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archiv: das lisatier


putzig

19. September 2009 - 00:23

lisa vor jahren, auf meinem wuppertaler schreibtisch, mit der großen abendtoilette beschäftigt. die alte dame war damals schon über fünfzehn. aber immer noch ziemlich flink, wie man sieht. und sicher niemals putzig, wenn ich ehrlich bin.

lichtjäger

06. September 2009 - 23:15

völlig vergessen habe ich, wie gerne katzentiere lichtspielen nachjagen. doch jetzt hockt der kleinere der beiden gastkater neben mir im bett und tapst bis in die schwanzspitze aufgeregt den reflektionen des netbooks auf der wand hinterher. da weiß ichs gleich wieder.

das lisatier ist inzwischen seit fast fünf jahren tot.

katzen und hunde

02. August 2008 - 19:40

daß ich kein hundefreund bin, läßt sich unter anderem im hsb nachlesen. demnach ist davon auszugehen, daß ich nicht allzuviel von hundeerziehung verstehe. auch nicht von hundedisziplinierung. ich frage mich also, ob die maßnahmen, die ich gestern vor einer naheliegenden eckkneipe beobachten mußte, erfolgversprechend sein könnten.

ein ziemlich großer, langhaariger, reichlich trottelig wirkender hund versucht etwas unbeholfen, mit dem alten, hüftsteifen kneipenhund anzubandeln. dabei wird er von einer frau behindert, die lautstark auf ihn einschreit. AUS und SITZ und PLATZ befiehlt diese abwechselnd, ohne jedoch irgendeine reaktion zu bewirken. der riese trottet etwas hilflos herum, zumal die frau ihn an der leine hat. die langen haare verdecken seinen gesichtsausdruck, vielleicht auch seine sicht, sein gehör. der kurzhaarige kneipenköter hinkt ihm ein wenig entgegen, da beugt sich die frau zu dem haarigen hinunter, drückt ihn zu boden und haut ihm auf die schnauze. der hund reagiert nicht, er scheint das zu kennen. ob er aber weiß, was er falsch gemacht hat? ob überhaupt er es ist, der etwas falsch gemacht hat?

okay, das war jetzt polemisch. ich kann nicht anders. außerdem muß ich noch einen nachtrag zum ausdruck “hundedöner” bei creezy anbringen: ich selbst hab ja das lisatier seinerzeit des öfteren als “katzenbraten” tituliert. sie hat das genau verstanden und mich daraufhin provokant “menschenmonster” genannt. gefreut hat mich das nicht, aber selbstverständlich haben wir das beide nicht wirklich ernst gemeint. dennoch sollte man so etwas nicht unterschätzen. katzen sind untereinander gut vernetzt. sie tauschen sich aus, auch ohne pc und über die grenzen der generationen hinweg.

katzen wissen sehr wohl, daß sie für das zusammenleben mit menschen einen hohen preis zahlen. kastration, fettleibigkeit und verniedlichung als kuschelkissen sind da nur ein paar wenige häßlichkeiten. am ende wartet die todesspritze. doch sie nehmen das in kauf, die katzen, die zu uns in die häuser, in die wohnungen kommen. für ein leben ohne zecken und sonstige parasiten. ohne auszehrung und hunger, weitgehend ohne schmerzen. aber sie verkaufen sich nicht an den teufel, an die menschenmonster, wie ich eines bin. sie behalten ihre krallen, ihre lust. dicht unter dem seidigen stubenkatzenfell.

ich kann das verstehen. mal ein leben lang nur spielen und träumen, ohne jedoch die freiheit dabei vollständig zu verlieren. das hat doch was.

so etwas können sich hunde sicher nicht einmal vorstellen.

mein hausaltar

18. Juli 2007 - 11:27

hausaltar.jpg

das sind so diese momente

13. Juli 2005 - 09:39

wenn ich zum beispiel die leergekratzte eispackung offen in der küche stehen lasse und dabei denke: das wird sicher lisa gleich auslecken.

das tier

17. April 2005 - 04:07

es fehlt wieder, gerade jetzt, wo endlich der frühling sich auftut. was hätte lisa wohl von einem balkon gehalten? mit lavendel, den sie so geliebt hat. oder mehr noch, basilikum, eine art katzendroge, wie ich vermute. zumindest aber eine lisadroge. den ganzen kopf hat sie da hineingesteckt, die augen verdreht und manchmal sogar beinah fast hineingebissen. ganz und gar unkätzisch. dazu die sonne, die wärme, das licht. und die berliner spatzen; kleines, mundgerechtes geflügel. nicht immer nur die fetten wuppertaler tauben, vor denen lisa eher angst hatte, wenn sie, flatternd und laut, in die nähe der dachwohnung kamen.
ja, das wäre ein lisaleben. jetzt. gewesen.

ein bärbeltier

29. November 2004 - 05:05

‘Katzen kennen den Weg in den sphärischen Raum.’
was ich bestätigen kann.

das lisawesen.

