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archiv: growing/old


zugewinn

10. August 2014 - 17:37

trotz meiner nachhaltigen weißhaarigkeit und diversen anderen, deutlich sichtbaren alterserscheinungen, bin ich bislang noch niemals als alt gebashed worden. was möglicherweise daran liegt, daß man, wenn ich auf dem mottorad unterwegs bin, nicht wirklich viel von mir sieht. dennoch prangere ich das an, ist es mir doch seit jeher ein tiefes bedürfnis, endlich meinem wahren alter ein klein wenig näher zu kommen, ihm quasi entgegenzuwachsen im leben. was letztendlich für alle beteiligten ein gewinn sein dürfte.

05. August 2014 - 23:34

eigenartig uninspirierter tag heute, träge und schwer. so ist es eben, wenn die dinge nicht funktionieren. wenn einfach nichts ineinandergreift, stattdessen alles danebengeht, wo es nur kann. früher hätte ich diese art von mißlingen auf hormonelle umschwünge geschoben und einfach auf den nächsten tag gehofft. heute weiß ich nicht mehr, ob und wo meine hormone schwingen oder torkeln oder was auch immer. nicht einmal darauf ist verlaß. trotzdem ist morgen natürlich ein neuer tag. ob mit oder ohne hormone.

regenerierungserscheinungen

01. Juni 2014 - 13:10

älter werden wird anstrengend im alter. das ist nicht neu, war aber dennoch eine überraschung in diesem jahr. gut, womöglich sind nächtliches tangotanzen mit erheblichen schienbeinschmerzen rechts, die sich dort schon den ganzen tag aufgehalten hatten, und burgeressen gegen zwei uhr morgens nicht unbedingt hilfreich. dennoch. den gestrigen tag habe ich wie ausgeschaltet verbracht, wie in wattebäuschen von übermüdigkeit gehüllt. sogar eingeschlafen bin ich, beim lesen auf dem sofa. ich, alte frau.

heute geht es wieder. nach fast neun stunden ununterbrochenem schlaf muß festgehalten werden, daß ich durchaus noch regenerierungsfähig bin. und nun in der lage, ein hoch auf die freunde auszusprechen, die mich großzügig versorgt haben. mit besten wünschen und besuch, von glück und gesundheit war die rede, von wenig schmerzen und sorgen in zukunft, stattdessen soll ich jederzeit mit ausreichend inspiration versorgt sein. daran gedenke ich mich zu halten, grundsätzlich, an alles.

außerdem befinden sich jetzt hier so wunderbaren dingen wie: ein gelber badefrosch, viele tangolieder, alle von frauen gesungen, diverse blümchen in töpfen und blech, blechspielzeug, das im kreis fahren kann, glen deveron, goldfarbene hochlandmilde, und handgearbeitete topflappen in hellblau und braun. darüber hinaus ist die möglichkeit erster tangoprivatstunden finanziell eröffnet, eventuell auch eine minimalteilnahme am bevorstehenden queertango festival. was eigentlich auch so eine kraftzehrende, altersuntaugliche angelegenheit ist, aber was solls.

und dann liegt hier jetzt Vielleicht Esther, davor habe ich ein wenig angst.

30. März 2014 - 15:12

als bestünde die aktuelle lebensaufgabe in der erkenntnis, irgendwie zu begreifen zu müssen, wie es sich anfühlt, wenn eine finale diagnose sich langsam verhärtet. auch das kommt also mit dem alter.

relationen

28. Dezember 2013 - 03:07

ich kenne ja einige, die behaupten, daß sie sich mit etwa 30 final verliebt hätten. oder die genau das gerade im moment durchmachen. ich war 27, als ich das dachte. das ist inzwischen ziemlich lange her. man könnte auch sagen: relativ.

blöder griffel

26. Dezember 2013 - 17:55

mich gestern und heute noch mehr gewundert über die schmerzen in der linken hand. warum geht das zugreifen nicht mehr? und dann links, warum denn links? ich mache doch nichts relevantes mit links, wenn auch die seite per se ebenfalls von nicht allzu schlechter feinmotorik ist. da ich außerdem nicht davon ausgehe, daß ich mir versehendlich nachts im schlaf etwas in der hand gebrochen haben könnte, dachte ich an eine sehnenscheidenentzündung. kälte aber half nicht. statt dessen jedoch ein heißes bad, gerade eben. und da fiel es mir dann ein. bei der füllerreparatur vor weihnachten hielt ich in der rechten die feile und fest in der linken das geklebte füllerstück, zirka zehn minuten lang. die übliche zusammenarbeit zwischen rechts und links, dachte ich. nichts besonderes.

