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archiv: traumhaft


böse

19. April 2016 - 01:57

erst ist es links von mir, mehr so am boden, an der fußleiste entlang. das ist ist nicht schlimm, aber lästig, denke ich. wie spam im mailpostfach, immer wieder dasselbe, als hätte man sonst nichts zu tun.

dann ist es unten, am fußende, über die ganze wand zieht es sich, bis an die decke. und es ist schlimmer geworden, massiver, mächtiger. wie ein virus, der den spam zu hunderten in der minute abzuschießen vermag. zu tausenden vielleicht, in der sekunde vielleicht. ich weiß auch nicht, ich komme nicht mehr mit. das ist schlimm.

dann hat es mich überwältig, noch viel schneller. keine zeit für angst, keine zeit, nach hilfe zu schauen. nach menschen. es gibt keine menschen mehr. über mir ist es, haushoch. über meinen bauch, meinen hals, meinen kopf. nichts anderes ist mehr. in mir ist es. oder ich bin in ihm. ich weiß es nicht. das ist böse. nichts anderes. ich nicht und auch sonst.

wach werde ich erst von meinem eigenen schreien, meinem jaulen, meinem heulen. wie ein tier. laut ist das, nicht geträumt. echt ist das, keine illusion. das weckt mich, endlich. und die fRau neben mir, die meinen namen sagt.

04. März 2016 - 12:43

eine von diesen partys, die ewig sind. durch die nächte, bis in den morgen. wenn fast alle anderen schon weg sind, nur die wirklich wichtigen menschen sind noch da. da sitze ich, die arme nach oben gestreckt, und eine mir unbekannte schriftstellerin sagt mir: du hast jute, wollte ich nur sagen.

ich bin ratlos, bleibe regungslos, weil ich nicht verstehe. vielleicht eine hautkrankheit? ich denke darüber nach bis ich aufwache. bis jetzt noch, eigentlich. weiß ich nicht.

06. Januar 2016 - 17:56

wir sitzen und reden. ein gegenüber habe ich und jemanden neben mir. der erschießt sich plötzlich, hebt die waffe, mit links, und schießt sich von unten in den kopf. oder nein, bin ich es? ich treffe aber schlecht, ich treffe so gut wie gar nicht. nicht einmal blut fließt, das projektil streift nur meine wange, meine schläfe und verschwindet, nach oben. es ist nichts, nicht passiert. es ist nur so, als wäre ich vor eine wand gelaufen. so sehe ich aus, das ist alles. und das werden alle sehen. was dann?

niemand wird es sehen, nicht mehr, wenn ich dann wach bin. nur ich werde es wissen. dabei weiß ich nichts. rein gar nichts, diesmal.

18. August 2015 - 09:59

mein buch wird verfilmt, ich erfahre es aus der zeitung. und erkenne es daran, daß der verlag schleunigst das taschenbuch an den start bringt. der trailer, den ich mir im internet suche, kommt mir dann aber sehr fremd vor. ich weiß nicht, was das soll. die haben auch den zweiten und dritten teil verfilmt, denke ich. aber das habe ich doch (noch) gar nicht geschrieben. dann werde ich wach.

12. Juli 2015 - 18:47

am morgen vom unvermeidlichen sterben, wie es tief in meinen körper eingeschrieben ist. ich träume, ich lebe darin. unmittelbar, wie es eben ist in den halbwelten des bewußtseins. und dann, halb im erwachen noch, schnell denken: auf gehts, an die arbeit! bis mir einfällt, daß ich mir auf den schreck einen sonntag gönnen könnte.

noch später fällt mir ein. mein vater wäre heute 85, wäre er nicht mit 63 schon gestorben.

jacobs, reverse

20. Juni 2015 - 12:40

nach dem aufwachen gehe ich zurück in mich, in den traum, den ich vergessen, den ich verpasst habe. heute. ich steige hinunter, durch die luke im boden, wo es licht ist und leicht. aber endlos, ziellos, ungewiß. sprosse für sprosse, die himmelsleiter hinab, durch die sprachlosigkeit. in die sprachlosigkeit. ein leeres, weites feld; mein totes land. das land, das ich selbst nicht (mehr) kenne.

zuletzt, am boden vielleicht, irgendwo und irgendwohin, flüchte ich. eilig, schlage ich eine richtung ein. und in einem feinen spalt im boden, nicht weit von einem spielfeld, bleibe ich, schlage ich, wurzeln. halte mich fest, wo nichts ist. da ist enge, das ist alles, und ich bin ein kraut. fortan. ich bin ein nichts, das nichts sieht und nichts sagt. meine welt, eine welt ohne worte.

darüber hinaus: überraschend hell, das alles. ich bleibe, was ich bin. ein engl.

20. Mai 2015 - 14:05

früh am morgen geht es um tango und um menschen, die mir etwas aufschreiben, was ich dann vor aufregung nicht lesen kann, weil ich weiß, daß ich träume. noch.

