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archiv: Februar 2013


26. Februar 2013 - 14:11

heute migräne, war ja klar. ich hätte es wissen sollen, gestern schon. über dreißig jahre, und die hoffnung ist immer noch nicht verreckt.

in den straßen

25. Februar 2013 - 15:51

der job für heute kommt doch noch nicht. na gut, so ist das manchmal. bliebt also zeit, zu suchen, zu finden, zu verwerfen. blogs zu lesen, in büchern zu blättern. ich bin so müde. etwas, das früher einmal migräne hieß, kriecht mir durch den nacken. oder ist es doch nur der neue text, der neu zu beginnende?

wie komme ich bloß zu diesem thema, das mich seit herbst letzten jahres packt? gar nicht so sehr, daß ich mich bewußt damit beschäftige. vielmehr wächst es in mich ein, durch mich hindurch, aus mir heraus. womöglich ohne jeden sinn. andere dagegen reden, schreiben, bloggen ganz klar:

Sassen: Es gibt heute mehr Ungleichheit, mehr Armut, mehr Flüchtlinge, mehr Gefängnisinsassen, mehr Überwachung, mehr Leute, die aus ihren Häusern geworfen werden, weil sie die Hypotheken nicht mehr zahlen können. Üblicherweise sieht man diese Entwicklungen als separate Trends an. Aber als ich merkte, dass in den letzten 30 Jahren all diese Dinge massiv zugenommen haben, habe ich mich gefragt: Was sehe ich denn hier eigentlich? Und dann erkannte ich: Was hier stattfindet, sind Vertreibungen.

Maik Novotny, Exilierte auf der globalen Straße: Interview mit Saskia Sassen

Sassen: Eine Straße ist per se kein Ort für rituelle Routine, sondern ein Raum, in dem neue soziale und politische Formen entstehen können. Städte sind Orte, an denen die Machtlosen Geschichte machen können. Dadurch, dass sie füreinander sichtbar werden, können sie diese Machtlosigkeit ändern.

25. Februar 2013 - 12:54

das hinlegen bereitet mir eine plötzliche übelkeit, das ist eine überraschung. ein paar dieser oscars vernehme ich noch, mit geschlossenen augen und leicht verwirrt. als ich gar nichts mehr verstehe, verschwinde ich im nichts. spät, viel zu spät am tag versuchen fremde gesichter, ganz nah, mich zu wecken. gerade noch rechtzeitig. doch ich will nicht hören, verharre zwischen den welten und versuche, zu verstehen. ja. wo doch nichts zu hören ist, nur zu sehen. kein ton, kein wort. zuletzt werden ich kurzerhand in einen häcksler geworfen, die füße voraus. er stopt erst, als die beine schon weg sind, frißt sich fest an meinen hüften. so werde ich wach. so beginne ich den tag. ich bin stärker, das war ich schon immer.

novella (28)

24. Februar 2013 - 23:36

wenn eines durch ist, kommt das nächste. so soll es sein, so will ich das. und ich zwinge es nicht, es schleicht sich von allein an mich heran, schmeißt dabei alles über den haufen, von grund auf. ich werde alles verwerfen und von vorn anfangen müssen. die konstruktion neu ziehen, die ausgangsposition, die eigentlich so etwas wie eine finale starre ist, neu verorten. das ist nicht zu ändern. eine neue, verrückte linie zeichnet sich ab.

soll sie doch. mir nur recht. danke.

ich werde das vertiefen.

ekel, größenwahn und zweifel

23. Februar 2013 - 16:42

so ist das, so schreibt das selbst. so kenne ich es, mein schreiben. ganz genau so. bis auf das mit dem nikotin vielleicht, aber sonst.

Ich schreibe, weil nichts mich so sehr überraschen kann wie das, was beim Schreiben entsteht: Weil es nichts mit mir zu tun hat. Weil es von sich aus lebt. Weil es auch da sein könnte, wenn ich nie gewesen wäre.

Matthias Nawrat bei Volltext, Der Mückenschwarm

bezeugen

22. Februar 2013 - 23:28

gestern in der s-bahn. beim versuch, Carolin Emckes Von den Kriegen zu lesen, bleibt mir nach exakt zehn seiten schon die luft weg. das will was heißen, denn ich bin nicht zimperlich. ich sehe hin, immer. ich sehe auch dahinter. und selten lese ich dinge, die mir genau das schon sagen. in aller schlichtheit.

Eine Vielzahl von Parasiten fraß sich ungestört durch den Rest eines Menschen.

es geht übrigens ums hören, nicht ums sehen. bleiben noch dreihundert. seiten.

