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archiv: alle tage


gebinde

17. Mai 2015 - 22:17

was für eine woche, in der ich alles so gerade eben auf den letzten drücker schaffe und dann pünktlich am sonntag kaum mehr aus den augen schauen kann. bindehautentzündung.

seltsam, daß das gerade jetzt passiert. das letzte mal hatte ich das, als die geliebte mich verlassen hat, genau an dem tag. und gestern – endlich – habe ich den platzhaltering weggelegt, der den, den ich von ihr hatte, damals, für ein paar jahre ersetzt hat.

seltsam, daß an dieselbe stelle nun ein alter, kaum getragener ring getreten ist, den ich mir kurzentschlossen habe weiten lassen. ein sehr feiner, schmuckloser ring aus indien, handgefertigt vermutlich. ganz aus kupfer ist er, und früher konnte ich ihn nicht tragen, weil ich das material nicht vertrug. immer wurde ich grün davon.

auch dieser ring ist von einer frau, auch diese frau war eine geliebte. vor langer zeit, ich weiß derzeit nicht einmal, wo sie ist. die frau, die zeit.

seltsam auch, daß mir, ausgerechnet, immer wieder gerne bindungsunfähigkeit, wenigstens aber ein mangel an verbindlichkeit angedichtet wird.

unbehagen

12. Mai 2015 - 22:56

möglicherweise ist es wesen und wirklichkeit von kunst, von musik insbesondere, die linearität aufzulösen, diese immerzu flüchtige abfolge von jetzt und jetzt und jetzt in ein netz zu weben, das auf allen ebenen zittert und bebt. hauchfein der tanz der vielen in einem, der chor der individuen vertieft die choreographie. wie die unfähigkeit, der musik auf die spur zu kommen, meine sinne überwältigt, meine erwartungen. zerbricht.

sehen lernen im hören. was, wenn ich nicht mehr tanze, nicht mehr kann. das ist, wie immer, nicht weit. nur nicht immer sichtbar, nur selten bewußt.

doch im grunde ist alles abgrund, immer, und das netz, das zittert, bebt und trägt, eine illusion.

liquide

10. Mai 2015 - 12:43

ein wenig schönheit getrunken, gestern. geschmeckt auch, gerochen und genossen. verstanden eben. meiner tiefe liebe zu handwerk und werkstatt begegnet, in einer ganz neuen, bislang unbekannten dimension. hochkultiviert. darüber wird es zu denken geben, zu sagen womöglich. die idee der werkstatt als lebensraum, wie auch immer, verfolgt mich so lange schon. wortlos noch, wie das meiste sowieso.

es ging übrigens um alkohol, gestern, um dimensionen der wahrnehmung, die geschichten hinter den aromen. das eigene, das persönliche, wie immer, ebenfalls wortlos. und die möglichkeit von klarheit darin. leben ist destillation.

re:action

08. Mai 2015 - 12:17

langsam mal wieder ruhig werden, jetzt aber. diese re:publica ist ja immer voller menschen, das ist nicht neu. auch menschen an sich nicht, nein. das kann ich mit nun bald 52 wirklich nicht mehr behaupten. aber laut sind sie, so zusammengenommen. die menschen, ihre stimmen und bewegungen, ihre gedanken sogar. laut und schwer. ich bin da sicher keine ausnahme, fürchte ich.

seltsam an mir vorbeigeflutscht ist es, das treiben im stadion in dem vergangenen drei tagen. vielleicht weil bei mir, in mir zuviel los ist. verschiedene jobs, die sich, mich durch den sommer ziehen würden, werden, attraktiv und zum teil auch lukrativ, aber alles noch in der verhandlung. nicht meine leichteste übung. das erfreuliche ist mir eben immer auch gleich angstbesetzt.

so richtig verstanden und wirklich mitgenommen habe ich wohl nur das techniktagebuch, endlich. nicht, daß ich es nicht schon vorher gekannt und geschätzt hätte, aber völlig verkannt offensichtlich. oder eben nicht verstanden. seit gestern habe ich wenigstens zwei oder drei stories im hirngepäck, da gibt eines das andere, wie ich feststellen mußte. die werd ich dann mal schreiben in nächster zeit. und wenn nicht, darf man mich gerne treten.