19. März 2015 - 13:10

mit einem buch in der hand suche ich meine gruppe. die gruppe, zu der ich immer gehe. dabei erkläre ich, wie ich gelernt habe, so zu sprechen, daß sie mich verstehen. so eben, wie in dem buch steht. so, wie ich meine, daß auch sie sprechen. ich erkläre, wie falsch das war, all die zeit, weil ich auf die art nicht gesagt habe, niemals, was ich wirklich bin. und daß ich nun damit aufhören werde. ich gehe von tür zu tür und finde niemanden. meine gruppe ist längst verschwunden. es gibt nichts zu sagen, nicht zu erklären, so einfach ist das. statt dessen ist jemand gestorben, aus freien stücken, das weiß ich auf einmal. das weiß ich genau. ich weiß aber nicht, wer es ist. wer es war. so werde ich wach. auch jetzt noch, stunden später, suche ich. ohne zu wissen.

15. Februar 2015 - 20:20

neulich geträumt wie als kind. von der wahrhaftigkeit menschlichen fliegens. was ich natürlich beherrsche. im traum.

31. Januar 2015 - 12:44

ich gehe über einen steg, eine kurze strecke nur, er führt über ein kleines gewässer, geplätscher. es ist nicht hoch, nicht tief, nicht gefährlich. es ist alles ganz harmlos, kein abgrund, keine schlucht. deshalb gibt es kein geländer. das ist verlockend, irgendwie. ich sehe mir zu, wie ich nach links abdrifte, mit jedem schritt ein wenig mehr. wie ich dann kurz vor dem anderen ufer abstürze.

auch das ist nicht schlimm. in aller ruhe werfe ich meine tasche voraus, auf das gras ans andere ufer, in sicherheit. dann greife ich mit einer hand nach einem stück metall an der unterkonstruktiuon des stegs, damit ich nicht ins wasser falle. so hänge ich dann da und komme nicht weiter. was sich auch tue, es mißlingt. nichts ist wirklich anstrengend oder beängstigend, nicht das schaukeln, das umgreifen, die versuche, mich wieder hochziehen. all das gelingt mir gelassen. nur gelingt es nicht, ich komme ich nicht los aus meiner lage. das ist unbefriedigend. so unbefriedigend, daß ich aufwache. und unzufrieden bin, die sache nicht schnell noch gelöst zu haben. im traum.

draußen ist es hell, ein vogel singt, fühlt sich wie frühling, fast. leicht, so leicht, wie das hängen an einem steg. wie anders ist mein wachkörper. hart und verschmerzt, wie immer. die augen brennen, im nacken frißt ein tier. morgens, gleich dem aufwachen, nicht sofort völlig erschlagen sein. gibt es das eigentlich? ich vermag diesen körper kaum in den tag zu tragen. oder bis ins bad, in die küche vielleicht.

kaffee.

28. Januar 2015 - 13:04

ich werde angeschrien, weil ich die küche nicht geputzt, den balkon nicht gesaugt und die hände nicht gewaschen habe. ich sei ein dreck, sagt sie, ein stück scheiße. das alles ist bekannt, das macht mir nichts. doch du hast ja nicht sterben wollen, brüllt sie schließlich. das ist mir neu, davon werde ich wach. und fühle mich schuldig für den rest des tages.

15. Januar 2015 - 13:23

schnell mal ans meer, es ansehen. ist ja nicht weit, dauert ja nicht lang. über nacht ist es dann aber winter geworden. zu kalt ist es, um die strecke mit dem motorrad wieder zurückfahren zu können. außerdem weiß ich nicht mehr, wo ich die kiste abgestellt habe. gleich um die ecke, so habe ich es in erinnerung. aber wo?

freunde nehmen mich mit zurück. freunde, die dort wohnen. am meer. sie bringen mich zurück, sie lassen mich allein. das ist gut. mein motorrad wollen sie nicht mit mir suchen, es finden. auch das wäre gut. doch sie wollen es nicht in ihrem hof, der groß ist und gut umzäunt, ummauert sogar.

nicht einmal für den winter, diesen winter. in dem ich schlafe, schlafe, bis ich wieder aufwache.

05. Dezember 2014 - 00:52

unterwegs aus dem traum in den morgen, heute morgen war da ein raum voller chaos. und ich darin, ganz kurz nur, fast hätte ich es vergessen. alles voller zeug, das einfach nur dasteht, ruhig und still. ein raum, der mir den raum nimmt, licht auch und luft. und die ordnung natürlich, die ich herzustellen, womit ich mich zu umgeben versuche. immerzu, um mich ruhigzustellen, den raum zu sicher, was selten gelingt. vielleicht nie.

voll ist es dort, bis in den letzten winkel, die wege, die zeit. dieser raum, der immer da ist, in mir, und ich in ihm, und ich weiß nicht, ob ich es fülle nennen soll. es ist mir fremd, dort zu sein, dort zu bleiben, wo ich bedrängt bin, beständig. doch es ist auch angenehm. es ist ruhig.

das ist, wo ich lebe?