50

18. Februar 2013 - 00:44

das gift und die weisheit, ein fließender fluß. (die grenzgängerin)

17. Februar 2013 - 02:22

der arm der winkekatze hat heute, gegen abend unvermittelt aufgehört zu winken. hat pause gemacht, einfach so, die batterie war es nämlich nicht. ein stubser hat gereit, um sie wieder in ganz zu setzen. dazwischen aber war zeit, in der diele  zu stehen und die möglichkeiten zu überdenken. etwas hat zu einem ende gefunden, das verdient eine gute pause. ohne zweifel. anschließend geht es dann weiter, nahtlos, wie ich hoffe. sonst wird der absturz zu gewaltig.

wortzen

15. Februar 2013 - 23:00

lyrik -> # darüber verlieren

prosa -> ein paar kleinigkeiten fürs wochenende. mal sehen, wie groß die sich am ende machen.

kleingeld

15. Februar 2013 - 21:08

heute eine hose gekauft, eine nagelneue. keine aus zweiter hand. jetzt ein schlechtes gewissen, weil ich einfach so viel geld ausgegeben habe. einerseits. andererseits, weil es bestimmt eine von diesen billigjeans ist, die von kindern in bangladesh zusammengetackert wurde. wie auch immer, hätte ich nicht sollen.

angesichts dieser blöden alltagsproblematik heißt das für mich jetzt wohl: back to normal.

14. Februar 2013 - 00:28

viel tod im kopf dieser tage. viel gewalt auch und erinnerung. schlaflose nächte. sehr, sehr müde derzeit.

eisbergsurfen

12. Februar 2013 - 22:59

als 1980 die „elterliche gewalt“ notdürftig in eine „elterliche sorge“ umgewidmet wurde, war ich schon siebzehn. das bedeutet, daß es für mich zu spät war. oder anders gesagt: ich selbst hatte es damals ohnehin schon (fast) hinter mir. so dachte ich zumindest, soweit ich mich erinnere. heute bedeutet diese tatsache etwas anderes. es bedeutet, daß nichts, was mir damals geschehen ist, rechtlich gesehen relevant ist, im grunde auch jetzt nicht. es war richtig, recht und gerecht.

berichte zum thema, wie etwa der bei StelgitzMind vor ein paar tagen, überraschen mich mitunter. nicht, weil mir nicht bekannt ist, daß es wirklich viele menschen gibt, die sich deutlich gegen gewalt wenden und insbesondere für gewaltfreie erziehung eintreten. leider vermengt sich, meiner erfahrung nach, mit diesem durchaus ehrenhaften engagement allzu häufig ein enorme unkenntnis gegenüber der materie, eine ablehnung, die mitunter an verleugnung grenzt. und damit kann ich bis heute nur denkbar schlecht umgehen. es ist, als würden meine erfahrungen und damit beinah auch ich mit verleugnet.

ein beispiel? einer der letzten sätze in besagtem artikel lautet: Zu harten Körperstrafen wie “Hinternversohlen” greifen vier Prozent. dieser bezieht sich auf heute, auf eine forsa-umfrage für die zeitschrift „eltern“ aus dem jahr 2012. und er bewirkt spontan zweierlei in mir:

  1. es berührt mich, weil mir bislang noch nie jemand gesagt hat, daß das, was mir über jahre regelmäßig geschehen ist – in die zange genommen werden, hose runter und arsch voll – tatsächlich eine „harte Körperstrafe“ war. wenn ich es für einen augenblick persönlich nehme, dann ist es fast eine art von anerkennung. und beruhigung.
  2. im nächsten moment möchte ich dann sagen: so schlimm war das aber nicht. und zwar nicht, weil es ich es zu relativieren oder gar zu rechtfertigen versuche. (vor der kollegin, die zugab, ihr kind auf die windeln zu klappsen, anders ginge es ja nicht und es täte ja auch nicht weh, stand ich innerlich zitternd vor fassungslosigkeit und wut.) auch möchte ich nicht behaupten, daß es mir nicht geschadet hätte. obwohl ich andererseits niemals sagen würde, ich sei beschädigt. das bin ich nicht, ich bin geprägt, wie alle anderen menschen auch. gewalt aber kennt andere formen, jenseits der körperlichkeit, die weitaus schrecklicher sind. (die schläge habe ich nach ein paar jahren mit ein paar worten, einem einzigen satz ein- für allemal beendet.) seelenmacht dagegen, verachtungsgewalt wird allzuleicht relativiert. das scheint niemand wahrhaben und wissen zu wollen.

was in dem oben genannten wie in anderen artikeln und beiträgen zum thema steht, ist schön und gut, ganz ehrlich. ich weiß das zu schätzen. aber es ist die spitze des eisbergs, wenn überhaupt. gewalt wurzelt tief und läßt sich kaum begreifen, geschweige denn bereden.

ich sehe sie überall, die kinder, die von erwachsenen an einem arm durch die straßen gezerrt werden, weil sie ihnen nicht schnell genug sind. ich höre das bellen der eltern, immer wieder, wie es über das schluchzen der kinder herfällt. ich verpasse sie nicht, die leise gefauchten beleidigungen in kaufhäusern und u-bahnen. die ständigen wiederholungen, die sich festsetzen und noch nach jahren, jahrzehnten in den menschen um wahrheit würgen.

verfluchte wahrheit. will ja doch keiner wissen. später.

11. Februar 2013 - 01:11

beim blumengießen eben, den letzten textausdruck begossen, getränkt fast. oder getauft. welliges papier und schmutzig schwimmendes tintengrau. ist ja gut, ich lasse die finger davon. versprochen. ich weiß ohnehin gerade nicht weiter.