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archiv: traumhaft


17. Oktober 2014 - 11:00

es dauert eine weile bis ich realisiere, daß ich hier nun wohnen soll. ich scheine umgezogen zu sein, befinde mich in einen großen raum mit riesigen fensterfronten an wenigstens zwei seiten. der rest ist ein rätsel, es ist mir unangenehm. alles. hinter dem telefon, das an der wand festgebunden ist wie früher, sind die scheiben nach außen eingedrückt. so lassen sich die fenster nicht schließen, da sind risse im holz und weite lücken. alles ist naß, das macht mir angst. das ist beim auszug passiert, sagt eine nachbarin. schadenfroh, wie mir scheint. es war wohl  eilig, sagt eine andere nachbarin und lacht. es gibt kein entkommen, nur aufwachen. vielleicht.

14. Oktober 2014 - 11:00

träume von riesigen mimosenpflanzen in voller blüte und im licht. war das heute nacht oder gestern im propofolrausch?

27. September 2014 - 11:58

nachts im schlaf zeit und raum verloren. wissend zwischen traum und wach gesteckt, festgesteckt. keine ahnung, wie lang. nichtwissend, was das ist, was ich dort sehe. schreien wollen und nicht können, kein körper vorhanden. (mich aber grunzen hören und das zucken fühlen, irgendwo.) aufwachen wollen und auch das nicht können. (denken: das ist doch kein traum, nein, das bin ich.) dabei weiter schreien und zucken, kein vor, kein zurück. das ist leben.

zurückfinden schließlich, mich wiederfinden, ganz links in meinem bett, auf der freien seite. auf der seite liegen, alles ist still, einfach liegenbleiben. dürfen und können, das nennt sich frieden. mir für einen moment einen menschen wünschen. keine worte, keine fragen, keine erklärungen. (solche menschen gibt es nicht?) dann weiterschlafen. allein.

am morgen weckt mich ein elektronisches geräusch, das ich sofort als irreal identifiziere. es ist in meinem kopf, nur dort. ich kenne das. ich verstehe es nicht.

14. September 2014 - 11:19

auf einmal ist in meiner wohnung alles naß. als wir die vorhänge beiseiteschieben, sehen wir, daß wasser aus den wänden dringt und dann an ihnen herunterläuft. viel wasser, ich bin ratlos. keine möglichkeit, weiterzuträumen.

23. August 2014 - 11:16

es ist winter, kurz vor weihnachten, ich bin in kurzen hosen unterwegs. igendwo in der schweiz, wir wollen zum see, das boot testen. das soll gemietet werden, am nächsten tag, für eine rundfahrt. ich verstehe das nicht, kenne auch nicht den weg. ich bin aber dabei, das scheint mir eindeutig, und ich freue mich. ich bin die letzte. das boot treibt ab, ehe ich den schritt darauf machen kann. dann ist es weg, ohne rücksicht, ohne mich. den weg weiß ich immer noch nicht, steige einfach in irgendeinen zug. der noch nicht abgefahren ist.

richtung: egal.

08. August 2014 - 11:35

ich komme in den klassenraum, zu spät, was nicht meine art ist. weil ich wissen will, wer ihr seid, sagt die lehrerin da gerade. ich beuge mich vor, zu ihr hin und sage, frage: als ob sie wissen wollen würden, wer ich bin? die lehrerin reagiert nicht, macht einfach weiter, ohne mich überhaupt zu sehen. auf einmal verlassen alle den raum, als wäre es so geplant. nur ich weiß von nichts. immer zu spät, denke ich beim aufwachen.

zustände

04. August 2014 - 15:49

kurz vor dem aufwachen mit träumen von nicht unerheblichem erotischen potential konfrontiert sein und anschließend das frühstücksrührei mit lachs, also wirklich sehr einfach herzustellen, selbst für mich,  derart versalzen. was das nun wieder soll?

nicht drüber nachdenken. besser.

