12. April 2012 - 19:35
so viel los ist hier gerade nicht. zeit zum schreiben gäbe es. auch hier. ich bin nur müde. und träge. der frühling vermutlich.
so viel los ist hier gerade nicht. zeit zum schreiben gäbe es. auch hier. ich bin nur müde. und träge. der frühling vermutlich.
manchmal wäre ich gern draußen, irgendwo an der luft, wo ab und zu einmal möven schreien. ein offenes fenster, das würde durchaus reichen. ich bin nicht anspruchsvoll. das meer dürfte gern ein paar schritte entfernt sein. aber möven und wind können so manches im leben zurechtrücken. ganz an den rand, wo das tote land endet.

mir ist heut so altbacken, ob das an karfreitag liegt?
ach. jetzt weiß ich, warum die suche nach einen berliner kino, in dem we need to talk about kevin läuft, heute so vergeblich war. der läuft noch immer nicht, so ein mist. aber gut, bis dahin schaffe ich dann das buch sicher noch. (originalfassung, ich bin offensichtlich ein wenig aus der übung.)

außerdem hab ich heute noch das mechanisch betriebene zweirad durchgecheckt und für tauglich befunden. morgen fahre ich dann erde kaufen, für die anstehende balkonbepflanzung. tomaten, you know!? den balkon hab ich nämlich vorsorglich auch schnell geputzt. fehlen noch die fenster, aber die sind ja traditionell immer zu ostern dran.
die heizung ist aus und die balkontür steht offen, den ganzen tag schon. von draußen dringen gentrifikationsgeräusche herein, rollkofferrollen und gehämmer. penetrant ist die dielenschleiferei von gegenüber, die vor drei stunden eingesetzt hat. eigentlich vor drei tagen schon, aber die sind wohl immer noch nicht fertig. und es ist ja nicht so, daß ich das nicht auch gemacht hätte, gleich als erstes, als ich vor acht jahren herkam.
migräneaura nachts um drei. man sieht sie auch im dunkeln. womöglich im traum, wer weiß.
nein, motorradfahren natürlich. erster ausritt heute. nie ist die maschine so weich und leicht wie im frühen frühling.
vorher habe ich schnell licht und blinker gecheckt, den kupplungszug geschmiert und noch ein paar andere kleinigkeiten erledigt. dabei festgestellt, daß das standlicht kaputt ist und die hupe. beides nicht allzu schlimm, kann bis zum tüv warten. die batterie mußte ich gar nicht erst ausbauen und laden, ein druck auf den knopf und die kiste tuckerte sanft vor sich hin. zuletzt schnell noch zur nächsten tanke wegen des luftdrucks. der macht üblicherweise nach zwei wochen schon schlapp, und das fährt sich gar nicht gut.
an der tanke steht ein alter, weißbärtiger biker neben seiner kiste und schlürft seinen kaffee. als er mich sieht kommt er rübergeschlürft, sagt aber dann nix. keinen gruß, kein nicken gibt es für mich. überhaupt passiert nichts, was sonst so üblich ist: schönes wetter, schicke jacke, wie lange fährst du schon? auch kein meckern über meine alte verbeulte maschine mit der komischen blaufarbe. einfach gar nichts. der alte guckt nur, er guckt mir die ganze zeit zu. wie ich auf dem boden krieche, unter den auspuff greife, das ventil suche, weil kiste schlecht steht, vorne und hinten fix auf dem boden. so ist das eben manchmal.
was dachte der kerl denn, was er zu sehen kriegt? wie das blöde weib den luftschlauch in den tank hält? oder was?
ich sollte es wirklich besser wissen. niemals darf ich ein garnichtsoschlimm zu meiner migräne sagen, wenn sie noch lauernd in mir hockt. das rächt sich. immer. heute morgen zwischen fünf und sechs also schwankend zu den hammermedis getorkelt und halbblind die tropfen abgezählt, tastend die kleine blaue tablette (ja, tatsächlich. aber keine raute, nein.) aus der hülle gepopelt. anschließend hoffen und bangen. warten. wie ich das verabscheue.
gegen sieben eingeschlafen. draußen die amseln und krähen, singen.

und kurz vor schluß spiele ich wieder ein bißchen mit bildverfremdungen herum. schön blöd.
irgendwann ist es ja doch soweit, immer. warum also nicht am tag danach, nach der spielerei. gestern die aura, heute die migräne. nicht allzu schlimm, fast ohne medis zu bewältigen. zwei ibus und dazu ein wenig verwirrung. am nachmittag zum beispiel kurz eingenickt, richtig in die tiefe gesunken und dennoch geträumt. daß ich die augen geschlossen hätte, aber dennoch alles sehen kann. faszinierend. dann hochgeschreckt, weil ich kurz dachte, es sei morgen. aufstehen, ans telefon, der interviewpartner wartet. bis mir zum glück wieder einfiel, daß ich das ja längst erledigt hatte, sogar der text schon fertig geschrieben war. schwein gehabt, aber nicht mehr schlafen können danach. leider.
irgendwann wird meine kraft zuende sein, dachte ich später, als ich das badewasser um mich herum kalt werden ließ. (manchmal hilft das, diesmal nicht.) ich werde ja nicht jünger mit der zeit. und was dann? wie lebt man ohne kraft?
sehe bunte, flimmernde lichter vor mir tanzen, die es in echt nicht gibt. mal sehen, wie lange es dauert, bis ich stimmen höre.