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archiv: fremde federn

schirrmachers payback

22. August 2010 - 15:04

endlich ausgelesen. das heißt, eigentlich mehr so zum teil, vieles habe ich auch einfach nur überflogen. ein seltsames buch, gar nicht schlecht im grunde. wobei ich gestehen muß, daß mich die heftige diskussion damals, vor drei monaten oder so, kaum am rand ein ganz kleines bißchen interessiert hat. nö.

stellenweise übrigens von einer eigenartigen poetik:

„Es gibt Äonen von Gedanken, die wir in dieser Sekunde mit einem einzigen Knopfdruck abrufen können. Aber kein Gedanke ist so wertvoll und so neu und schön, wie der, dessen Flügelschlagen wir gerade jetzt in unserem Bewusstsein hören.“

da hab ich doch nichts auszusetzen. obwohl, hören?

Frank Schirrmacher, Payback

verhoben

08. Juli 2010 - 13:34

offensichtlich gab es einen kollektiven selbstmord der deutschen fußballmannschaft gestern nacht. (könnte man meinen, aber da hat sich wohl nur wer in der eigenen metaphorik verheddert.)

king of pain

06. Juli 2010 - 15:34

“I lay in bed, unable to sleep, nauseous as hell. And the pain: I just want to cut my head off. There’s this feeling of impotence: there’s nothing, nothing you can do and that really makes you feel twice as miserable.”

ein höchst zutreffender und umfassender bericht zum thema migräne, bereits im april im gedruckten exberliner erschienen. überhaupt, der exberliner wird immer lesenswerter, zum beispiel auch die juniausgabe mit einem schwerpunkt auf der polizei in berlin. (wenn nur dieses dämliche riesenformat des heftes nicht wäre.)

hoffnung ist wie falschgeld!

27. Juni 2010 - 13:20

nachzulesen bei salamandra, 27.6. 2010 um 07:50:26. (deeplinken ist nicht, soll wohl so.)

leben und lesen

07. Juni 2010 - 17:00

bücher haben mir leben bedeutet, früher. sonst gab es das nicht, nirgends. daran erinnere ich mich heute, wenn ich das eine oder andere in die hand nehme. nach jahren, jahrzehnten mitunter. alle noch da. eines habe ich heute umgestellt. hinüber zu der lyrik ist es gewandert, obwohl das nicht so ganz paßt. trotzdem. da hat es früher schon einmal gewohnt. raymond queneau, stilübungen. über dreißig jahre alt. in der ecke steht noch der name der schulrektorin, die es mir damals geschenkt hat.

natürlich hat sich mein verhältnis zum lesen geändert mit der zeit. ich bin erwachsen geworden, längst schon, vieles überfliege ich nur noch. das meiste eigentlich. und das nicht nur, weil es inzwischen das internet gibt. es ist einfach so, der lesestapel ist gleichbleibend groß. frank schirrmachers, payback wartet. muß einfach sein, denke ich, obwohl es mir sicher keinen spaß machen wird. albrecht kiesow mit dem schönen titel weniger arbeiten – mehr verdienen, ist irgendwie ganz weit aus dem blickfeld geraten. dabei ist es ein so schönes buch, güldene schrift auf sattem rot. verursacht mir dennoch übelkeit, seit ich es das erste mal in der hand hatte. da geht es um effektivität und richtiges denken. oha! (nicht gerade mein thema.)

zum glück gibt es ja viele bücher in der welt. gute bücher, witzig und hilfreich zugleich. zum beispiel darüber, wie man es schafft, bücher nicht zu lesen und dennoch darüber zu sprechen: Lesen oder nicht lesen im Common Reader.

häme und hass

25. Mai 2010 - 12:29

Viele von ihnen haben Schicksalsschläge erlitten, an denen andere zerbrechen würden. Sie erfahren immer wieder Ablehnung und geben dennoch nicht auf. Sie sind bereit, jeden Job anzunehmen (wirklich JEDEN), nur, um nicht länger vom Staat abhängig sein zu müssen. Sie werden von skrupellosen Zeitarbeitsfirmen ausgebeutet, um ihren Lohn geprellt und wie Dreck behandelt. Ihre Ansprechpartner bei der ARGE machen sich nicht die Mühe, ihnen wirklich zuzuhören, auf ihre Wünsche und Bedürfnisse einzugehen. Sie dürfen nämlich keine Wünsche haben. Schließlich leben sie auf Staatskosten. Das macht sie automatisch zu rechtlosen Wesen, die wie Kriminelle behandelt werden.

käthe feinstrick über ihre erfahrungen mit hartz iv in am rande

punkt 5:

25. Mai 2010 - 10:52

Weibliche Freiheit lässt sich nicht dadurch erreichen, dass Frauen abgeschafft werden.

und punkt 8 spricht mir auch aus quasi dem herzen.

antje schrupp, 15 thesen zu feminismus und post-gender

modeste im common reader

23. Mai 2010 - 12:35

über stuckrad-barre und einen deutschlandbecher: So ein Steak ist dann eigentlich schnell gegessen. Man trägt ab. Ich werde leider voraussichtlich noch dieses Jahr platzen, der J. aber kann sich das Nachtischessen noch leisten. Crème Brûlée soll es sein, murmelt der geschätzte Gefährte, vielleicht auch die Schokoladenvariation, genau weiß man das noch nicht, und ordert doch noch einmal in der Karte. “Deutschlandbecher.”, sagt der J. auf einmal und schaut mich traurig an. Ich nehme ihm die Karte aus der Hand. Für € 20 erhält man einen Eisbecher und das neue Buch von Benjamin v. Stuckrad Barre, das Texte enthält, die mit “Zeitgeistreportage” nicht ganz zutreffend umschrieben sind.

die briefe der anderen

07. März 2010 - 21:27

über bachmann und celan, das leben und das dichten. und das briefgeheimnis: herzzeit.

out of age?

28. Februar 2010 - 19:13

bücher, die erklärtermaßen für eine ganze generation und deren lebensgefühl stehen sollen, sind mir ja grundsätzlich ein greuel. ganz besonders, wenn es sich dabei auch noch um irgendeine aktuelle generation handeln soll. ich selbst bin ohnehin schon lange keine generation mehr, ich bin es vermutlich nie gewesen. auch deshalb interessieren mich all die jugendlichen exesse in buchform, wie auch immer sie entstanden sein mögen, nicht im geringsten.

niemals war ich ein kind, das irgendwann im leben nach dem ernst des lebens suchen mußte. davon wußte ich, schon immer. umständehalber. das ist zufall, ich weiß. aber das ist nun mal so. das trifft einfach kein buch.

ausnahmen bestätigen allerdings die regel. den roman von elisabeth rank habe ich ausgesprochen gern gelesen, wie man im common reader nachlesen kann.

engl liest proust

08. Februar 2010 - 10:32

und scheitert. vielleicht.

kaltmamsell im common reader

07. Februar 2010 - 17:28

über antonio muñoz molina, der polnische reiter: ich bilde mir ein, das vergangene Spanien durch diesen Roman besser zu verstehen.

mek im common reader

04. Februar 2010 - 13:17

über maxim billers liebe heute: Man könnte sagen Maxim Biller ist der männliche Judith Hermann mit schlechter Laune. Aber da er bei mir in der Straße wohnt, halte ich das lieber für mich. Er könnte mich irgendwann erkennen. Er war ja schon vor ihr da.