doch das heißt nun also: 1. es ist nur ein muskelkater, das ist fein. 2. ich bin langsam so verdammt alt und marode, daß ich nicht einmal mehr für 10 minuten ein werkstück stramm halten kann.

sehr bedenklich!

beschenkt sein

18. Dezember 2013 - 23:58

neulich einer freundin gesagt, wieviel mir das bedeutet, was sie mir in meinem leben ist. keine chance, daß ich sein könnte, was ich bin, auch nur annähernd. ohne sie, ohne ihre jahre-, jahrzehntelange beständige bedingungslose hilfe. bedingungslose weite folgte, im selben moment, wie auch eine art von glück. das hockt seither ruhig in einem meiner innersten räume, strahlt mir von dort aus heimlich von hinten durch die augen. und kitzelt mich in regelmäßigen abständen zu tränen.

außerdem: mit 50+ reicht vieles weiter als jemals zuvor gedacht, in diesem fall über 30 jahre zurück.

16. Dezember 2013 - 15:06

nach erheblicher zyklusverschleppung im letzten monat jetzt: schmerzhaft galoppierender eisprung im eiltempo. na, da bin mal gespannt, was daraus wird. und ein klein wenig genervt. (50+)

scharf

05. Dezember 2013 - 17:16

kurz draußen gewesen, kram erledigen und mich ein bißchen dem wehen aussetzen. (tatsächlich wackelten die bäumchen und das eine oder andere angebundene fahrrad ging neben mir in die knie.) musik in den ohren, damit die menschen nicht so lärmen, dabei nachdenken über die altersbedingt zunehmende unschärfe im nahbereich. (weil: lesebrille vergessen.) durchaus interessant, ich mag sas sogar. wer hätte das gedacht. es setzt einen ganz anderen, ganz neuen schwerpunkt auf die handlung. (wenn die hände langsam aber sicher in den unschärfebereich hineinwachsen.)

18. Juli 2013 - 22:11

im laufe des tage sehe ich ein paarmal in den spiegel, mehr so im vorbeigehen, und schleudere mir die 50 entgegen.

los, sage ich ihr. wehr dich!

passiert aber nix.

dekadenz

16. Juni 2013 - 23:34

nach zirka vierzehn tagen fangen schnittblumen an zu faulen und zu stinken. höchste zeit also, die sagenhafte 50er-blumenriege zu entsorgen, bevor die erste sommerliche hitzewelle den vorgang zusätzlich erschwert.

dekadente sonne

diese satte sonne ist nun also verschwunden. und mit ihr ihre deutliche dekadenz, mit deren hilfe sie sich womöglich noch die eine oder andere fette stunde gegönnt hätte. leise lächelnd und latent verschlagen.

die 50!

05. Juni 2013 - 17:37

rot, grün und blau

meine 50! überraschte mich mit einem spontanen kurztrip ans naheliegende meer, kurz darauf dann mit noch mehr scharfen sachen. (z. t. in bonbonfarben gehüllt, getarnt.) außerdem mit einem achselzucken, mit einer gelassenheit, beinah leichtigkeit, die mir eher fremd ist. dennoch fällt es mir schwer, zurückzudenken an 30, 35, 40. wie anders. selbst die vielen menschen, die mich am samstag besucht haben, sind offensichtlich gern hergekommen. und auch gern geblieben und hier gewesen, auch im nachhinein. das alles ohne große schwierigkeiten. ich bin überrascht.

irgendwie lässig diese 50!, wenn sie dann echt werden. echt gut. (und jetzt muß ich raus auf den balkon, die diesjährigen tomatenbäume festbinden.)

28. Dezember 2012 - 17:58

aufwachen mit dem vertrauen schmerz im nacken. einmal ibuprofen hilft, sofort. nach minuten schon tritt das vergessen ein, ein kleines wunder fast. oder auch nicht. der sich seit einigen wochen deutlich abzeichnende verlust eines stabilen hormonzyklus’ tut wohl sein übriges dazu. seltsam übrigens, wenn dieser durchaus lebensprägende rhythmus nach 36, 37, vielleicht auch 38 jahren, ich weiß es nicht genau, mit einem mal verschwindet. keine ahnung, wonach ich mich jetzt richten soll. wie mich fühlen.

vollmond ist außerdem auch.