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archiv: traumhaft


22. April 2014 - 13:19

mit einem hammer nagle ich meinen füller in einen ast. die goldfeder bricht und die spitze bleibt im holz stecken. auch der füllerkorpus geht dabei kaputt. das ärgert mich maßlos, vor allem bin ich jedoch beschämt. weil ich aber nicht allein bin, lasse ich mir besser nichts anmerken. klammheimlich verstaue ich die armseligen reste meines schreibgeräts in meiner hosentasche.

später, beim aufstehen, sage ich mir laut: ich spiele nicht, ich möchte den kopf frei haben.

canyon

12. April 2014 - 11:25

dicht hinter mir mein vater, wie zum schutz. er erzählt geschichten, redet und redet. er schaut über mich hinweg, erklärt mir die landschaft, die wirklich grandios ist. daß ich unmittelbar am abgrund hocke, merkt er dabei nicht. ich bitte ihn, still zu sein, was er auch tut. damit ist er verschwunden.

ich aber bleibe, nicht nur im traum, nahe der schlucht.

04. März 2014 - 01:32

träume. sind wieder da, ja. ich weiß von ihnen, erinnere mich kaum, aber rieche sie quasi. vernehme die schatten schwindender bildern und lasse sie ziehen, danach.

alles gut, ich arbeite daran. ansonsten bleibt tango.

25. Februar 2014 - 18:45

spät abends, als ich in den krieg zog, neulich erst, so wie jede nacht. da war da auf einmal eine überraschende stille und weite im toten land, im staubigen dunkel des altvertrauten. da hätte ich reden können und verstehen, vielleicht sogar schlafen. oder sehen, wieder sehen können. das war eine überraschung, so groß, daß ich es fast vergessen hätte. alles.

wie auch den weg. dorthin.

05. Februar 2014 - 11:45

nachts treibe ich meine wölfe zusammen, wir müssen umziehen. es sind hunderte, das hatte ich völlig vergessen. schweigend und still, mit ruhigen, sanften augen gehen sie ihren weg. jeder einzelne, auf meiner höhe angekommen, schaut mich an. ich schaue zurück. durch die gitter, die ich ihnen schuf.

10. Januar 2014 - 15:31

gegen morgen angst träumen und inhaltlich gleich wieder vergessen. statt dessen diese gefühl im brustraum, den ganzen tag. auch nicht hilfreich.

dahinter etwas echtes vermuten, verborgen in einem tiefen dunkel, beinah raum- und klanglos noch. dies also als einziges für wahr nehmen, ersatzweise.

09. November 2013 - 12:35

nachts in traumschleifen nackte angst ausgeschwitzt. und alle hoffnung dazu. jetzt auf. it’s meaningless.

offroad

21. Oktober 2013 - 15:59

in einer abendlichen runde spricht eine mir unbekannte frau vom motorradfahren auf sand. ich kenne das, dazu möchte ich etwas sagen, kann es aber nicht, weil ich plötzlich keine stimme mehr habe. also gehe ich stattdessen weg, zu meiner maschine, die dicht beim eingang steht. zu meiner überraschung muß ich etliche einzelteile aufsammeln, die jemand auf dem boden verteilt hat. nichts schlimmes, aber doch ärgerlich. zuletzt rolle ich die kiste weg, aus dem raum hinaus, die straße hinunter. ich fahre nicht. und sage auch nichts, immer noch nicht. ich will nur weg, aufwachen.

21. September 2013 - 13:09

man gibt mir einen preis, nicht den ersten, den zweiten oder den dritten. einen undankbaren vierten, aber dazu viel geld. fünfstellig. ich bin zufrieden. so kann ich ungesehen weitermachen.

19. September 2013 - 11:38

gefangen in der eigenen wohnung, die ich nicht aufgeben kann. wegen der vielen leichenteile, die ich darin versteckt habe. die man dann finden wird. hände vor allem.

05. September 2013 - 12:14

es ist die kälte, die kälte macht mich fertig, nicht der krieg. ich hocke am straßenrand und betaste die wenigen dinge, die mir geblieben sind. die alte uhr zum beispiel, die schon lange nicht mehr läuft. als ich aufstehen will, falle ich stattdessen und bleibe auf der straße liegen. dann finde ich ein offenes haus, unverriegelt, nicht verbarrikadiert. keine ahnung, wie ich hineingelange, aber innen ist es warm. an die großen heizungen komme ich zwar nicht heran, die sind umringt von menschenmassen, etwas abseits finde ich aber ein warmes stück rohr an einer wand. dort hocke ich mich hin und strecke die hände aus, das ist genug. bis ich wach werde, denke ich. vorher kommt aber noch der mann und sagt, ich könne auch bei den tieren schlafen.

12. August 2013 - 09:33

ich stehe draußen. ich darf nicht mehr rein. ich will auch nicht, ich kenne das. alles. ich will so nicht leben. ich stehe also draußen und will rein. irgendwo.

weil ich einfach nicht mehr außen vor sein kann. (beim aufwachen ein augenblick verzweiflung.)

11. August 2013 - 11:58

mein onkel sagt „frido“ zu mir und macht mich damit zu vater und bruder in einem. mein, sein, dein. was so falsch gar nicht ist, in vielerlei hinsicht. schwimmen in den identitäten, nicht nur im traum. auch unter der dichten schicht des tages trennt sich nichts mehr, bleibe ich wehrlos, verbunden. und angstvoll, wie immer.