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archiv: alle tage


dumpf

28. März 2015 - 17:29

die augen brennen und triefen, ebenso alles andere im gesicht und nicht nur das. nach jedem naseputzen sind die ohren bedrückt und taub, die glieder schmerzen vom herumliegen, doch beim herumgehen schwankt die welt beständig ein wenig. was auch nicht angenehm ist. mit dem, was wohl ein tödlicher männerschnupfen entweder schon ist oder noch werden will, kann ich wie immer nicht gut umgehen. es ist lästig und irritierend, ich möchte flüchten vor mir, dieser unsinnig zerfließenden masse. wirklich schlimm ist das nicht, nein.

dennoch oder vielleicht gerade deshalb ist es mir peinlich, heute meiner aushäusigen teilzeitarbeitsstelle vorsätzlich ferngeblieben zu sein. auf der ich, mittelmäßig stimmlos, wie ich bin, absolut nichts verloren hätte. quasselstrippe, die ich dort zu sein habe, stundenlang. bereits gestern habe ich alle anrufer quasi verrotz oder verbellt. also.

ich lerne nur langsam. über die jahre und jahrzehnte, in denen ich niemanden persönlich über meine gesundheitlichen zustände zu informieren hatte, fällt es mir nun schwer, die notwendigerweise getroffenen entscheidungen über mein krank- oder aber gesundsein vernehmbar zu verkünden. schlimmer noch: falls sich mein verschleimungszustand tiefer gräbt und in mein atmen legt, wie es üblicherweise gescheiht, ich hab das ja nicht zum ersten mal, dann werde ich am montag in einer arztpraxis vorstellig werden müssen. würde ich eigentlich  ja nie tun, nicht wegen solcher kleinigkeiten. aber so geht das im angestelltenleben. weiß ich ja, theoretisch.

das mit dem krankenschein habe ich bislang erst einmal im leben versucht, das war vor über dreißig jahren als ich in der lehre war. da war meine stimme total weg, kaum ein krächzen konnte ich von mir geben. und das krächzen tat weh, wie jeder einzelne atemzug, so flach und vorsichtig er auch war. insgesamt war ich nicht nur erkältet, ich war am ende meiner kräfte. ein familienumzug lag hinter mir, wochenlanges handwerken den ganzen tag, erst auf der arbeit danach in der neuen wohnung. im dekolager im lehrkaufhaus hatte ich außerdem tagelang nitrolack streichen müssen, was in einem lager ohne absauganlage damals schon nicht erlaubt gewesen sein kann. nitro macht wie trunken und die stimme hatte ich womöglich auch dabei gelassen und mir den schmerz in den atemwegen zugezogen. das alles trug ich freimütig krächzend dem mir völlig fremden arzt vor, der mir daraufhin aus welchem grund auch immer den krankenschein verweigerte. keine ahnung, was er sich dabei dachte. ob er mich für einen partyverkrächztes teenager hielt? ob er mir ankreidete, daß ich trotz zustandes mit dem motorrad vorgefahren war?

gut, ich hätte mit dem fahrrad fahren können oder zu fuß gehen. weit war es nicht, das weiß ich noch. ich hätte dem mann erklären können, daß es niemanden gab, der mich hätte bringen können oder wollen. aber wie hätte ich darauf kommen sollen, mit etwa neunzehn? da wußte ich noch nicht, daß menschen normalerweise andere menschen haben, die so etwas für sie tun. so stand ich also anschließend einfach wieder draußen, bei meinem motorrad, und sah zu, wie der herr doktor in seinen porsche stieg und wegfuhr. ratlos war ich, nicht einmal wütden, nur irritiert. und ging halt arbeiten am nächsten tag, schniefend und krächzend. mit neunzehn geht das.

das wird also spannend am montag, wenn ich dem prozedere womöglich eine zweite chance einräumen werden muß. wenn es bis dahin nicht längst wieder besser ist, ganz von allein. mal sehen.

noch etwas gehört wohl gelernt. da ist dieses sofa, unmittelbar hinter mir, das zum sitzen so schlecht geeignet ist, weil es ein schlafsofa ist. und ich liege so gut wie nie darauf. ob das so soll?

