ente am balkon
12. Mai 2012 - 22:25
nein, nicht meiner. mehr so an der spree.

nein, nicht meiner. mehr so an der spree.

und john lebt. in neukölln.

und das gleich bei mir um die ecke. also wie für mich gemacht. (über den blöden namen sehe ich einfach großzügig hinweg.)

um- oder zwischennutzung, könnte man sagen.
ach, da gehe ich oft aus, sagt die junge frau, nachdem ich ihr erzählt habe, daß ich in neukölln wohne. soweit ist es also gekommen, in knapp acht jahren.
ich meine, ich benutze die alte rechtschreibung. das sagt doch alles. ich halte mich daran, obwohl selbst ich sie langsam zu vergessen geginne. also was will ich denn bloß hier, bei den jungen kreativen nichtsnutzen? ach stimmt, das ist es. wir sind nichtsnutze, alle zusammen.

mein neukölln schickt sich derzeit an, eine ganz eigene art der straßenkunst zu entwickeln. ich kenne mich da ja nicht so aus, aber es scheint vieles ineinander überzugehen, mit der zeit ergänzt und erweitert zu werden. vielleicht sollte ich dem mal nachgehen und die gleichen stelle noch einmal in ein paar tagen oder wochen dokumentieren. mal sehen.
einstweilen freue ich mich an der kreativen freude um mich herum. gibt ja auch genug verdreckte dreckecken hier.


utopisches fliegen und palmen im hintergrund. so richtig weiß ich ja bei diesen bunten bilder nie, ob das nicht vielleicht werbung für irgendetwas ist. und dann schläft da auch noch ein kleiner türkiser fuchs rechts unten in der ecke. wäre das ein traum, wie würde ich ihn deuten?

hier bei mir um die ecke wird nicht mehr nur noch grob gesprüht, also sprüche und so ein zeug an den hauswänden angebracht. die zu bewundernden bilder werden in letzter zeit immer filigraner, natürlich sind auch hier längst schon die papierkleber zugange. also die, die keine plakate kleben, sondern kunst.
in dem oben abgebildeten fall könnte man übrigens fast von moderner höhenmalerei reden. finde ich. ob das das werk einer einzelperson ist? oder ob es sich nach und nach unter mitwirkung verschiedener nachtmenschen entwickelt hat?

eines meiner liebsten berliner blogs, pieces of berlin, plakatiert jetzt schon an der nächsten ampel bei mir um die ecke. mein neukölln ist sehr schön.
neulich stand ich in diesem schwedischen klammottenladen herum und neben mir ein großer kerl, dunkel und breit, der einen pulli streichelte. ich liebe diesen stoff, sagte der mann schließlich sehr ernsthaft zu mir. dann ging er weg. da erzähl mir nochmal einer was über diese neuköllner machos mit migrationshintergrund.
dort, wo gestern dieser pisser …

seine duftmarke hinterlassen hat, …

klafft heute ein riesiges loch. zufall?

andererseits war ja gestern ganz überraschend so ein gemeiner freiluft- und sauffeiertag.

zuhören konnte ich nicht viel, dazu war der große wagen zu schnell wieder weg. hineinwerfen hätte ich vielleicht etwas können, in dieses durcheinander. da ich aber gerade die kamera in der hand hatte …