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archiv: growing/old


regenerierungserscheinungen

01. Juni 2014 - 13:10

älter werden wird anstrengend im alter. das ist nicht neu, war aber dennoch eine überraschung in diesem jahr. gut, womöglich sind nächtliches tangotanzen mit erheblichen schienbeinschmerzen rechts, die sich dort schon den ganzen tag aufgehalten hatten, und burgeressen gegen zwei uhr morgens nicht unbedingt hilfreich. dennoch. den gestrigen tag habe ich wie ausgeschaltet verbracht, wie in wattebäuschen von übermüdigkeit gehüllt. sogar eingeschlafen bin ich, beim lesen auf dem sofa. ich, alte frau.

heute geht es wieder. nach fast neun stunden ununterbrochenem schlaf muß festgehalten werden, daß ich durchaus noch regenerierungsfähig bin. und nun in der lage, ein hoch auf die freunde auszusprechen, die mich großzügig versorgt haben. mit besten wünschen und besuch, von glück und gesundheit war die rede, von wenig schmerzen und sorgen in zukunft, stattdessen soll ich jederzeit mit ausreichend inspiration versorgt sein. daran gedenke ich mich zu halten, grundsätzlich, an alles.

außerdem befinden sich jetzt hier so wunderbaren dingen wie: ein gelber badefrosch, viele tangolieder, alle von frauen gesungen, diverse blümchen in töpfen und blech, blechspielzeug, das im kreis fahren kann, glen deveron, goldfarbene hochlandmilde, und handgearbeitete topflappen in hellblau und braun. darüber hinaus ist die möglichkeit erster tangoprivatstunden finanziell eröffnet, eventuell auch eine minimalteilnahme am bevorstehenden queertango festival. was eigentlich auch so eine kraftzehrende, altersuntaugliche angelegenheit ist, aber was solls.

und dann liegt hier jetzt Vielleicht Esther, davor habe ich ein wenig angst.

30. März 2014 - 15:12

als bestünde die aktuelle lebensaufgabe in der erkenntnis, irgendwie zu begreifen zu müssen, wie es sich anfühlt, wenn eine finale diagnose sich langsam verhärtet. auch das kommt also mit dem alter.

relationen

28. Dezember 2013 - 03:07

ich kenne ja einige, die behaupten, daß sie sich mit etwa 30 final verliebt hätten. oder die genau das gerade im moment durchmachen. ich war 27, als ich das dachte. das ist inzwischen ziemlich lange her. man könnte auch sagen: relativ.

blöder griffel

26. Dezember 2013 - 17:55

mich gestern und heute noch mehr gewundert über die schmerzen in der linken hand. warum geht das zugreifen nicht mehr? und dann links, warum denn links? ich mache doch nichts relevantes mit links, wenn auch die seite per se ebenfalls von nicht allzu schlechter feinmotorik ist. da ich außerdem nicht davon ausgehe, daß ich mir versehendlich nachts im schlaf etwas in der hand gebrochen haben könnte, dachte ich an eine sehnenscheidenentzündung. kälte aber half nicht. statt dessen jedoch ein heißes bad, gerade eben. und da fiel es mir dann ein. bei der füllerreparatur vor weihnachten hielt ich in der rechten die feile und fest in der linken das geklebte füllerstück, zirka zehn minuten lang. die übliche zusammenarbeit zwischen rechts und links, dachte ich. nichts besonderes.

doch das heißt nun also: 1. es ist nur ein muskelkater, das ist fein. 2. ich bin langsam so verdammt alt und marode, daß ich nicht einmal mehr für 10 minuten ein werkstück stramm halten kann.

sehr bedenklich!

beschenkt sein

18. Dezember 2013 - 23:58

neulich einer freundin gesagt, wieviel mir das bedeutet, was sie mir in meinem leben ist. keine chance, daß ich sein könnte, was ich bin, auch nur annähernd. ohne sie, ohne ihre jahre-, jahrzehntelange beständige bedingungslose hilfe. bedingungslose weite folgte, im selben moment, wie auch eine art von glück. das hockt seither ruhig in einem meiner innersten räume, strahlt mir von dort aus heimlich von hinten durch die augen. und kitzelt mich in regelmäßigen abständen zu tränen.

außerdem: mit 50+ reicht vieles weiter als jemals zuvor gedacht, in diesem fall über 30 jahre zurück.

16. Dezember 2013 - 15:06

nach erheblicher zyklusverschleppung im letzten monat jetzt: schmerzhaft galoppierender eisprung im eiltempo. na, da bin mal gespannt, was daraus wird. und ein klein wenig genervt. (50+)

scharf

05. Dezember 2013 - 17:16

kurz draußen gewesen, kram erledigen und mich ein bißchen dem wehen aussetzen. (tatsächlich wackelten die bäumchen und das eine oder andere angebundene fahrrad ging neben mir in die knie.) musik in den ohren, damit die menschen nicht so lärmen, dabei nachdenken über die altersbedingt zunehmende unschärfe im nahbereich. (weil: lesebrille vergessen.) durchaus interessant, ich mag sas sogar. wer hätte das gedacht. es setzt einen ganz anderen, ganz neuen schwerpunkt auf die handlung. (wenn die hände langsam aber sicher in den unschärfebereich hineinwachsen.)

