in den straßen von berlin
01. Januar 2012 - 03:55


utopisches fliegen und palmen im hintergrund. so richtig weiß ich ja bei diesen bunten bilder nie, ob das nicht vielleicht werbung für irgendetwas ist. und dann schläft da auch noch ein kleiner türkiser fuchs rechts unten in der ecke. wäre das ein traum, wie würde ich ihn deuten?

hier bei mir um die ecke wird nicht mehr nur noch grob gesprüht, also sprüche und so ein zeug an den hauswänden angebracht. die zu bewundernden bilder werden in letzter zeit immer filigraner, natürlich sind auch hier längst schon die papierkleber zugange. also die, die keine plakate kleben, sondern kunst.
in dem oben abgebildeten fall könnte man übrigens fast von moderner höhenmalerei reden. finde ich. ob das das werk einer einzelperson ist? oder ob es sich nach und nach unter mitwirkung verschiedener nachtmenschen entwickelt hat?

eines meiner liebsten berliner blogs, pieces of berlin, plakatiert jetzt schon an der nächsten ampel bei mir um die ecke. mein neukölln ist sehr schön.
neulich stand ich in diesem schwedischen klammottenladen herum und neben mir ein großer kerl, dunkel und breit, der einen pulli streichelte. ich liebe diesen stoff, sagte der mann schließlich sehr ernsthaft zu mir. dann ging er weg. da erzähl mir nochmal einer was über diese neuköllner machos mit migrationshintergrund.
dort, wo gestern dieser pisser …

seine duftmarke hinterlassen hat, …

klafft heute ein riesiges loch. zufall?

andererseits war ja gestern ganz überraschend so ein gemeiner freiluft- und sauffeiertag.

zuhören konnte ich nicht viel, dazu war der große wagen zu schnell wieder weg. hineinwerfen hätte ich vielleicht etwas können, in dieses durcheinander. da ich aber gerade die kamera in der hand hatte …

so ist berlin im spätsommer, fast ein bißchen frühlingshaft. ganzjährig hier beheimatet ist dagegen der killerschmetterling.

nein, war nur ein versteckspiel mit kindern. ;)

eines ans andere gekettet. und beide mir, versteht sich.
heute vor 50 jahren wurde die berliner mauer errichtet. das heißt, so schnell ging das natürlich nicht. zunächst einmal war da überall stacheldraht. diese filigranen gebilde in rollenform sind heute den ganzen abend schon im fernsehen zu bewundern. dannach erst wurde stein auf stein geschichtet und später dann betonplatte neben betonplatte gestellt. mit stacheldraht darauf, in rollen oder linien. das muß sein.
was für eine genial einfache erfindung stacheldraht doch ist. das geht mir gerade erst so richtig auf. vermutlich recht billig und leicht, aus einem einzigen material herzustellen. und dabei so effektiv in der verschränkung der wege, des luft- und lebensraumes, in der blutigen vernichtung der freiheit.
stacheldraht ist unverzichtbar in der welt.

gegenüber werden beats gemixt. wohl zum vorglühen, bevor es in die clubs geht.
(ausführlicher im HSB)

es gibt viele schöne sachen in berlin, ganz kleine sachen mitunter, die auf anhieb gar nicht so einfach entdecken sind. die auf den straßenschildern turnenden korkfiguren zum beispiel, bei denen es sich um yogis handeln soll. um street-yogis.