11. November 2004 - 10:39

hat mich angesehen, von weit außen, durchs fenster hindurch, ich bin sicher. vor ein paar tagen schon.

nachtrag

28. Oktober 2004 - 05:35

zum gestrigen bild, ein fund auf der speicherkarte. eine art doppelbelichtung, durch die lange verschlußzeit. lisa, vor der balkontür, sieht einmal mich an, dann hinaus ins licht. (das sieht man möglicherweise nicht, wenn man es nicht weiß.) 10 tage bevor sie dann gegangen ist, ist dieses bild datiert. ins licht, wie manche behaupten. (kitschig, ich weiß. aber wie soll man das sagen?)
nein, es ist kein trauriges bild. traurig sind die, wo in der küche die beiden freßnäpfe stehen.

out of words, today

27. Oktober 2004 - 09:16

schattenkatze.jpg
schattenkatze, im licht

das lisatier. nachtrag.

29. September 2004 - 05:08

es war nicht das heimweh, es war das alter, ein krebs, irgendwo im bauchraum, wie es viele greise hauskatzen trifft.
bis sonntag war alles in ‘ordnung’, sie hat gefressen, sich in der wohnung umgetan, sogar vom küchentisch auf das waschbecken ist sie noch gesprungen. ganz vorsichtig und konzentriert, immerhin mehr als ein meter, aufwärts noch dazu. aber sie hat sich nicht geputzt und ‘literweise’ wasser gesoffen, wo auch immer es zu kriegen war. sogar in den putzeimer hat sie ihren hals gehängt.
es ist nicht so, daß mir das nicht zu denken gegeben hat. ich wollte nicht dazu schreiben, es nicht manifestieren, aber beim abtasten war es im grunde eindeutig. wenn ich ehrlich bin, auch mir.
am montag hat sie angefangen alles, was sie gefressen hat mit unmengen von flüssigkeit gleich wieder von sich zu geben. dementsprechend radikal hat sie abgebaut, plötzlich war sie wieder leicht wie eine feder. zum ersten mal hat sie nicht geschnurrt, beim hochnehmen, sondern andere, merkwürdige geräusche gemacht. nie zuvor gehört, von ihr, vielleicht vor schmerzen.
am dienstag sind wir früh losgefahren, um die sache in ordnung zu bringen. diagnose: 1,7kg katze, untertemperatur, dehydriert und apathisch. die entscheidung fiel nicht schwer, im grunde war es ihre eigene entscheidung, innerhalb von einem tag. ich als ihr mensch mußte es nur für sie erledigen.
während die tierärztin die erste spritze aufzieht, hockt das lisatier auf der pritsche, zitternd und angestrengt. sie sabbert aus dem maul, ihr fell ist entweder stumpf oder naß, ihr blick geht nach innen. da ist keine kraft mehr. das ist es vielleicht, was tiere vom tod begreifen. daß die kraft nicht mehr reicht.
dann auf einmal bemerkt sie die vögel, die in einem käfig in der ecke schon die ganze zeit herumspringen. der blick wird wieder wach, und sie will los, tatsächlich, halbtot, am ende ihrer kräfte, will meine lisa vögel fangen. (nicht, daß sie weit gekommen wäre, selbst wenn ich sie nicht festgehalten hätte.)
zehn minuten später ist sie tot.
aber so ist sie, so war sie. trotz wohnungsleben, zentralheizung und täglichem dosenfutter. ein raubtier, durch und durch.

(im nächsten leben wird sie ein puma, wetten, so wie zum schluß gestunken hat.)

das lisatier.

28. September 2004 - 12:20

ist jetzt tot.
(ich habe es nicht selbst getan, aber ich war dabei. und es ging schneller als im traum.)

lisa, im februar 2004

28. September 2004 - 07:32

lisa 17.02.04.jpg
ohne worte – oder: worte später