lieblingsfarbe: grün

16. März 2015 - 12:29

sehr zufrieden bin ich derzeit mit den bei mir lebenden pflanzen, besonders mit den beiden neuen. der zierspargel wirft lange, hellgrüne triebe richtung licht, kann es offensichtlich kaum erwarten, endlich nach draußen zu kommen. der gummibaum arbeitet an seinem zweiten neuen blatt seit er hier eingezogen ist, das ist mehr als ich zu hoffen erwartete. (kann man so sagen?) auch die balkonüberlebenden, einmal efeu, einmal lavendel, werde ich in diesem frühjahr keinen plötzlichen dursttod erleiden lassen. das habe ich mir fest vorgenommen.

das sind doch gute zeichen. morgen wird es sonne und warm sein, da ist dann balkonbautag. wenn ich schon zu anderem kaum fähig bin. das hilft sicher.

gestern sah ich mich außerdem (rein privat) gezwungen, mich zu meiner lieblingsfarbe zu äußern. grün natürlich, was sonst?! ein dunkles, schwer zu definierendes grün. so richtung tanne vielleicht, aber auch ein wenig flasche. also finster und transparent zugleich. irgendwie.

tja. ich bin echt nicht einfach, ich weiß. selbst in meiner freude nicht. isso.

thx

15. März 2015 - 19:40

ein vertrottelter sonntag, endlich wieder einmal. vertrödelt, meine ich. es lag einfach keine lust herum, die ich mir hätte leihen können. keine lust und keine last. auch keine inspiration oder ein wenig intelligenz, einfach nichts. so hab ich geputzt und gesaugt, immerhin, womöglich werde ich gleich noch ein wenig bügeln.

das ist unzufriedenstellend, ich weiß. ich spüre, wie es sich an meiner oberfläche festsetzt, wie staub, wie zement. was immer es ist. was darunter liegt, keine ahnung. keine träume, keine hoffnung mehr. wie lange geht das schon so. ich bin mir selbst unerreichbar, stunden-, tagelang. mehr als ich ertragen kann. das macht schwer und alt, es hilft nicht weiter, es ist für nichts gut. aber das ist egal.

es ist besser als das unzumutbare innere gehetze, gezeter und gemetzel der letzten wochen.

das habe ich verabschiedet, das lohnt sich nicht. (ebenso die plötzliche kleine rheumaepisode, nicht einmal halb so schlimm wie im letzten jahr. aber lästig. auch sowas kann ich nicht gebrauchen, nicht mehr. danke.)

was ist das für eine müde welt.

tangoangst

14. März 2015 - 21:17

tangototalausfall. grippewelle oder so, absage aller vertrauten mittänzerinnen im laufe des tages. gerade eben die letzte. kurz vor knapp, fast hätte es geklappt. das passende hemd habe ich schon an, die schuhe schon in die tasche gepackt. aber alleine gehe ich nicht, kann ich nicht, nie wieder. das eine mal, daß mir das passiert ist, war derart schrecklich. ich erinnere mich genau. das brauche ich nicht, nicht jetzt. nein.

soviel angst halte ich nicht aus. es ist wie es ist, keine liebe.

frühjahr, müde

13. März 2015 - 12:38

ich weiß nicht, ob es der hormon(miss)stand oder die latente rheumahand links ist, die immer noch herumzickt. nur wenig zwar, vergleichsweise harmlos, kaum schmerzmittelrelevant. aber da wandert eben doch eine entzündung herum. will keine ruhe geben, das biest, mich nicht nicht einfach wieder verlassen. oder wenigstens in den untergund verschwinden, wo es hingehört. schweigen, stumm und regungslos.

jedenfalls ist alles an mir, allen in mir erledigt und müde. obwohl es so viel zu erledigen gäbe, anzufangen auch. aber nicht mal zum müde sein habe ich zeit, derzeit.

11. März 2015 - 00:21

hand fast wieder normal, so geht das. die dazugehörige schulter will noch nicht so recht. schmerzfrei nach hinten geht nicht, aber das geht ja meistens nicht. aktuell keine schmerzmittel, auch nicht beim tangoüben eben. obwohl es im rechten fuß ein klein wenig piekt. egal. so soll das.

morgen baue ich dann das ding aus holz für die fensterbank.

prinzip

10. März 2015 - 15:08

okay. dieses rheuma will ein heimlicher begleiter bleiben, der spontan recht aktiv zu werden vermag.

