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archiv: insight-out


keine klagen (33)

07. Juli 2014 - 13:00

gestern in klagenfurt mußte ich früh los, um gegen elf am flughafen zu sein. zwölf hätte wahrscheinlich auch gereicht, aber wer weiß das schon vorher. außerdem ist das sonntägliche busverbindungsaufkommen dort recht rar. keine chance also, der preisverleihung beizuwohnen, weder der höchstoffiziellen, noch der automatischen und das ausgerechnet in diesem jahr. gerne hätte ich den bargeldstapel beklatscht, der mit viel freude und engagement zusammengesammelt wurde. ebensogern hätte ich tex‘ gewinnperformance von der orf-wiese aus mitverfolgt. damals, bei meiner ersten anwesenheit in klagenfurt hat er mir beim bachmannwettschwimmen, bei dem ich mich selbst nicht ins wasser traute, seine brille anvertraut. und ich habe sie mir mit einem brillenbügel in den t-shirtausschnitt gehängt. so lernt man sich kennen, findet sich vertraut von jahr zu jahr. ohne es wirklich zu sein, und dennoch. ich gratuliere dem klagenfurter master of musik und quiz.

beim schwimmen am samstag vor ich hervorragende letzte der forellen, selbst die allermeisten steine waren durchaus vor mir im ziel. (gut, die müssen auch nicht so weit raus.) wobei ich bei den forellen nur mitschwimmen muß, weil ich sonst ein aufblasbares gummitier mitzuführen hätte. das erscheint mir bei meinen schwimmkünsten zu gefährlich. der rest ist muskelkater, es kam ja noch radlen auf fremden fahrrädern und tretbooten hinzu. (letzteres ist sehr zu empfehlen, besonders bei leichter bewölkung und mit netter tretbegleitung.)

abgesehen vom frühen fluchtpunkt war die rückreise vergleichsweise entspannt, ohne umweg über schwechat direkt nach berlin. lediglich die rechte schulter hatte keine lust auf koffertragen, selbst die kurzen treppenstücke, die der rollkoffer mir dieses abverlangt, schienen zuviel. ein glück, daß ich endlich meinem alter entsprechend von der reisetasche mit schultergurt auf vier kofferrollen umgestiegen bin. am abend dann heftige gelenkschmerzen, die mich sofort, das erste mal seit wochen, rheuma vermuten ließen. ist aber schon fast wieder weg, war also fehlalarm. sag ich mal so.

und sonst? das, was mir so schnell zuviel wird, ist andererseits auch das, was das dortsein ausmacht. das hinterland gegenwärtiger literatur, die menschen, die auf die eine oder andere art damit verwoben sind, die wie selbstverständlich davon ausgehen, daß ich das auch bin. allen selbstzweifeln zum trotz finde ich das wunderbar und bereichernd. tatsächlich schäme ich mich dort manchmal nur sehr wenig für mich und mein armseliges leben und schreiben.

(denke also jetzt schon leicht verzweifelt an die finanzierung für das kommende jahr. aber es muß, irgendwie.)

keine klagen (32)

05. Juli 2014 - 13:23

das für mich schwierigste in klagenfurt, das alleinsein mit mir. es finden, es achten, bis in den sekundenschlaf. diese notwendigkeit nicht als nötigung empfinden, dafür die achse finden, sie auch in bewegung nicht verlieren. nicht allzusehr.

sich bewegende statik ist dynamik, wie beim tango. da kann ich es auch eher nicht. derzeit.

keine klagen (31)

04. Juli 2014 - 20:29

tagsüber im liegestuhl am lendhafen, abends auf dem bett beim fußball. ein ganz und gar nichtssagendes spiel. (vermeldet der fußballwicht, in dem ein ich enthalten ist.) doch ich habe keine ahnung, natürlich.

die texte dagegen fließen zu mir hin, an mich heran, manche durch mich hindurch. ob das gut oder schlecht ist? ich schreibe dazu nichts, mit jedem jahr denke ich etwas mehr, daß mir das nicht zusteht. statt dessen amüsiere ich mich über die juroren, ihre anstrengungen, ihre streitigkeiten, ihre hilflosigkeit mitunter. das sind alles nur versuche, und letztendlich ist die literatur immer mehr als das. mit ihr fängt doch alles erst an.

