und da ganz sicher. und es wird, das steht fest. für morgen heißt es, eine (v)erträgliche syntax für das kurze dialogstück zu finden. ich hadere vor allem mit den zeichen. aber wie sonst?

bei ágota kristóf finde ich anstriche. die bachmann arbeitet in malina mal ohne alles, einfach nur im wechsel. dann wieder wie für die bühne: sprecher, doppelpunkt und text. ich  weiß einfach nicht.

28. Dezember 2012 - 23:36

endlich doch wieder in den text gefunden. noch nicht ganz vielleicht, es bleibt diese unzufriedenheit, wie immer. nein, wie manchmal, aber immer wieder eben. zwischendrin. das muß wohl so sein. beim schreiben.

schreiben ist atmen. man kann es, dennoch wird es besser, wenn man im training ist.

fünf seiten durchgegangen. und zum glück festgestellt, daß ich die handschriftlichen notizen von anfang des monats fast alle vollständig entziffern kann. so kann ich arbeiten. schwein gehabt.

noch zwei tage, dann bin ich da durch. und danach wieder papier. feinschliff würde ich sagen.

wortzen

28. Dezember 2012 - 23:00

lyrik -> # istzustand

prosa -> ich mühe mich.

28. Dezember 2012 - 18:26

schuldfragen interessieren (mich) nicht, schuldgefühle noch viel weniger. dennoch bleibt das auftauchen dieser fragen mitunter nicht aus, und die beschäftigung damit lähmt den atem. was hätte ich (anders) tun können, tun sollen? was soll ich dazu (noch) sagen? wenn ich nicht einmal (mehr) denken kann.

28. Dezember 2012 - 17:58

aufwachen mit dem vertrauen schmerz im nacken. einmal ibuprofen hilft, sofort. nach minuten schon tritt das vergessen ein, ein kleines wunder fast. oder auch nicht. der sich seit einigen wochen deutlich abzeichnende verlust eines stabilen hormonzyklus’ tut wohl sein übriges dazu. seltsam übrigens, wenn dieser durchaus lebensprägende rhythmus nach 36, 37, vielleicht auch 38 jahren, ich weiß es nicht genau, mit einem mal verschwindet. keine ahnung, wonach ich mich jetzt richten soll. wie mich fühlen.

vollmond ist außerdem auch.

feiertagspflicht v

27. Dezember 2012 - 19:39

steuern 2011 abgeliefert und abgehakt. freue mich schon auf 2012.

konturiert

26. Dezember 2012 - 16:51

alice miller fertig gelesen. eher enttäuschend. wenn ich das therapielamento abziehe und die ständige bekräftigung der eigenen verstricktheit darin, bleibt wenig. und nichts, das ich nicht längst wüßte. zum glück, das war vor fünfundzwanzig jahren durchaus anders. (das drama des begabten kindes, am anfang war erziehung, du sollst nicht merken usw.)

immerhin: schlagworte gesammelt. bestehende klarheit nachgezogen. bestätigt. und erkannt, warum mich therapie und analyse nie wirklich interessiert haben.

Alice Miller, Die Revolte des Körpers

26. Dezember 2012 - 15:19

das hotel, in dem ich wohne, hat keine türen oder wände. nur vorhänge,  wie in einer notaufnahme. und immer ist da wer in meinem bereich, ohne etwas mit mir zu tun haben zu wollen. später, während der meditation, schwinden mir die hände. und öffnen sich anschließend.

feiertagspflicht iv

25. Dezember 2012 - 16:13

keine lust, das haus zu verlassen. geht alles auch morgen. oder übermorgen.

25. Dezember 2012 - 16:09

knochenarbeit. erst versuche ich, die leiche meines vater in handliche stücke zu zerlegen. dabei stelle ich fest, daß auch so nicht weiß, wohin damit. dann will ich wissen, was in seinem kopf ist und versuche, die schädedecke mit einem küchenmesser zu öffen. auch das funktioniert nicht, weil das messer keine säge hat. schließlich assistiere ich bei einer pferde-op. das tier ist betäubt, aber es steht noch. schultern und kopf sind bedeckt mit einer decke. als ich darunter sehe, stelle ich fest, daß der gaul aufwachen will. von den beiden operateuren ist aber keine spur, die besaufen sich gerade in irgendeinem hinterzimmer. ich zerre einen von ihnen herbei, weil ich keine ahnung habe. er aber auch nicht, er schnitzt nur einfach an einem hinterbeinknochen des pferdes herum, das längst zu boden gegangen ist. beim aufwachen denke ich an geld.

automatismen

24. Dezember 2012 - 23:14

vor ein paar tagen schrieb claudia in ihre sammelmappe über das gute und das böse, wohl in zusammenhang mit dem amoklauf in newtown. darüber habe ich auch viel nachgedacht, zwischen all dem anderen schrott, der in den letzten wochen anstand. über die antwort der waffennarren vor allem, ihre absurden vorschläge und argumentationen. gehört habe ich zunächst von überlegungen, einfach die lehrerInnen mit waffen auszuzstatten, um so eine mögliche gefahr schnell und unkompliziert mithilfe des personals vor ort bereinigen zu können. (der gedanke wurde mittlerweile wohl ersetzt durch die forderung, jede schule vorsorglich mit bewaffnetem personal zu besetzen.)

man stelle sich das vor, lehrerInnen, die mit halbautomatischen schnellfeuerwaffen in ihren klassen stehen und unterrichten. (oder eben gewaffnetes personal, das durch die gänge und klassenräume streife geht, immer die MP im anschlag.) ein scheußliches bild, aber ein gutes natürlich, denn es geht ja um sicherheit

allerdings nur bis zu dem tag, an dem zum ersten mal einE lehrerIn das feuer eröffnet. (oder eben ein anderer mensch, der mit seiner legalen waffe und eigentlich in schutzfunktion bereits vor ort ist.) etwas, das ohne zweifel irgendwann geschehen wird.

und dann? die logische konsequenz wäre wohl, die kindermit waffen auszustatten. zu ihrem schutz natürlich. oder?