18. Juli 2013 - 22:11

im laufe des tage sehe ich ein paarmal in den spiegel, mehr so im vorbeigehen, und schleudere mir die 50 entgegen.

los, sage ich ihr. wehr dich!

passiert aber nix.

dekadenz

16. Juni 2013 - 23:34

nach zirka vierzehn tagen fangen schnittblumen an zu faulen und zu stinken. höchste zeit also, die sagenhafte 50er-blumenriege zu entsorgen, bevor die erste sommerliche hitzewelle den vorgang zusätzlich erschwert.

dekadente sonne

diese satte sonne ist nun also verschwunden. und mit ihr ihre deutliche dekadenz, mit deren hilfe sie sich womöglich noch die eine oder andere fette stunde gegönnt hätte. leise lächelnd und latent verschlagen.

die 50!

05. Juni 2013 - 17:37

rot, grün und blau

meine 50! überraschte mich mit einem spontanen kurztrip ans naheliegende meer, kurz darauf dann mit noch mehr scharfen sachen. (z. t. in bonbonfarben gehüllt, getarnt.) außerdem mit einem achselzucken, mit einer gelassenheit, beinah leichtigkeit, die mir eher fremd ist. dennoch fällt es mir schwer, zurückzudenken an 30, 35, 40. wie anders. selbst die vielen menschen, die mich am samstag besucht haben, sind offensichtlich gern hergekommen. und auch gern geblieben und hier gewesen, auch im nachhinein. das alles ohne große schwierigkeiten. ich bin überrascht.

irgendwie lässig diese 50!, wenn sie dann echt werden. echt gut. (und jetzt muß ich raus auf den balkon, die diesjährigen tomatenbäume festbinden.)

28. Dezember 2012 - 17:58

aufwachen mit dem vertrauen schmerz im nacken. einmal ibuprofen hilft, sofort. nach minuten schon tritt das vergessen ein, ein kleines wunder fast. oder auch nicht. der sich seit einigen wochen deutlich abzeichnende verlust eines stabilen hormonzyklus’ tut wohl sein übriges dazu. seltsam übrigens, wenn dieser durchaus lebensprägende rhythmus nach 36, 37, vielleicht auch 38 jahren, ich weiß es nicht genau, mit einem mal verschwindet. keine ahnung, wonach ich mich jetzt richten soll. wie mich fühlen.

vollmond ist außerdem auch.

pay_back to the roots

23. September 2012 - 12:16

dinge zusammensuchen, erinnerungen, gegenstände oder körperliche gegebenheiten, die mein alter bezeugen. die lesebrille etwa, die sich kaum noch verheimlichen läßt. das passiert mir in letzter zeit immer häufiger.

als ich klein war hieß der kaffee zum beispiel noch noch bohnenkaffee, und meine oma ging im konsum einkaufen. also kon_sum, mit der betonung auf kon. was jedoch nicht daran liegt, daß ich im osten aufgewachsen bin. das bin ich nicht, ich bin aus dem ruhrpott. kon_sum hieß in den 60ern natürlich längst edeka oder co op, nur meine oma belegte den laden noch mit dem alten genossenschaftsnamen. den gab es vor/während/nach dem krieg auch im westen, in den arbeitervierteln zumindest. im kruppschen imperium, wo auch die wohnungen, häuser, sportplätze und vereine zechenorganisiert waren. und bohnenkaffee, in abgrenzung zum muckefuck, war zu eben jener zeit ein immer noch gängiges nachkriegswort. obwohl in den schicken, neuen kühlschränken doch längst die buttercremetoren und fleischberge einzug gehalten hatten.

im kon_sum übrigens, längst ein edeka oder co op, im grunde jedoch derselbe alte tante emma laden, gab es auch rabattmarken, die in ein heft geklebt wurden. das durfte ich immer machen, wenn ich bei meiner oma war. und rückblickend muß ich sagen, daß mir das sehr gefallen hat. besser auf jeden fall als dieses payback (bonusprogramm?) heute. pay_back, mit der betonung auf pay. das sagt doch alles.

20. September 2012 - 13:57

plötzlich wissen, daß ich mich nicht mehr verlieben werde. wenn ich es überhaupt je war. wissen, daß all die mühe immer vergebens war. aber auch, dass begegnung andere wege kennt. kennen muß. nur nicht zu mir, vielleicht. das wird sich noch zeigen. oder finden womöglich.