so what?

anders gesagt: ich habe da eine ahnung. aber ich sage nichts.

keine klagen (30)

03. Juli 2014 - 19:27

nach dem streß die entspannung. mir vor dem radeln zum lendhafen für dort einen liegestuhl gewünscht, obwohl ich liegestühle eigentlich immer unbequem finde. am lendhafen dann einen liegestuhl entdeckt und sofort besessen. ausgesprochen bequem gefunden und dann nicht mehr davon gelassen, bis gegen fünf. kaum text mitgelesen, recht wenig internet nebenbeikonsumiert. das kleine tablet für ideal befunden, um ein wenig mitzutwittern, vorwiegend aber mitzulesen. mehr nicht.

so darf das gerne weitergehen. (sollte ich im vierten jahr mein ideales bachmannpreisdasein gefunden haben?) gleich dann los mal zum empfang.

keine klagen (29)

03. Juli 2014 - 19:10

literatur und fußball. paßt!

keine klagen (28)

03. Juli 2014 - 10:33

doch, diesmal schon. die anreise nach klagenfurt war heuer (sic!) beklagenswert. eigentlich nicht viel anders als sonst, als im letzten jahr insbesondere, dennoch war ich ungleich erschöpfter von dem ohnehin nicht sonderlich geliebten reisezustand. müdigkeit ist mir zwar grundsätzlich angenehm, sogar in einem ausmaß, das die sinne verwirrt und die körperwahrnehmung in verwirrung stürzt.

gestern zum beispiel, als ich dem nachwuchs lauschte, wie jedes jahr bevor es hier so richtig losgeht. da kam ich spät, hockte als einzige auf dem boden und hörte noch, vielleicht nicht den text bis ins letzte, aber doch die melodie des vortrags. der körper wollte derweil in sich zusammensacken, wie bei der meditation manchmal, einnicken, hinfallen. was ja nicht schlimm gewesen wäre, ich war ja scho am boden.

die wege durch die stadt, die ich zum glück längst alle auswendig kann, ging ich wie in trance, wie ein pferd, eingespannt, das bei der arbeit routiniert schläft. ein literaturpferd.

erst am abend bei der offizielen eröffnung, nach zwei stunden steinschlaf und plötzlich unter vielen menschen, habe ich mich wieder ein wenig zusammensammeln können. essen und trinken im regen, reden und lachen. literatur eben.

ich könnte nicht klagen, kein bißchen, ich will es auch nicht. ich täte es nicht, wenn mit der müdigkeit nicht immer auch die schmerzen kommen würden, die migräneangst. ich will nicht, aber ich muß vorsichtig sein. so tue ich nun also etwas, was mir schier albern vorkommt. ich sitze im hotelzimer und schaue bachmann im tv. bis gegen mittag oder so, dann begebe ich mich zum lendhafen, wo am nachmittag die wohl wichtigste lesung stattfindet.

ein langer tag, bis in die nacht.

write insight

18. Februar 2014 - 20:49

sieht doch schon viel besser aus, oder? die farbe, die schrift, der hintergrund vor allem. und überhaupt, die schlichtheit. ich mag schlichtheit, sowieso, immer. aber zur zeit ganz besonders.

trotzdem ist das ding ziemlich modern, paßt auch auf tablets und smartphones, recht elegant sogar. es ist also ganz anders als das hiesige uraltmodische blog hier, das technisch längst überholt ist, ich weiß. aber ich hänge nun mal daran und werde ohne jeden zweifel so bald nichts ändern wollen. (auch wenn ich weiß, daß ich absehbar irgendwann mal muß.)

jaja, ich hätte meinen namen da oben auch gern etwas größer und außerdem in einer anderen, dunkleren farbe. leider finde ich mich ausgerechnet da aber gerade nicht rein. mist!

nach über drei stunden basteleien reicht es mir aber für heute erstmal. ich will jetzt einen knopf annähen und eine hosentasche stopfen.

write-insight

17. Februar 2014 - 18:14

und so auch. (die zweite!)