gestern abend also, besonders auch nachts, einfach mal für eine weile mit einer jämmerlich verschmerzten linken hand zugebracht. zwangsläufig. schmerzmittel, volle dröhnung. so geht das, zum glück. heute ist es schon so gut wie wieder weg. nur ein rest steifheit, wie muskelkater.

mein rheumawesen mag offensichtlich bestimmte arten der überbeanspruchung nicht. im letzten sommer, während und nach dem tangofestival, habe einen tag, vielleicht auch zwei ohne einen belastbaren rechten fuß verbracht. (so läuft es sich sehr lustig. nein, eigentlich gar nicht. von wegen tanzen.) stundenlanges training scheint also verboten. kann ich verstehen, irgendwie.

und jetzt, wie soll ich sagen? auch irritierende strategien und ansprüche im beruflichen bereich überbeanspruchen mich offensichtlich erheblich. zumindest dann, wenn sie unvermittelt von außen in mich hinein projiziert werden. oder injiziert oder operiert, was weiß denn ich. massiv, das auf jeden fall. und ich mich zusätzlich anderen gegenüber in einer gewissen verantwortung befinde. (es könnte natürlich auch der versuch gewesen sein, das hingeworfene motorrad allein wieder auf die reifen zu kriegen, der mir gestern die linke hand ruiniert hat. keine ahnung.)

egal. ich lass es, wie es ist. kämpfen gilt nicht. nicht mehr.

ahnungslos

08. März 2015 - 20:07

es gibt ja menschen, die haben etwas böses, ganz ohne böse absicht dahinter. das ist seltsam, aber durchaus möglich. das ist unangenehm für alle beteiligten, womöglich sogar für sie selbst. ich weiß nicht.

heimlich hoffe ich ja, immer wieder mal, daß ich nicht selbst dazu gehöre. aus versehen natürlich und völlig ohne absicht.

ich weiß wirklich nicht.

07. März 2015 - 23:23

menschen, die sterben. auch die, die ich nicht gut gekannt habe. wie es mich rührt und weitet, wenn ich davon höre. wie ich dann denke, jedesmal, daß sie etwas großartiges geleistet haben.

02. März 2015 - 12:45

wie tango wie die liebe ist, die langsam wächst und immer ist. von der idee zur leidenschaft, wie das leben. auch so ein ding, das mir nur langsam zuwächst. mir dabei etwas wie die freude am sein zurückerstattet. nach und nach nur, aber dafür mit unnachgiebiger nachhaltigkeit.

28. Februar 2015 - 21:30

die träume, die mir fehlen. das ist mein leben, das ich verschweige. oder verpasse, verschmerze zumeist. ach.

24. Februar 2015 - 00:28

und dann den tag nach viel ibuprofen, mcp und formigran mit sambuca beenden. ob das eine gute idee ist?

fallen

22. Februar 2015 - 23:39

das war eigenartig gestern nacht. nach der bürofrühschicht und der unmittelbar anschließenden, recht umfangreichenn meditationspraxis war die erschöpfung bereits groß, nicht zuletzt auch durch einen plötzlichen, rasanten blutverlust. wie das manchmal so ist in der endphase – hoffentlich – der wechseljahre. alles tut weh, der rücken, der nacken, der kiefer, das rechte auge. ist das nun migräne? oder doch nicht. übelkeit war auf jeden fall mit dabei. der ausblick auf einen arbeitsreichen sonntag, abtragen von drei verschiedenen baustellen, war ebenfalls nicht gerade erfreulich. gerne hätte ich noch ein bißchen was getan, aber selbst kaffee um halb zehn abends half da nicht.

im bett dann, auf der suche nach entspannung, vielleicht sogar nach schmerzlosigkeit, unter zuhilfenahme von migränemedikation und zapping, ging es dann noch weiter abwärts. es ist also möglich, liegend zusammenzubrechen. völlig einzufallen, in sich selbst sozusagen, tiefer und immer weiter hinab zu stürzen. ohne daß sich noch etwas bewegt. ich weiß nicht, wie lange das ging. so tief war ich nie. so konturlos und allein. so körper. so schwach.

schlaf war nicht viel in der nacht, alle paar stunden lag ich endlos wach vor erschöpfung. heute dann die arbeit, wie in trance, unter schmerzen natürlich. dumpf nur und matt, wie ein witz. das macht mir angst.

und jetzt: alles auf anfang. ich falle wieder ins bett.