klarheit

03. Mai 2015 - 14:50

sonntags früh auf und gleich an die fenster. an ein paar zumindest, für bad und küche habe ich jetzt keine lust mehr. statt dessen schnell noch eine maschine schwarz und blau, beim dritten anlauf wurde der waschvorgang sogar in gang gebracht. das mache ich ja gerne so, die wäsche sortieren und in die maschine schmeißen, dann in unmittelbarer folge vollständig  vergessen. anschließend ein wenig grundlegende datensicherung, nach dem gestrigen tuning des zweitrechners eine durchaus logische idee. aber langwierig.

damit ist der auftakt des tages fast durch. aber nicht schlecht für meinen hormon- und migränegeplagtes zustand. (derzeit verwechseljährig, verschmerzt.)

23. April 2015 - 15:26

die kleine mimose ist noch ein wenig verschreckt, weil sie beim transport um ein haar im zauberschnee ertrunken ist. der frische zierspargel dagegen und der efeu, inzwischen im dritte jahr, halten schon händchen im wind.

paradox

20. April 2015 - 12:38

das prinzip zukunft. für so viele eine selbstverständlichkeit, obwohl doch offensichtlich begrenzt. ob ich das doch noch lernen muß, lernen werde? dieses prinzip: zukunft.

auf meine alten tage, was ein widerspruch ist. weiß ich doch.

15. April 2015 - 00:28

bis nachts am schreibtisch hocken und stundenlang so gar nichts richtiges mehr arbeiten, ist auch nicht gerade eine lösung. aber kann man schon mal machen, durchaus. kein problem.

endet nur immer in alkohol.

reparieren

13. April 2015 - 11:51

die frau in der änderungsschneiderei, der ich soeben die motorradhose mit dem defekten reißverschluß vorgestellt habe, hat die geniale idee, nicht den ganzen reißverschluß auszutauschen, was erheblich kosten würde, sondern erstmal nur das kleine metallding, das die zinken und haken dieser verschlußart miteinander verbinden soll und in diesem fall nicht mehr tut. vielleicht funktioniert das, sagt sie. sieht ganz so aus, meint sie. kann man versuchen.

ich mag solche menschen. sehr.

passion

06. April 2015 - 23:47

je später der abend, desto mehr verdichtet sich das gewaber in der rechten nebenhöhle. das macht nichts, gleich werde ich mich hinlegen und schlafen. heute noch. ich werde schnarchen, auch das macht nichts. es hört ja niemand zu. außer ich selbst, manchmal weckt mich mein eigenes schnarchen. das ist seltsam. noch seltsamer ist es allerdings, von eigenartig unkonkreten schmerzen im fuß aufzuwachen. also schmerzen im großen zeh, nur weil die bettdecke daraufliegt. weiter nichts. auch den tag über, beim laufen, hocken und sitzen, war nur noch wenig davon zu spüren. heute zumindest.

was bleibt ist die gegenwart von unsicherheit, die an sich ebenfalls nicht wirklich seltsam ist. nur unbeachtet, jahre- und jahrzehntelang. unbenannt. das wiederum ist normal. das eis, auf dem ich tanze, zwischen schönheit und zerstörung, seit jeher. und ich weiß nicht, ob ich noch hoffen soll. hoffen auf etwas, das nicht meiner erfahrung entspricht.

noch nie meiner erfahrung entsprochen hat.

about to be spring

03. April 2015 - 19:43

mein euer zierspargel möchte raus, eindeutig. er wächst auf den balkon zu. jaja, ganz ruhig mein kleiner. bald ist es doch soweit.

antilogie

01. April 2015 - 12:05

langsam scheint sich die tür zu mir wieder zu öffnen. sehr, sehr langsam. ich erkenne mich wieder.

ich gehe jetzt raus, durch den wind, um zu vergessen. alles, auch mich. das vor allem.

tango, visualisiert

31. März 2015 - 21:55

so sieht es aus, wenn ich einen kugelschreiber in die hand bekomme, um damit einen tangoklassiker zu visualisieren. tanzen auf dem papier, sozusagen.

tangovisualisierung

kommentieren muß ich das wohl nicht, das ist irgendwie komisch. ich weiß. womöglich habe ich das nicht richtig verstanden. oder aber ich bin eine ziemlich schräge tangotänzerin, mag sein. eigentlich sollte es nämlich ganz anders aussehen.

das lied ist übrigens dasselbe. tja.