die dritte kommt hier nicht, die ist ja privat. und dementsprechend reichlich unütz, wie ich schon sagte. mußte aber trotzdem, für alle guten dinge und so. man weiß ja nie.

ebooks for free

27. Dezember 2013 - 13:54

wer es noch nicht mitgekriegt hat: bei der amazonkrake gibt es derzeit zwei ebooks von mir für umsonst.

in „vater. mutter. kind.“ befindet findet sich eine hübsche weihnachtsgeschichte zur erbauung bzw. erholung nach den soeben durchfeierten und womöglich durchlittenen tagen. wenn das als anreiz nicht reicht, dann gibt es genaueres dazu auch bei kitty koma und jutta s. piveckova nachzulesen. das buch ist eine pralle sammlung aus kurz- und kürzestgeschichten aus den vergangenen 25 jahren.

der blinde ist nur ein heftchen, elf kleine – und wirklich uralte – episoden, die es dennoch verdient haben, mal wieder ins licht zu geraten. also schnell zugreifen, auch wenn er regulär nur das absolute minimum kostet, das die krake zuläßt.

die aktion geht noch bis sonntag, also bitte fleißig weitererzählen und verlinken. herzliches dankeschön. und bitteschön.

keine klagen (27)

08. Juli 2013 - 18:39

hab immer noch schön viel zeit hier. zum glück ist da angelas abschließender tazbericht zu den tagen der deutschsprachigen literatur, den sie gestern, kurz nach der letzten liveshow, dieser absurd gestalteten preisverleihung also, einsam und ganz auf sich gestellt im orf-café verfassen mußte.

während wir draußen in der sonne unsere seebadpläne schmiedeten.

keine klagen (26)

08. Juli 2013 - 17:49

unterwegs. die drei stunden schwechat werden mir durch kostenfreies freies wlan erleichtert, es gibt sogar steckdosen. meine person sortiert sich bereits, arrangiert sich zurück in die alte form, reißt sich zusammen. ich mag das nicht, alles sollte anders werden. mehr leben, mehr wort. mehr mut. so sollte es sein. es wird zeit.

(dazu der dunkel grollende schmerz in nacken und schulter. tut so, als sei er nicht da. ich bin eben doch so alt, wie ich bin. auch wenn ich den einen oder anderen zwanzigjährigen offensichtlich locker im schwimmen schlage.)

doch in berlin warten berge. berge, nicht das meer.

keine klagen (25)

08. Juli 2013 - 10:26

über sechs stunden geschlafen, das erste mal in dieser woche. sonst gab der handywecker jedesmal diese erschreckenden prognosen von sich: noch 3h, 38min. oder so ähnlich. die migränepanik von gestern hat sich auch erledigt, keine zusätzliche reiseplage in sicht. nur der nacken schmerzt, tief innen die schulter, bei jeder bewegung. das ist normal, denke ich. das ist immer.

weiter zu denken, fällt mir schwer.

es ist vorbei. in wenigen minuten werde ich wieder heimatlos sein in diesser stadt, noch etwas herumlaufen, proviant kaufen, bevor ich mich zum bus, zum flughafen begebe. drei oder vier stunden werde ich in schwechat absitzen müssen, erst spät am abend wieder in berlin sein. unterwegs.

wo ist das.

keine klagen (24)

08. Juli 2013 - 00:13

eis essen, wasser treten, schlafen wollen und träumen.

nach all dem flach auf dem rücken auf den planken liegen. über dem see, dieses durchsichtige türkis, ein letztes mal. dabei mein herz spüren, wie es mir unverschämt die brust zu sprengen und in den hals zu springen versucht. bald ist es vorbei, alles wieder gut.

dann sitzt zwanzig, dreißig meter entfernt auf einmal die diesjährige preisträgerin auf einer bank. ganz allein, sie schaut sich um, telefoniert, liest in einem buch. woran erkennt ihr, daß sie das ist, daß es nicht nur eine frau ist, die ihr ähnlich sieht, fragt kathrin passig. es ist die haltung, sage ich, denn das gesicht kann ich auf die entfernung auch nicht erkennen.

frau petrowskaja sitzt wie sie steht, wie sie schreibt. das ist haltung. das ist mehr als das, das ist schlicht sein. also weniger eigentlich.