mein fisch und mein vogel

27. Juli 2014 - 14:07

auf einmal wohne oder arbeite ich anderswo, und ich weiß nicht, was ich dort verloren habe, ob ich dort sein will. aber ich allein, meistens, ich habe auch nicht viel zu tun, nur verantwortung. ich weiß aber nicht, wofür. da ist der vogel, den ich füttern sollte, obwohl mir das niemand aufgetragen hat. ich vergesse es, wenn ich ein paar tage nicht herkomme. dann befreit sich der geier und sucht auf eigene faust nach körnern.

da ist der fisch, eingesperrt in einen länglichen, sehr engen fischtank, der leckt. das war mir nicht klar, nach wenigen tagen schon ist er halb leer, und der fisch lehnt wie tot an der scheibe. ich gieße eilig wasser nach, wie man pflanzen gießt, das ist sicher falsch, doch der fisch paddelt gierig dem wasserloch entgegegen. ich gieße weiter, immer noch fehlt mehr als die hälfte des wassers, das ist mir unangenehm, obwohl ich glaube, nicht zuzständig zu sein. doch ich weiß es nicht genau.

der fisch reißt sein maul auf, dicht an dem loch, das ich begieße. das wasser gerät dabei in sein maul, viel wasser. wenn er jetzt bloß nicht ertrinkt, denke ich, bevor ich aufwache. sonst hätte ich einen fisch ertränkt, bei dem versuch, ihn zu retten. kann denn ein fisch ertrinken?

22. Juli 2014 - 16:43

aufwachen. und erst einmal den festen biß aus dem kiefer lösen. doch die nackenstarre bleibt, den ganzen tag. kein traum in sicht.

10. Juli 2014 - 11:11

das ausnehmen von fisch ist etwas, das ich nebenbei erledige. eigentlich rede ich mit jemandem, weiß aber nicht, mit wem. ich gehe sogar zurück in den traum, nachdem ich schon fast aufgewacht war, um das herauszufinden. da sind aber auf einmal nur noch zerkochte fischfleischfetzen und wirbelknochen mit bedrohlichen gräten. darin finde ich die leber, eine kleine unversehrte kugel. ich habe die leber, rufe ich, als hätte ich einen schatz gefunden, einen preis gewonnen. doch das interessiert niemanden.

20. Juni 2014 - 13:23

erst als ich im wasser bin, sehe ich all das blut. ich schwimme inmitten von toten tieren, toten menschen, in fetzen und brocken von fleisch und von blut. ich schwimme weit hinaus, wie die anderen, die auch noch leben. wir sind viele, es ist eng. es gibt nur den einen weg. nach einer weile wird das wasser klar, ich schwimme gleichmäßig und ruhig, wie noch nie zuvor. an einer stelle bleibe ich. ich habe keine angst mehr, zu ertrinken, nicht in wasser, nicht in blut, in diesem lebendtoten rot. auf einmal bin ich allein, da ist niemand mehr. kein mensch, kein tier, kein leben. dann will ich zurück an land, nachsehen. will alles wissen.

ich stelle fest, daß das ufer mir kilometerweit entgegengekommen ist. kein blut mehr, das land ist vertrocknet, nur aufgerissene, harte erde, auf der ich laufe. immer weiter, immer noch allein, als hätte niemand überlebt. das kann nicht sein, denke ich, als ich mich im bett wiederfinde. ein neuer tag wartet, ich muß weiter.

18. Juni 2014 - 12:41

auf der messe erfahre ich von der unmittelbar bevorstehenden veröffentlichung meines neuen buches. angst und freude mischen sich, bis ich das cover sehe. mein name über einem nicht mit mir abgesprochenen titel, irgendetwas mit SCHULD. in das buch hineinzusehen wage ich nicht. mir ist klar, daß es nicht erkennen werde, daß es nicht von mir sein kann. so gehe ich in die präsentation und lesung. so werde ich wach.

13. Juni 2014 - 11:04

ein haus gebaut, ganz allein. eines aus papier, an dem ich lange konzipiert habe, damit es in mein zimmer paßt. während der fertigstellung dann leider festgestellt, daß mir das alles zu eng wurde. nur ein paar zentimeter zwischen matratze und zimmerdecke, gerade so viel, daß ich mich zum schlafen hätte hineinquetschen können. wie soll ich so leben, wie konnte ich, denke ich. noch vor dem aufwachen.